Mümliswil

Tanz und Theater am traditionellen Heimatabend der Trachtengruppe

Die Trachtentanzgruppe Mümliswil lud zum traditionellen Heimatabend mit Tanz und Theater ein. Für einen grossen «Jööh-Effekt» sorgte dabei die Kindertanzgruppe.

«Wyy vom Steinersteg», «Kafi-Schottisch» und «Klarinettegnusch» – das ist eine Auswahl der am Samstagabend in der Aula des Schulhauses Brühl gezeigten Tänze der Trachtentanzgruppe. Bei der ersten gezeigten Choreografie «Galopp Ursin» führte ein kleines Missgeschick zu Lachern im Publikum und auf der Bühne – denn plötzlich standen zwei Tänzerinnen ohne ihre Partnerin da. Präsidentin Daniela Roth nahm es mit Humor: «Bei den Trachten kann es passieren, dass man aneinander hängen bleibt.»

Sie freute sich besonders darüber, dass so viele Leute kamen und deshalb die Aula fast voll war. Für einen grossen «Jööh-Effekt» sorgte die Kindertanzgruppe, die von einem Mädchen aus der Gruppe souverän angekündigt wurde. Sie zeigten Tänze wie «Z’Gugger-Näscht» oder den Klassiker «Det äne am Bärgli». «Das jüngste Kind ist vier Jahre alt, das älteste 10 Jahre, und zwei tanzten mit ihrem Grosi», erklärte Daniela Roth.

Rustikale Luxusferien

Nach der gut einstündigen Vorstellung wartete als nächster Programmpunkt das Theater «Bi öis chlemmt gar nüt» – ein Schwank in drei Akten. Auf dem Bänkli vor dem Haus schläft ein angeschlagener Mann seinen Rausch aus. Der Gemeindepräsident, Karl Hegetschwiler (Rainer Ackermann), schaffte es nicht mehr ins Bett, was seine Frau Gertrud «Trudeli» (Corinne Meister) sichtlich aufregt. Als «Kari» aus seiner zerrissenen Jacke ein Bikini-Oberteil zieht, das offensichtlich nicht Trudi gehört, ist der Ärger perfekt.

Heimatabend der Trachtengruppe Mümliswil

Heimatabend der Trachtengruppe Mümliswil

«Dienscht isch Dienscht», versucht Kari, sich aus der Affäre zu reden. Schliesslich sei er am Vorabend an der Gemeinderatssitzung gewesen und musste noch einen «Lokaltermin» auf dem Campingplatz wahrnehmen. «Bi de Blüttler?», ist Trudi entsetzt. Der Campingplatz war Thema der Sitzung. Das Grundstück an attraktiver Lage am See soll verkauft und ein Luxushotel darauf gebaut werden für «rustikale Ferien auf dem Land, aber First Class».

«Meins bleibt meins»

Als die Camperin Sabine (Melanie Roth) bei Hegetschwilers auftaucht und sich über eine nächtliche Belästigung auf dem Campingplatz beschwert, dämmert es Karl, wie er zum Bikini kam. Daraufhin gewährt er Sabine, dass sie ihr Zelt auf dem Rasen vor dem Haus aufstellen kann. Trudi freut sich indessen auf den Besuch ihres Sohnes Hanspeter (Beat Mägli), der die Sommerferien vom Priesterseminar zu Hause verbringen wird.

Für die Hotelzufahrt braucht es eine neue Strasse. Dazu muss Otto «Otti» Knöpfli (Peter Merz), von Beruf Erfinder, sein Haus verlassen. Er ist jedoch zu allen Mitteln bereit, um sein Eigentum zu verteidigen. Der Versuch, der Pfarrerin (Maria Mägli) Knöpfli gut zuzureden, bringt nichts. «Dir, Frau Pfarrer, kümmeret öich gschiider um s Gebätbuech statt ums Grundbuech», entgegnet Knöpfli schlagfertig.

Denn das Grundstück gehört der Pfarrerin. Auch Geschäftsfrau Frau Fankhauser (Daniela Roth) riecht den Profit. Doch da haben die Befürworter nicht mit dem Widerstand von Sabine (Melanie Roth) und Hanspeter (Beat Mägli) gerechnet. Sabine tickt ganz anders als ihre Mutter die Geschäftsfrau Fankhauser, und Hanspeter ist längst nicht mehr im Priesterseminar.

Nur der Reissverschluss

Die beiden haben nämlich eine viel bessere Idee, was man mit dem Grundstück am See machen könnte. So klemmt am Ende fast gar nichts mehr. Da jedoch der von der Pfarrerin bestellte Bagger versehentlich das Pfarrheim niederreisst, sucht sie Unterschlupf im Zelt, doch dort klemmt wie so oft der Reissverschluss.

Das Theater überzeugte durch die gekonnten Darbietungen der Schauspielerinnen und Schauspieler sowie mit viel Witz, Irrungen und Wirrungen, einigen Zweideutigkeiten und ausgleichender Gerechtigkeit. Das Publikum honorierte die Leistung des Ensembles und die gebotene Unterhaltung mit einem langen Applaus.

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