Familienzusammenkünfte können so schön sein. Oder auch nicht. Mit Schrecken findet eine junge Frau (Margrith Nideröst) im Ferienhaus ihrer Mutter die leblose Hülle ihres Exmannes (Roland Baumgartner). Eigentlich wollte sie nur mit ihrem neuen Freund (Patrick Nussbaumer) ein gemütliches Wochenende verbringen. Doch nun liegt der Ex auf dem Sofa. Was ist zu tun? Die Polizei alarmieren? Im See versenken?

Das junge Paar ist ratlos. Wie aus dem Nichts tauchen auch noch die kreuzworträtsellösende Mutter (Katharina Nyffeler) und ein seltsamer Pfarrer (Christian Oberli) auf. Doch plötzlich ist die Leiche verschwunden. Ist der Exmann am Ende gar nicht tot? Und wieso taucht die Polizei völlig unerwartet auf? Kann der familieninterne Zwist begraben werden? Fragen über Fragen. Mit zahlreichen weiteren Missverständnissen nimmt das Unheil am Freitag, den 13., seinen Lauf.

Ein lustiger Krimi

Das Stück, welches die Theatergruppe des FC Oensingen aufführt, trägt den Namen «Kreuzmordrätsel» und ist eine sogenannte Kriminalkomödie, also die Darstellung einer Kriminalgeschichte mit den Mitteln einer Komödie, gewissermassen ein lustiger Krimi. Ausgesucht wurde dieses Bühnenwerk, weil es kein ernstes Stück ist und die Theatergruppe bei diesem Skript am meisten lachen musste. Denn: «Für uns war klar, dass wir etwas Lustiges aufführen möchten. Ernste Stücke sind nämlich viel anspruchsvoller», erklärt Roland Baumgartner aus seiner langjährigen Erfahrung. Marc Spreiter, der dieses Jahr erstmalig die Regie macht, nickt zustimmend.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die letzten Texte werden geübt, die restlichen Bilder aufgehängt, erste Tickets verkauft. Mit dem Proben angefangen wurde anfangs Januar. Die Gruppe schaut auf eine intensive Zeit zurück: «In den letzten zwei Wochen waren wir von der Theatergruppe jeden Abend am Proben», sagt Baumgarter, der mit den Aufführungen am kommenden Wochenende zum 31. Mal auf einer Oensinger Theaterbühne steht. Waren am Anfang noch einige Schauspieler aus den Reihen des FC Oensingen vorhanden, ist er mittlerweile der Einzige, der «tschuttet». Dieses Jahr sind acht Schauspieler und Schauspielerinnen, ein Regisseur und zwei Frauen für die Maske im Einsatz.

Dreijährige Bühnenabwesenheit

Doch ganz ohne den Fussballclub gehen die Unterhaltungen nicht über die Bühne: Damit sich die Theatergruppe voll und ganz um ihr Metier kümmern kann, wird alles Organisatorische vom FC Oensingen übernommen, welcher eigens für die Vorführungen ein OK auf die Beine gestellt hat. Ausserdem übernimmt der FC am Freitagabend den Service. Auch auf sonstige Unterstützung aus der Gemeinde kann der FC zählen: Am Samstagabend sind Mitglieder der Musikgesellschaft Oensingen im Service. «Es ist ja ein Anlass vom und für den Fussballclub, und so können die Mitglieder den Abend auch geniessen», erklärt Michel Zimmerli, er ist ehemaliger Präsident und hilft nach wie vor mit, wenn irgendwo Not am Mann ist. Eine gewisse Nervosität unter den Schauspielern und dem Regisseur ist zu spüren. Verständlich, nach einer Bühnenabwesenheit von drei Jahren. Ausserdem geben zwei Darsteller sowie der Regisseur ihren Einstand. «Schön wäre es, wenn wir zwei Mal vor vollem Haus spielen könnten», meint Regisseur Marc Spreiter.