Schon seit vielen Jahren werden sie in Kestenholz als die drei schönsten Tage im Jahreslauf bezeichnet, aber was Petrus an diesem Wochenende der Dorfchilbi beschert hat, war auch meteorologisch unübertrefflich. Es waren die drei wohl prächtigsten aufeinanderfolgenden Tage seit vielen Monaten, mit viel Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen.

Entsprechend zahlreich bevölkerten die kleinen und grossen Chilbibesucherinnen und -besucher – darunter auffallend viele aus den Nachbardörfern – die verkehrsbefreite Gäustrasse und verwandelten diese in eine bunte und friedliche Festmeile.

Bunte und friedliche Festmeile

Zufriedene und lachende Gesichter ringsherum, insbesondere auch bei den Betreibern der 15 Stübli und Festbeizli, die sich der Strasse entlang reihten und wie jedes Jahr mit viel Liebe zum Detail herausgeputzt waren. Praktisch überall hiess es: viel mehr Kundschaft und entsprechend auch mehr Umsatz als letztes Jahr; mehr als einmal mussten die Verantwortlichen für Nachschub an Ess- und Trinkbarem sorgen, durchaus auch mitten in der Nacht.

Ob Poletflügeli, Pilzpastetli, Süsses, Rösti, Käseschnitten, Steaks, Frischgebackenes, Würste, Gyros, Pizza oder Pasta – kulinarisch kamen alle auf ihre Kosten, sowohl Fleisch- wie auch Fischliebhaber. Auch die Freunde der vegetarischen Kost fanden reichliche Auswahl. Einzig frische Salate waren nirgends zu finden, aber sonst musste sich fürwahr drei Tage Zeit nehmen, wer sich durchs gesamte kulinarische Grossangebot durchessen wollte.

Musik bringt Stimmung

Neben Gaumen- gabs auch viel Ohrenschmaus. Nach dem originell-mitreissenden Eröffnungskonzert durch den Kestenholzer Primarschülerchor gabs sanftere Töne durch die extra aus Deutschland angereiste Popband Soundwert, in der Bierschwemme sorgte das Duo Voralpen-Power für Schunkelstimmung, und in der Piratenbar liessen die verschiedenen Jubla-DJs mit ihren Sets die Grundfesten der altehrwürdigen Pfarreihaus-Scheune erzittern.

Umzug und Monsterkonzert

Der Samstag stand im Zeichen des lautstarken Umzuges der einheimischen Guggenmusig, der um neun Uhr Abends im traditionellen Monsterkonzert gipfelte. Hierauf präsentierten sich die Bands All Included und Michel Live mit ganz unterschiedlichem Sound ihrem begeisterten Publikum. Für beide Formationen war es nicht der erste Auftritt an der St. Ursenchilbi; ihr Debut in Kestenholz dagegen gaben die Aargauer Coverrocker von Realsilk, die auf der Strasse und in den Stübli mit bekannten 60er- und 70er-Jahre-Rhythmen den Chilbibesuchern einheizten.

Vielfältiges Programm

Traditionell setzen die Organisatoren neben breiten musikalischen und gastronomischen Angeboten auch auf breit gefächerte Kinderanimation, Gaukler und Strassenkünstler.

Zum zweiten Mal zogen die einheimischen Clownfrauen Emili und Fridi mit ihrer Wohl-und-Fühloase mitten auf der Gäustrasse ihr gutgelauntes Publikum mit Sprüchen und Schabernack in ihren Bann. Und auch der magische Clown hatte die Lacher und Stauner während zweier Tage auf seiner Seite.

Wer ruhigere Momente suchte, fand diese im Kafistübli oder an den Spielständen und ganz besonders an der Ausstellung «Generationen-Inspiration», die im Pfarreiheim eine interessante Auswahl aus Bilden, Fotografien und Kunsthandwerk von Ruedi, Thomas und der vor zehn Jahren verstorbenen Ursi Sorg zeigt. Diese Ausstellung ist noch bis morgen Dienstag zu sehen.

Eine aussergewöhnlich vielfältige und friedliche Dorfchilbi ging am Sonntagabend in Kestenholz zu Ende. OK-Präsident Beat Bobst hatte es schon bei seiner Eröffnungsansprache am Freitagabend angekündigt: Hier in Kestenholz findet eines der «schönsten und echtesten» Volksfeste weit und breit statt. Er sollte recht behalten.