Der Industrie- und Handelsverein Thal-Gäu-Bipperamt organisiert regelmässig Firmenanlässe, wo seine Mitglieder die Gelegenheit erhalten, ein Unternehmen aus nächster Nähe zu betrachten und Informationen aus erster Hand zu erhalten. Dieses Mal galt der Besuch der Spirig Pharma AG in Egerkingen.

Beat Sägesser, der Geschäftsführer der Sprig, amtete persönlich als Gastgeber. In Vordergrund stand allerdings weniger der Blick in die Produktionsstätte. Vorrangiges Thema war vielmehr die Zukunft des Egerkinger Unternehmens, nachdem die Galderma mit Hauptsitz in Lausanne die Spirig Pharma AG übernommen hat (wir berichteten).

Gäu wird zum Kompetenzzentrum

Es bleibe alles hier und Neues komme hinzu, hielt CEO Beat Sägesser grundsätzlich fest. «Galderma übernahm das Know-how samt den Leuten, die darüber verfügen – und will es weiterentwickeln», versicherte er. Der Standort Egerkingen werde auf drei Säulen ruhen, der Herstellung der Spirig-Produkte und dem Marketing für die ganze Schweiz. Zudem werde er ausgebaut zum «Center of Excellence» für den Bereich «self medication». Das heisst, im Gäuer Dorf wird jenes Kompetenzzentrum angesiedelt, das die Sparte der Selbstmedikation innerhalb des ganzen Konzerns weltweit betreut.

Um die Umstände zu erklären, erinnerte Sägesser an die Geschichte des Unternehmens. Es wurde 1948 von Hugo Spirig in der Oltner Kreuz-Apotheke gegründet. Spirig hatte für seine Doktorarbeit in Pharmazie untersucht, über welche Salben Arzneimittel am besten von der Haut aufgenommen werden. Diesen Wissensvorsprung nutzte er erfolgreich. 1969 siedelte die Spirig an den Froschacker nach Egerkingen über, 1974 wurde sie eine Aktiengesellschaft und 1984 kaufte das Management die Firma. Mit 100 Mio. Franken Umsatz war 2000 die Spirig der Marktleader in der Schweiz im Bereich Dermatologie. Den entscheidenden Wechsel nahm sie im Jahre 2010 vor, als sich die Spirig neu ausrichtete. Sie verkaufte anschliessend das Generika-Segment Spirig Health Care und fokussierte ihre Geschäftstätigkeit auf die Haut.

Branche im Umbruch

Die Arzneimittelbranche ist mit zwei Entwicklungen konfrontiert. Nach Ablauf des Patentschutzes kostet ein Generikum gewöhnlich 10 Prozent des alten Preises; da ist das Originalpräparat kaum noch zu verkaufen. Neue Produkte zu entwickeln, dauert lange und ist teuer. Andererseits nimmt der Bereich der Selbstmedikation zu; immer mehr Produkte werden über die Apotheken und Drogerien bezogen.

Weltweites Netz nutzen

Spirig suchte deshalb einen starken Partner, um die finanzielle Kraft zur Entwicklung neuer Produkte zu haben und im Markt der Selbstmedikation wachsen zu können. Galderma gehört den Multis Nestlé und L’Oréal, verfügt also über die Finanzmittel für Innovationen. Auch ist der Lausanner Konzern in 70 Ländern präsent, Spirig wird sein weltweites Vertriebsnetz nutzen können. Als Partner passt Galderma, die beispielsweise einen Stift gegen Akne verkauft, gut zur Spirig Pharma AG mit ihrer Daylong-Sonnencreme sowie Mitteln zur Prävention und Therapie von hellem Hautkrebs.

Rekrutierungstool für Fachkräfte

Der Direktor der Solothurner Handelskammer, Roland Fürst, stellte das Internet-Portal «TalentMatch» vor. Stellensuchende können dort ihre «Skills» (Kompetenzen) wie Studien- und Berufsabschlüsse, Weiterbildungen sowie spezifische Erfahrungen in Fach- und Einsatzgebieten eingeben.

Zudem können sie die gewünschte Branche und das Pensum weiter präzisieren. Gleichzeitig können Firmen, die einen Job zu vergeben haben, die Stelle ausschreiben. Das Programm vergleicht die Jobangebote mit den Profilen der Stellensuchenden und bringt beide zusammen. TalentMatch ist ein Projekt der Solothurner Handelskammer, das im Rahmen der neuen Regionalpolitik von Bund und Kanton Solothurn mit je einem Drittel unterstützt wird. Projektleiter ist Roland A. Simonet von der Handelskammer.

Infos: www.solothurn-jobs.ch