Wolfwil

Steigt dieses Jahr der letzte Gäuer Fasnachtsumzug?

Am 2017 in Neuendorf durchgeführten Fasnachtsumzug feierte der Fara sein 40-jähriges Bestehen.rfo

Am 2017 in Neuendorf durchgeführten Fasnachtsumzug feierte der Fara sein 40-jähriges Bestehen.rfo

Der grosse Gäuer Fasnachtsumzug findet am kommenden Sonntag mit 27 Sujets im Aaregäu statt. Vielleicht letztmals mit Beteiligung aus Neuendorf.

Am Donnerstag hat das lange Warten auf die fünfte Jahreszeit auch für die Gäuer Fasnächtler ein Ende. Den Auftakt bildet in vielen Gemeinden die Chesselte, gefolgt von Maskenbällen oder der Beizenfasnacht, an welchem in Schnitzelbänken närrisch Rückschau gehalten wird.

Den Schnitzelbankschreibern gleich tun es an den Fasnachtsumzügen jeweils auch die Wagenbauer, in dem sie aktuelle Themen auf originelle Weise umsetzen. Gespannt sein darf man deshalb auf den diesjährigen Gäuer Umzug, der jeweils am Fasnachtssonntag alternierend in Neuendorf und Wolfwil über die Bühne geht.

Dieses Jahr ist das Aaregäu am Zug mit der Ausrichtung des Fasnachtsumzugs, wie Willi Kissling von der Fasnachtsgesellschaft (FG) Wolfwil voller Vorfreude bemerkt. Angemeldet sind 27 Sujets mit über 500 Teilnehmern. Gleich mit 10 Sujets vertreten sind die Bäsewiler, wie die Wolfwiler Narren an der Fasnacht genannt werden.

Mit dabei sind ferner Teilnehmer aus Neuendorf, Egerkingen, Härkingen, Kestenholz, Niederbuchsiten, Gunzgen und Kappel. Für eine Bereicherung sorgen Oberaargauer Gruppen aus Wynau, Wangen an der Aare, Walliswil bei Wangen an der Aare und aus Wiedlisbach.

Besorgte Fasnächtler im Aaregäu

Eröffnet wird der Umzug am kommenden Sonntag um 13.30 Uhr bei der «Eintracht» von drei Gruppen aus Neuendorf. FG-Präsident Kissling macht sich Sorgen, dass dies der letzte Umzug mit Neuendörfer Beteiligung sein könnte. Aus Fasnachtskreisen habe er gehört, der Fasnachtsrat (Fara) Neuendorf werde nach der Fasnacht seine Aktivitäten einstellen. «Für uns wäre das ein harter Schlag, wir müssten uns nach anderen Austragungsorten für den Fasnachtsumzug umschauen, wie etwa Fulenbach oder Kappel». Wirkliche Alternativen seien das verglichen mit der aktuellen Form aber nicht, so Kissling.

Die Neuendörfer Fara-Präsidentin Kathrin von Arx hofft, dass es nicht so weit kommen wird. Allerdings sei es richtig, dass der fünfköpfige Vorstand des Fara beschlossen habe, nach der diesjährigen Fasnacht gemeinsam sein Amt niederzulegen. Das heisse aber nicht, dass danach auch die Neuendörfer Fasnacht Geschichte sei. «Wir wollen die im Dorf gut verankerte Fasnachtskultur auf keinen Fall einfach aufgeben, sondern mit unserem gemeinsamen Abgang neuen Kräften Platz machen. Man muss auch loslassen können, um für etwas Neues Platz zu machen», so Kathrin von Arx.

Fara bleibt als Verein erhalten

Nicht infrage gestellt werde der Fara als Verein mit dem Rücktritt des Vorstands, betont Kathrin von Arx. «Wir werden uns auch weiterhin im Verein für die Fasnacht einsetzen und allfällige Nachfolger mit Rat und Tat unterstützen». Dies mit dem gemeinsamen Ziel, die in den letzen zehn Jahren vom Fara geschaffene Konstanz in der Fasnacht zu erhalten und vielleicht sogar mit neuen Elementen attraktiver zu machen.

«Neue Ideen und frisches Blut könnten neuen Schwung in die Fasnacht im Dorf bringen», zeigt sich Kathrin von Arx überzeugt. Als wichtig erachte der scheidende Fara, dass im Jahr 2019 der Fasnachtsumzug wieder in Neuendorf über die Bühne gehen könne. Erhaltenswert sei ferner die bei der Bevölkerung sehr beliebte Beizenfasnacht. Dafür lohne es sich zu kämpfen, so die Fara-Präsidentin.

«Wir hoffen, mit diesem radikalen Schritt Leute im Dorf dazu bewegen zu können, sich für die Fasnacht einzusetzen». Nun freue sie aber auf die morgen Donnerstag mit der Chesslete beginnende Fasnacht 2018. Diese werde der Fara noch einmal im gewohnten Stil durchziehen und hoffentlich dafür sorgen, dass der Schlachtruf der Neuendörfer Fasnacht «Guru Guru», auch im kommenden Jahr wieder ertöne. Sie glaube fest an die Neuendörfer Fasnacht und deren Zukunft, bemerkt von Arx.

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