Kapelle St. Stephan
St.-Stephans-Kapelle in Neuendorf wird innen für 37000 Franken renoviert

Die Innenräume der rund 500 Jahre alten Kapelle werden in den nächsten Wochen saniert und das Inventar aufgefrischt. Die gerne für Hochzeiten und Taufen genutzte St.-Stephan-Kapelle bleibt deshalb vom 18. August bis anfangs November geschlossen.

Erwin von Arb
Drucken
Teilen
Die St.-Stephan-Kapelle steht unter Denkmalschutz.

Die St.-Stephan-Kapelle steht unter Denkmalschutz.

Erwin von Arb

Die schmucke Kapelle St. Stephan in Neuendorf wird in den kommenden Wochen einer umfassenden Innenrenovation unterzogen und bleibt deshalb ab 18. August bis zirka anfangs November geschlossen. Nötig wurden diese Arbeiten, weil an den Wänden immer grössere Stellen auftraten, an welchen die Farbe bis auf den Grundputz abblätterte. Erste derartige Schäden wurden bereits vor rund drei Jahren festgestellt, wie Kirchgemeindepräsident Josef Zeltner bei einem Rundgang durch die Kapelle erwähnt.

Der Kirchenrat habe sich in der Folge intensiv mit diesem Problem auseinandergesetzt und schliesslich vor einem Jahr eine Expertise machen lassen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Dabei habe sich gezeigt, dass der Farbanstrich an den Innenwänden nicht wasserdampfdiffusionsfähig sei und deshalb die im Mauerwerk vorhandene Feuchtigkeit nicht austreten könne. Der Experte sei zum Schluss gekommen, dass dies der Grund für die Schäden sei, so Zeltner.

Denkmalpflege begleitet Renovation

Stefan Blank von der kantonalen Denkmalpflege, welche bei der Planung der Renovation der Kapelle St. Stephan vom Kirchgemeinderat beigezogen worden war, spricht von einer nicht geeigneten Farbe, welche gemäss Expertise vor rund 30 Jahren aufgetragen worden sei. Dabei handle es sich um Dispersion. Um die «Atmungsfähigkeit» des Mauerwerks wieder herzustellen, muss nun eine 2 bis 3 Millimeter dicke Schicht des Putzes mechanisch abgefräst werden. Anschliessend wird ein neuer Putz aufgetragen und mit einer Farbe auf Kalkbasis gestrichen. Danach sei die für Bruchsteinmauerwerk wichtige Wasserdampfdiffusionsfähigkeit wieder gewährleistet, so Blank.

Der Kantonale Denkmalpfleger begrüsst, dass im Zuge der Renovationsarbeiten auch der Altar und die 14 Bilder in der Kapelle einer Auffrischung unterzogen werden. Die Bilder, welche den Kreuzgang Jesu zeigen, stammen von der Dorfkirche und wurden etwa vor 30 Jahren in der St.-Stephans-Kapelle aufgehängt. Der barocke Altar aus Holz dürfte rund 200 Jahre jünger sein als die vom Kanton als spätgotischer Sakralbau beschriebene Kapelle. Gemäss der im Jahr 1987 herausgebenden Dorfbroschüre von Neuendorf soll das Kirchlein im Mülacker 1513 oder 1516 erbaut worden sein.

Die Auffrischung des Altars und der Bilder wird auf Empfehlung der kantonalen Denkmalpflege vom Konservator Daniel Derron aus Luterbach vorgenommen. «Dafür beteiligen wir uns auch finanziell an der Renovation», bemerkt Blank. Der Beitrag des Kantons macht in der Regel etwa 10 bis 20 Prozent der Gesamtsumme aus.

Elektroheizung wird versetzt

Für die Renovation der St.-Stephan-Kapelle stehen 37 000 Franken zur Verfügung. Der entsprechende Kredit wurde von Kirchgemeindeversammlung im Juni dieses Jahres bewilligt. Neben den erwähnten Arbeiten werden in den kommenden Wochen auch die zwei Elektrospeicheröfen in der Kapelle aus den in die Mauer eingebauten Nischen entfernt.

Diese ungünstige Platzierung hat zur Folge, dass sich die durch die aufsteigende Wärme an den Wänden Kondenswasser bildet, welches in der Folge den Staub bindet. Unschöne schwarze Spuren oberhalb der Nischen sind die sichtbaren Spuren davon. «Mit der Umplatzierung der Öfen wird nicht nur diesem Mechanismus ein Ende bereitet, sondern auch viel Energie gespart», sagt Ivo Bertola als Bauverantwortlicher des Kirchenrates.

Gemäss Bertola erfolgt der Beginn der Arbeiten in der St.-Stephans-Kapelle ab 18. August mit dem Ausbau des Mobiliars. Entfernt werden auch die 14 erwähnten Bilder vom Kreuzweg sowie die drei Figuren auf dem Altar. Davon sind übrigens nur deren zwei echte Originale. Die Figur, die in der Mitte thront, der heilige St. Stephan und Namengeber der Kapelle ist eine Nachbildung, was beim zweiten Blick sofort erkennbar ist. Die Originalfigur wurde vor rund 25 Jahren gestohlen und ist dann nie mehr aufgetaucht.

Beliebt für Trauungen und Taufen

Ab 1. September wird dann nach entsprechenden Vorarbeiten mit dem Abfräsen des alten Putzes begonnen. Die Arbeiten im Innern der Kapelle St. Stephan dauern voraussichtlich bis anfangs November. «Vielleicht werden wir früher fertig, je nachdem, wie die Arbeiten vorankommen», sagt Kirchgemeindepräsident Josef Zeltner.

In der St.-Stephan-Kapelle wird wöchentlich mindestens ein Gottesdienst abgehalten, wie Gemeindeleiterin Beatrice Emmenegger erklärt. Beliebt sei das Kirchlein für Taufen und Trauungen, auch bei Auswärtigen. «Wir haben oft Anfragen von Leuten, die die Kapelle beim Velofahren oder Wandern entdeckt haben», so die Pfarreileiterin. So wie jenes Hochzeitspaar, das sich heute Samstagnachmittag in der Kapelle in Neuendorf das Ja-Wort geben wird.