Der 64-jährige Solothurner erholte sich nicht mehr von seinem Hirnschlag, den er im Dezember erlitten hatte. Die traurige Nachricht erreichte die Reitszene am Dienstagmorgen an der Medienkonferenz des CSI Zürich.

Der Oensinger Pius Schwizer, Spitzenspringreiter und Freund Melligers, sagte gegenüber dem Regionalsender «TeleM1»: «Das ist eine sehr schwierige Situation.» Viele Reiter hätten Melliger gekannt, mit ihm trainiert. «Er war ja fast mein Nachbar in Neuendorf.»

«Willi Melliger war sehr beliebt»

Mit seinen grossen Erfolgen mit seinem Wallach Calvaro begeisterte er in den 90er-Jahren die Schweiz. 1996  gewann er in Atlanta Olympia-Silber, vier Jahre später in Sidney mit der Equipe wiederum Silber. Hinzukommen insgesamt 13 EM-Medaillen.

Auch nach seinem Rücktritt 2010 leistete er viel für den Schweizer Reitsport. Vor einem Jahr, kurz nachdem er einen Herzinfarkt überstanden hatte, ehrte man den dreifachen Familienvater für seinen grossen Einsatz für den Springreit-Nachwuchs.

Seine Art, seine Verdienste vergisst man in der Reitszene nicht. Schwizer: «Er hatte sehr grosse Ahnung von Pferden, vom Sport. Als Trainer war er sehr beliebt. Sehr streng, aber man lernte viel von ihm.» Melliger sei ein geselliger Mensch gewesen, sagte Schwizer, der oft mit dem Neuendorfer an Nationenpreisen angetreten war. «War Willi Melliger mit dabei, wurde es nie langweilig.»