Zwei Jahre ist es her, dass Lothar Bürgi, Gesamtprojektleiter der Verkehrsanbindung Thal, in Balsthal vor die Öffentlichkeit getreten ist und die damals noch noch unter dem Namen «Umfahrung Klus» geplanten Massnahmen für einen staulose Erschliessung des Thals vorstellte.

Am Mittwochabend stellte Bürgi nun die bereinigten Pläne und Absichten vor, nachdem Bürger und Interessensvertreter Änderungen oder Verbesserungen am Projektes einbringen konnten. Zunächst aber lobte Baudirektor Roland Fürst die Thaler Behörden und insbesondere die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat Balsthal.

Er nannte nochmals Zahlen: «Das Thal ist von allen vier Windrichtungen her zu erreichen. Westlich über Moutier fahren täglich 2600 Autos, von Mümliswil her täglich 2300 Autos, über den oberen Hauenstein von Holderbank her 4600 Autos, doch via Klus täglich 21'500 Autos. Siebzig Prozent dieses Verkehrs startet und endet im Thal.» 

«Während des Mitwirkungsverfahrens wurden gute und sinnvolle Anregungen aufgenommen.» Die Einpassung der Landschaft sei gelungen und der Ortsbildschutz beachtet worden. Ebenso würden die erforderlichern Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen, der Natur die vom Bauprojekt beanspruchte Fläche wieder zurückgegeben. Dies in Form der Renaturierung des Geschiebesammlers des Mümliswilerbaches.

Die Kosten betrügen gemäss Vorprojekt 65 Mio. Franken. Eine Summe, die in diesem Berechnungsstadium um +/- 20 Prozent ändern könne. «Die abschliessende Genehmigung der bereinigten Kosten obliegt dem Kantonsrat», so Fürst. «Dazu ist ein fakultatives Referendum, also eine kantonale Volksabstimmung möglich.» Balsthal müsse voraussichtlich 7 Mio. Franken berappen, dazu kommen die flankierenden Massnahmen für die Strasse durch das Städtchen Klus – die nun zur Gemeindestrasse werden – in der Höhe von rund 4 Mio Franken.

Thaler müssen dafür sein

Balsthals Gemeindepräsident Pierino Menna (CVP) bezeichnete die geplante Verkehrsanbindung als Meilenstein für das Thal. «Viele sich über lange Jahre hinziehende Planungen waren nötig, um zum heutigen Resultat zu kommen.» Manche Rückschläge habe das Thal in dieser Sache, aber auch als Randregion hinnehmen müssen. In der Gemeinde habe man hart um Kompromisse der nun anstehenden Lösung gekämpft und es habe sich gelohnt.

Mümliswils Gemeindepräsident Kurt Bloch (CVP) sprach als Vertreter der Gemeindepräsidentenkonferenz Thal. Er meinte, dass eine verbesserte Verkehrserschliessung des Thal unbestritten ist. «Gerade bei jungen Menschen muss man feststellen, dass sie das Thal verlassen und einen zentraleren Wohnort suchen, damit sie ihre auswärts liegenden Arbeitsplätze und schliesslich am Abend ihren Wohnort rasch und bequem erreichen können.

Der momentane Zustand hält auch viele Neuzuzüger ab». Mit dem geplanten Projekt werde die Region klar aufgewertet. «Die Gemeindepräsidentenkonferenz steht voll und ganz hinter dem Projekt und zählt auf die Unterstützung der Thaler Bevölkerung.»

«Die unterschiedlichsten Amtsstellen haben das Projekt auf Herz und Nieren geprüft», sagte Lothar Bürgi und hob dann besonders die bereinigten und verbesserten Punkte des Projektes nach dem Mitwirkungsverfahren hervor. Er erwähnte verbesserte Fussgänger- und Radwegverbindungen, der Busbahnhof Thalbrücke wurde optimiert, der Viadukt verbessert und die flankierenden Massnahmen im Städtchen Klus intensiviert.

Wie erwähnt belaufen sich die Kosten für die geplanten Massnahmen schätzungsweise auf 65 Mio. Franken. Davon entfallen 25 Mio. auf den Strassenbau, 21 Mio. auf den 220 Meter langen Tunnel, 15 Mio. auf den Viadukt und 4 Mio. auf die flankierenden Massnahmen. Es wurde betont, dass die Finanzierung nicht Bestandteil dieser Planauflage sei. Diese werde zu einem späteren Zeitpunkt durch den Kantonsrat beschlossen.

Wer zahlt?

Dennoch bildeten Fragen nach den Kosten und deren Aufteilung in der anschliessenden Fragerunde im Saal den Hauptbestandteil. Es wurde von mehreren Redner gefordert, dass sich auch die anderen Thaler Gemeinden an den Kosten beteiligen sollten, denn Balsthal könne diese Ausgaben alleine nicht stemmen.

Einsicht in Pläne, Berichte und Modell im Gemeinderatssaal Balsthal Mo, Mi und Fr von 9 bis 13 Uhr; Di und Do von 15 bis 18.30 Uhr. Ebenfalls im Kreisbauamt II, Amthausquai 23 in Olten auf: Mo bis Fr 8 bis 12 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr.