Neuendorf

Steigende Einwohnerzahl: Infrastruktur könnte an Grenzen stossen

10 Mehrfamilienhäuser mit 67 Wohnungen soll die Überbauung Banacker im Endausbau umfassen. In einer ersten Etappe werden vorerst sieben Mehrfamilienhäuser realisiert.

10 Mehrfamilienhäuser mit 67 Wohnungen soll die Überbauung Banacker im Endausbau umfassen. In einer ersten Etappe werden vorerst sieben Mehrfamilienhäuser realisiert.

Steuerausfälle in Neuendorf sorgen für finanzielle Schwierigkeiten. Auch hinsichtlich der Infrastruktur könnte es kritisch werden: Nach der Grossüberbauung Banacker ist ein neues Projekt mit fünf Mehrfamilienhäusern in Planung.

Wegen der massiven Steuerausfälle bei den juristischen Personen wird sich die Einwohnergemeinde Neuendorf in den nächsten Jahren in finanzieller Hinsicht auf dünnem Eis bewegen. Daran ändert auch die jüngst beschlossene Steuererhöhung um 5 Prozentpunkte auf 105 Prozent nichts. Gemeindepräsident Rolf Kissling kündigte gar eine weitere Steuererhöhung an, um den Finanzhaushalt wieder in den Griff zu bekommen.

An ihre Grenzen stossen könnte die Gemeinde auch schon bald bei der Infrastruktur, insbesondere im Bereich Kindergarten und Schule. Die Einwohnerzahl dürfte nämlich in den nächsten Jahren um etwa 250 auf rund 2300 Personen ansteigen.

100 neue Wohnungen

Ausgelöst wird dieses Wachstum durch zwei Grossprojekte mit insgesamt rund 100 neuen Wohnungen. Eines der beiden Projekte ist die Überbauung Banacker, wo die UBS-Pensionskasse für 21 Mio. Franken auf einer Fläche von 1,2 Hektaren 10 Mehrfamilienhäuser mit 67 Wohnungen realisieren will. Die Arbeiten für die erste Etappe mit sieben Mehrfamilienhäusern wurden kürzlich aufgenommen. Zu diesem Bauplatz kam die UBS-Pensionskasse, weil ihr die Erbengemeinschaft Hans Heim das Land veräussert hatte.

Inzwischen ist an der Dorfstrasse ein weiteres Projekt mit fünf Mehrfamilienhäusern mit 44 Wohnungen in Planung. Das Areal, wo die Mehrfamilienhäuser zu stehen kommen sollen, hat eine Grösse von 6900 Quadratmetern und besteht aus zwei Parzellen. Der vorgesehene Bauplatz erstreckt sich ab dem Grundstück Dorfstrasse 32 rund 100 Meter bis an die Grundstücksgrenze der Liegenschaft Dorfstrasse 44. Die dazwischen befindliche Liegenschaft Dorfstrasse 38 wird abgerissen. Die Ausdehnung des Areals ab der Dorfstrasse in Richtung Süden bewegt sich zwischen 45 und 70 Meter.

Projekt Dorfstrasse: Hier sollen fünf Mehrfamilienhäuser mit 44 Wohnungen entstehen. Das Haus links wird abgerissen.

Projekt Dorfstrasse: Hier sollen fünf Mehrfamilienhäuser mit 44 Wohnungen entstehen. Das Haus links wird abgerissen.

Durchschnittlicher Standard

Michael Fischer vom Planungsbüro Ducksch + Anliker Architekten AG in Zürich bestätigt, dass derzeit ein Gestaltungsplan für das Projekt in Arbeit sei. «Im Moment warten wir auf eine Rückmeldung des Kantons», so Fischer. Diese werde sich aber wegen der Sommerferien wohl noch etwas hinziehen. Zum Investitionsvolumen wollte sich Fischer nicht äussern, erwähnte aber, dass das Projekt schon weit fortgeschritten sei. Geplant ist ein Mix von 21/2- bis 41/2-Zimmer-Wohnungen. Den Ausbaustand der Wohnungen bezeichnet Fischer als durchschnittlich und auch die Mietzinse sollen sich auf dem ortsüblichen Niveau bewegen.

Gesichert scheint die Finanzierung. Ein Konzept zur Vermarktung der Wohnungen sei in Vorbereitung. Bedeckt hielt sich Fischer bezüglich der Bauherrschaft. Er sei aber durchaus möglich, dass diese ebenso aus der Region stamme, wie die Bauleitung bei der Umsetzung des Projekts. Die letzte Äusserung machte Fischer mit Blick auf den Hauptsitz des Planungsbüros Ducksch + Anliker Architekten AG, der sich in Langenthal befindet.

Ende Jahr bewilligungsreif

Die Planer gehen davon aus, dass der vom Regierungsrat bewilligte Gestaltungsplan bis etwa im Dezember vorliegen wird. Parallel oder zeitlich etwas versetzt wird auch mit der Auflage des Baugesuches gerechnet.

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