Wolfwil

Statt den Schuppen saniert einen Neubau realisiert

Beim Augenschein wurden auch die Masse des neu erstellten Holzhauses überprüft.

Beim Augenschein wurden auch die Masse des neu erstellten Holzhauses überprüft.

Eine Delegation des Solothurner Verwaltungsgerichts besichtigte an der Waldegg 2a einen gemäss bewilligtem Baugesuch sanierten Schuppen. Am selben Standort steht nun aber ein chaletartiger Neubau.

Am Dienstagnachmittag begab sich eine Delegation des Solothurner Verwaltungsgerichts an die Waldegg 2a in Wolfwil, um dort die angebliche Sanierung eines alten Schuppens für die Einlagerung von Brennholz zu begutachten. Verwaltungsgerichtspräsident Beat Stöckli begrüsste zum Augenschein den vormaligen Besitzer der Liegenschaft und Beschwerdeführer sowie den neuen Eigentümer. Ebenfalls anwesend waren Vertreter des Wolfwiler Baukommission sowie zwei mit dem Fall vertraute Sachbearbeiter des Bau- und Justizdepartementes (BJD).

Zur Beschwerde war es gekommen, weil die Wolfwiler Baukommission wegen Überschreitung der im Baugesuch aufgeführten Abmessungen und wegen des unnötigen hohen Ausbaustandards ein neues Baugesuch verlangt hatte. Im Baugesuch vom 11. August 2009 sei lediglich eine sanfte Sanierung der bestehenden Substanz bewilligt worden, erwähnten Vertreter des BJD dazu.

Das nachgebesserte Baugesuch reichte die Wolfwiler Baukommission am 5. Mai 2011 postwendend an den Kanton weiter. Gegen den in der Folge vom BJD verfügten Rückbau des Gebäudes reichte der ehemalige Besitzer der Liegenschaft Beschwerde ein, welche seither hängig ist.

Grösser als im ersten Baugesuch

Bei der Besichtigung der einstigen Riegelkonstruktion wurde festgestellt, dass diese in ihrer alten Form nicht mehr existiert und dass die am selben Standort neu erstellte Holzkonstruktion deutlich grösser als im ersten Baugesuch deklariert ausgefallen ist. So wuchs der vormals 4 Meter breite und 6,5 Meter lange Grundriss des Gebäudes gemäss Gesuch auf der Nordseite um 2,5 Meter.

Unter die nun quadratische Grundfläche des Neubaus war vorgängig ein Fundament mit einer 30 Zentimeter starken Isolationsschicht eingebaut worden. Ebenfalls eingebaut wurden damals Abwasserrohre für Dachentwässerung, welche in einen Sickerschacht münden sollen, wie der Bauherr versicherte. Zur Verlängerung des Betonfundamentes um 2,5 Meter führte er weiter ins Feld, dass sie alte Betonplatte in der Mitte gespalten gewesen sei und deshalb habe ersetzt werden müssen.

Nicht baugesuchskonform ausgefallen ist ferner die Höhe des Holzhäuschens, welches 5,3 Meter statt wie im Baugesuch 4,5 Meter hoch ist. Dazu kommen auf der Nord- und auf der Südseite jeweils zwei unter dem First eingebaute Fenster. Durch die Anhebung des Dachstuhls konnte im Innern des Hauses zudem die zweite Etage mit einem ebenfalls nicht im Baugesuch enthaltenen Treppenaufgang begehbar gemacht werden. Der Bauherr erklärte dazu, dass die Überhöhe des Hauses auch auf das neue Fundament und auf die darauf platzierte Balkenlage zurückzuführen sei.

Hinweise auf wohnähnliche Nutzung

Auf eine andere, sprich wohnähnliche Nutzung, als im Baugesuch ausgeführt deutet ferner die Isolation des Daches und der Seitenwände mit 20 respektive 30 Zentimeter starken Dämmschichten hin, wie am Augenschein erwähnt wurde. Der noch nicht ausgeführte Stromanschluss wurde im Gegensatz zu einer Wasserzuleitung als normale Infrastruktur für einen Schopf zur Lagerung von Brennholz eingestuft.

Erwähnt wurde ferner, dass gemäss kantonaler Gesetzgebung eine Vergrösserung des Bauvolumens bei Um- oder Ersatzbauten um 30 Prozent erlaubt sei. Im Fall Wolfwil wurde dieser Prozentsatz aber deutlich überschritten, wie das BJD gestern auf Anfrage erklärte.

Das Verwaltungsgericht wird nun darüber zu befinden haben, ob das Haus auf die gemäss Baugesuch bewilligten Abmessungen rückgebaut werden muss. Das Urteil wird den nächsten Wochen erwartet.

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