Über das Baugesuch für eine Photovoltaikanlage auf dem südlichen Kirchendach der Pfarrkirche St. Nikolaus in Niedererlinsbach muss das Bau- und Justizdepartement entscheiden.

Die Römisch-katholische Kirchgemeinde Erlinsbach SO als Bauherrin hat gegen den ablehnenden Entscheid der Bau- und Werkkommission Erlinsbach Beschwerde erhoben (wir berichteten). Knackpunkt des Vorhabens ist die Vereinbarkeit mit dem Schutz des Ortsbilds von nationaler Bedeutung.

Gläubige fühlen sich nicht gestört

Den Vergleich mit einer vom Verwaltungsgericht abgelehnten Mobilfunkantenne im Ortskern weist die Kirchgemeinde zurück: Eine sechs Meter hohe, freistehende Antenne könne nicht mit einer ins Dach integrierten Photovoltaikanlage verglichen werden. Die geplante Indachanlage sei vom Dorfplatz her nicht sichtbar.

Umgekehrt verweist die Kirchgemeinde auf die Planung eines Kreisels auf der Dorfkreuzung mit Verschiebung des Dorfbrunnens von seinem althergebrachten Standort: Diese Planung der Gemeinde zeige, dass Veränderungen am Ortsbild vorgenommen werden könnten. Entschieden weist die Kirchgemeinde den Einwand zurück, die Photovoltaikanlage bedeute eine Zweckentfremdung der Kirche. Von den Gläubigen fühle sich niemand in seinem religiösen Empfinden gestört.

Da die Baukommission vor ihrem Entscheid eine Stellungnahme des Amts für Raumplanung eingeholt hatte, die ablehnend ausfiel, würde eine Gutheissung der Beschwerde durch das Departement überraschen. Nächste Instanz wäre das kantonale Verwaltungsgericht.