Budget 2014
Steuerfuss in Holderbank soll mit 150 Prozent der höchste im Kanton werden

Die Rechnung Holderbanks wies 2013 ein Defizit von über einer halben Million Franken aus. Am kommenden Montag wird die Gemeinde nun ihr Budget für das neue Jahr verabschieden - dabei müssen einige unangenehme Entscheide getroffen werden.

Alois Winiger
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Holderbank hat grundsätzlich eine sonnige Lage. Jetzt gilt es, aus dem finanziell dunklen Schatten herauszufinden.

Holderbank hat grundsätzlich eine sonnige Lage. Jetzt gilt es, aus dem finanziell dunklen Schatten herauszufinden.

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Während die Gemeinden rundum längst ihr Budget 2014 verabschiedet haben, folgt nun am kommenden Montag auch Holderbank - und muss erst noch mit unangenehmen Nachrichten aufwarten.

Mit 68 160 Franken sieht die laufende Rechnung zwar einen moderaten Aufwandüberschuss aus, die Rechnung 2013 schloss mit einer halben Million Defizit ab. Doch dieses verbesserte Resultat ist von einem Sanierungsvertrag abhängig, den die Gemeinde Holderbank mit dem Kanton, vertreten durch das Amt für Gemeinden, ausgearbeitet hat.

Den härtesten Brocken bildet die befristete Anhebung des Steuerfusses von 130 auf 150 Prozent - den mit Abstand höchsten Steuerfuss im Kanton (Messen ist derzeit bei 140 Prozent).

Nicht vom Fleck

«Schon das schlechte Resultat der Rechnung 2013 war ein Signal dafür, dass drastische Massnahmen nötig sind, wenn wir finanziell vom Fleck kommen wollen», erklärt Gemeindepräsident Urs Hubler. «Darum wandten wir uns an den Kanton und haben dann die Situation gründlich analysiert.»

Schule, Feuerwehr, Bauverwaltung

Dass es überhaupt so weit gekommen war, hatte auch mit der früheren Führung der Finanzverwaltung zu tun, die ein externes Büro besorgte. Diesem wurde per Ende 2012 gekündigt.

«Wir vertrauten zu sehr den Angaben, die man uns vorgelegt hat», führt Hubler aus. «Es stellte sich zum Beispiel heraus, dass die Steuereinnahmen viel zu hoch prognostiziert waren. Und den hohen Steuerausfällen wurde zu wenig Beachtung geschenkt.»

Holderbank hat schliesslich beim Kanton einen Sanierungsbeitrag beantragt. Dieser kann 332 000 Franken betragen. Dafür muss Holderbank allerdings einiges leisten. Der Gemeinderat hat am Dienstag mehrere Massnahmen einstimmig verabschiedet, die vom Kanton akzeptiert sind.

Zum Beispiel Zusammenarbeit anstreben in den Bereichen Bauverwaltung, Feuerwehr und Schule. Die Feuerwehr betreibt bereits gemeinsam ein Pikett mit jener von Langenbruck.

Die Schule steht schon unter der gemeinsamen Leitung mit Mümliswil-Ramiswil. «Das wird nicht mehr ausreichen. Wir werden Kinder auf andere Schulen verteilen müssen», sagt Hubler.

Vorgesehen ist ferner der Verkauf von Liegenschaft und Grundstück «Bader-Marcel-Fonds», der Buchgewinn hat mindestens 500 000 Franken zu betragen. Nicht ganz wohl ist dem Gemeindepräsidenten beim Gedanken an die Bedingung, dass der Steuerfuss auf 150 Prozent - für natürliche und juristische Personen - steigen muss. Immerhin ist diese Massnahme auf die Jahre 2014, 2015 und 2016 befristet.

Und noch eine Bedingung

Aber dann ist noch nicht sicher, dass die Steuern wieder sinken. Denn im Sanierungsvertrag steht: «In der Gemeindeordnung ist eine Bestimmung aufzunehmen, wonach das Eigenkapital in der Höhe von mindestens 15 Prozent des Gesamtsteuerertrags erreicht sein muss, bevor der Steuerfuss gesenkt wird. Wird die Eigenkapitaldecke unterschritten wird, ist sie innert vier Jahren wieder auszugleichen.»

Urs Hubler ist vorsichtig mit einer Prognose, wie sich die Gemeindeversammlung vom nächsten Montag entscheiden wird. Natürlich hofft er auf ein Ja zu den Massnahmen. «Oder auf einen besseren Vorschlag.»