Matzendorf
Stelle des Hauswarts nicht ausgeschrieben: Läuft da was falsch?

Beim Oberstufenschulhaus in Matzendorf hat die bisherige Hauswartin gekündigt. Die Stelle wurde nicht öffentlich ausgeschrieben, wie es das Gesetz verlangt. Lief da was falsch?

Alois Winiger
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Im Brennpunkt: Das Oberstufenschulhaus (links) und das alte Bezirksschulhaus in Matzendorf.

Im Brennpunkt: Das Oberstufenschulhaus (links) und das alte Bezirksschulhaus in Matzendorf.

Alois Winiger

«En Eidgenoss» erkundigt sich bei der Gemeinde Matzendorf – allerdings nicht direkt, sondern per SMS über diese Zeitung –, ob man nun die offenen Stellen bei der Gemeinde nicht mehr ausschreiben müsse. «Mir zahle aui Stüre und wei drum wüsse, worum das aues so hingedure darf gscheh. Es git es Öffentlichkeitsprinzip. Wär het so viel Macht, das allei chönne z entscheide?»

Ans Reglement gehalten

Der «Eidgenoss» (oder ist es eine Eidgenossin?) hätte auch direkt bei der Gemeinde nachfragen können. Wir haben es getan, und Gemeindepräsident Marcel Allemann hat bereitwillig Auskunft erteilt: «So wie es tönt, geht es um die Stelle von Leonora Bajraktari, sie war zuerst zuständig für das Primarschulhaus und das alte Bezirksschulhaus und seit Juni neu auch für das Oberstufenschulhaus, weil die bisherige Hauswartin gekündigt hatte», sagt er. Da sei gar nichts «hingedure» gelaufen. «Die Stelle musste nicht ausgeschrieben werden.» Der Gemeinderat habe dies so entschieden aufgrund der geltenden Dienst- und Gehaltsordnung (DGO) der Gemeinde Matzendorf.

Darin steht unter Paragraf 9: «Jede neu zu schaffende Stelle oder frei werdende Stelle ist auszuschreiben, sofern sie nicht verwaltungsintern besetzt werden kann.» Die Besetzung lief verwaltungsintern ab, denn Leonora Bajraktari ist seit Januar 2015 Angestellte der Gemeinde. «Und sie macht einen sehr guten Job», betont der Gemeindepräsident.

Neue Struktur ab Frühjahr 2016

«Wir wollten auch deshalb keine neue Person einstellen, weil das Hauswartwesen für die öffentlichen Gebäude neu strukturiert wird.» Es sei zum Beispiel nicht logisch, dass sich der Werkhof um jene Schulräume kümmert, die sich im Verwaltungsgebäude befinden. Und ab Frühling nächsten Jahres komme die neue Sporthalle hinzu. Der Leiter Werkhof, Roland Haefeli, sei daran eine Gesamtübersicht zu schaffen. Wenn diese vorliegt, werde über die personellen Ressourcen und Besetzungen entschieden.

«Kei Schwyzere»

Der «Eidgenoss» stört sich aber noch an einem weiteren Punkt. In der SMS steht: «Oder darf sich kei Schwyzere me mälde, wo dütsch redet?» Hier werde angesprochen, sagt Allemann, dass Leonora Bajraktari nicht Schweizer Bürgerin ist. Sie hatte sich letztes Jahr zusammen mit zwei weiteren Personen auf die Hauswartstelle Primar- und altes Bezirksschulhaus gemeldet und wurde gewählt. Hier machte der Gemeinderat von seinem Recht Gebrauch. Im DGO-Paragraf 10 steht: «Wählbar sind: a) Schweizerische Staatsangehörige, sofern sie allfällige Wählbarkeits- oder Anstellungsvoraussetzungen erfüllen; b) Über Ausnahmen befindet der Gemeinderat.» Man wisse, fügt Allemann an, dass Inhalt und Formulierung dieses Paragrafen in der heutigen Zeit doch recht befremdlich sind. Man werde dies auf jeden Fall zusammen mit der Revision der Dienst- und Gehaltsordnung ändern.

Entscheide sind einsehbar

Und hier noch ein Hinweis für den «Eidgenoss» und weitere Interessierte: Die erwähnten Entscheide des Gemeinderats sind allesamt für jede Matzendörferin und jeden Matzendörfer einsehbar, sei es direkt auf der Gemeindeverwaltung oder via Internet. Dem vom «Eidgenoss» verlangten Öffentlichkeitsprinzip wird also nachgelebt.

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