Jannik Erb vom projektverfassenden Ingenieurbüro BSB + Partner, Oensingen, erörterte dem Gemeinderat die Ergebnisse der vom Rat in Auftrag gegebenen Studie für verkehrsberuhigende Massnahmen der wichtigsten Quartiere im Dorf. Die erstrecken sich flächendeckend vom Chäsiweg in Richtung Süden bis zur Babylonstrasse sowie von der Wolfwilerstrasse in Richtung Osten bis zur Fulenbacherstrasse.

Der grösste Teil der innerhalb dieser Strassenzüge befindlichen Strassen eignen sich für die Einführung von Tempo-30-Zonen, ohne dass bauliche Massnahmen nötig wären, erwähnte Erb. Nicht Tempo-30-konformene Quartierstrassen sollen mittels seitlichen Einengungen auf den technisch notwendigen Stand gebracht werden.

Nicht in die Tempo-30-Zone aufgenommen haben die Planer die Fulenbacherstrasse, weil es sich bei dieser um eine wichtige Verbindungstrasse handle. Der Rat war sich bei dieser Einschätzung nicht. Fulenbacherstrasse und Wolfwilertsrasse müsste gleich eingestuft werden, wurde bemerkt.

Beachtliche Ausdehnung

Ein besonderes Augenmerk legten die Verfasser der Studie auf das Gebiet rund um das Schulhausareal. Dieses eigne sich in besonderem Mass als Begegnungszone mit Tempo 20 und Vortritt für die Fussgänger, wird erwähnt. Berücksichtigt wurde in Bezug auf die beachtliche Ausdehnung der Begegnungszone (siehe Grafik), dass die Schüler für ihren Schulweg alle ihnen zur Verfügung stehenden Zufahrtstrassen nutzen.

Bestandteil der Begegnungszone sind der Chäsiweg, der nördliche Teil der Allmendstrasse bis Verzweigung Bifangstrasse, der nördliche Teil der Roggenfeldstrasse sowie das Teilstück Bifangstrasse zwischen der Verzweigung Roggenring und Allmendstrasse. Das Konzept sieht vor, dass die Allmendstrasse im erwähnten Bereich mit Sperrflächen künstlich verengt wird. Zur Verbesserung der Sichtverhältnisse soll zudem die Ausfahrt vom Chäsiweg in die Allmendstrasse hineinverschoben werden.

Innerhalb der geplanten Begegnungszone soll ferner mittels Bodenmarkierungen auf Strassenabschnitte hingewiesen werden, welche mit besonderer Vorsicht zu passieren sind. Als weitere Massnahme sieht das Projekt vor, dass der direkte Durchgang von der Allmendstrasse in die Roggenfeldstrasse mit entfernbaren Pollern gesperrt wird und die Einmündung rechtwinklig in die Allmendstrasse verlegt wird. Damit könnte die Einmündungsgeschwindigkeit gesenkt werden, meinte Erb mit dem Verweis, dass die Poller bei Bedarf entfernt werden könnten. Ausgangs der Begegnungszone soll die Allmendstrasse mit einem weiteren Bordstein oder Poller inklusive Umfahrungssignal verengt werden.

Projekt wirft auch Fragen auf

Die Studienverfasser weisen darauf hin, dass Neuendorf mit der Einführung einer Begegnungszone die grosse Chance habe, die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Bereich des Schulareals nachhaltig zu verbessern. Dies beurteilte auch der Gemeinderat so, obwohl die Grösse der Begegnungszone auch Fragen aufwarf. Etwa, wie das Gewerbe in Bezug auf verkehrstechnische Fragen innerhalb dieser Zone zu behandeln sei. Oder wie sich das mit dem derzeit noch auf dem Chäsiweg verkehrenden Bus verhält.

Mit Verweis auf die Stadt Olten, welche in der Innenstadt jüngst ebenfalls eine Begegnungszone eingerichtet habe, kam der Rat zu Schluss, dass für alle sich stellenden Fragen das Gespräch mit den betroffenen Parteien gesucht werden soll. Nach eingehender Beratung stimmte der Rat der Weiterführung des Projekts einstimmig zu.

Wie das Konzept ankommt und wo allfällige Änderungen oder Korrekturen vorgenommen werden müssen, will der Gemeinderat nun mittels einer dreistufigen Vernehmlassung für Behörden, Gewerbe und Bevölkerung herausfinden. Der Rat hat den ambitiösen Plan, den für die Umsetzung des Projekts notwendigen Kredit von etwa 350 000 Franken der Gemeindeversammlung im kommenden Dezember vorzuzulegen.