Wolfwil

Spielend lernen zwischen Hof und Stall

Ob bei Schnee, Regen oder Sonne: Michaela Ackermann (Mitte, hinten) zeigt den Kindern ihrer Bauernhofspielgruppe «Mama Muuuh»die Hoftiere.

Ob bei Schnee, Regen oder Sonne: Michaela Ackermann (Mitte, hinten) zeigt den Kindern ihrer Bauernhofspielgruppe «Mama Muuuh»die Hoftiere.

Seit sechs Jahren bereits leitet Michaela Ackermann ihre Bauernhofspielgruppe «Mama Muuuh».

Der April macht ja bekanntlich, was er will. Doch den Kindern der Bauernhofspielgruppe «Mama Muuuh» in Wolfwil macht das kaum etwas aus: Auch am überraschend verschneiten Aprilmorgen traben die zwölf angemeldeten Kinder um 8.30 Uhr in kompletter Wintermontur auf den Hof von Michaela und Martin Ackermann an. Die Freude ist den Kindern ins Gesicht geschrieben, denn sie wissen, dass sie sich in den nächsten zwei Stunden im Garten des Hofs austoben dürfen: Wachteleier suchen, Enten halten, Kühe und Kälber streicheln, auf Strohrutschen sitzen sowie basteln und vor allem gemeinsam spielen. «Am Anfang des Semesters kommen sie gerne mit zu den Hühnern und Wachteln. Doch je besser die Kinder sich untereinander kennenlernen, desto mehr spielen sie miteinander. Die Hühner interessieren dann keinen mehr», sagt die Spielgruppenleiterin lachend.

An jenem Morgen verzierten die Kinder «Guetzli» mit Zuckerlasur und Dekoration.

An jenem Morgen verzierten die Kinder «Guetzli» mit Zuckerlasur und Dekoration.

Die Natur kennenlernen

Vor rund sechs Jahren startete die gelernte Agraringenieurin aus Südböhmen die Spielgruppe. «Es ist alles natürlich entstanden, aus dem, was wir bereits hatten», erklärt Michaela Ackermann. Dank ihren eigenen drei kleinen Kindern sei die nötige Infrastruktur, wie Spielsachen und Sitzplätze, für eine Spielgruppe bereits vorhanden gewesen. Auf die Idee habe sie die Waldspielgruppe gebracht, die ihre eigenen Kinder damals besuchten. Zwei Jahre lang habe sie dort ausgeholfen, bevor sie eine Weiterbildung zur Spielgruppenleiterin machte und gemeinsam mit einer Freundin ihre Bauernhofspielgruppe gründete. «Im April 2013 haben wir uns entschieden, dass wir das machen. Danach ging alles zack zack», erinnert sich die Leiterin zurück. Bereits im selben Jahr gab es Anmeldungen für die Spielgruppe, die damals zwei Mal wöchentlich stattfand. Heute betreut die Leiterin wöchentlich 30 Kinder zwischen drei und fünf Jahren aus den umliegenden Gemeinden. Jeweils montags, dienstags und donnerstags leitet sie die Kinder gruppenweise gemeinsam mit ebenso naturgebundenen Helferinnen. Zweieinhalb Stunden lang wird gemeinsam draussen gespielt, gekocht und gebastelt. «Aber nicht einfach mit Papier und Schere», ergänzt Michaela Ackermann, «sondern mit Naturmaterialien.»

Die Kinder sollen in der Bauernhofspielgruppe einen Bezug zur Natur sowie ein Gespür für Tiere entwickeln. Laut Ackermann geniessen sie ausserdem mehr Freiraum als in normalen Innenspielgruppen, was zu Beginn nicht immer einfach sei. «Hier ist alles gross und offen. Das macht einigen zunächst etwas Angst und es dauert länger, bis sie sich an die Spielgruppe gewöhnen», erklärt sie. «Sie fühlen sich aber sehr wohl hier und kommen gerne.» Um das Wohl der Kinder kümmere sich indirekt auch Ehemann und Bauer Martin Ackermann. Jedoch mehr im Hintergrund. «Er schaut zu den Feldern, zum Stall und zu den Tieren», sagt die Leiterin. «Ohne ihn würde es also nicht gehen.»

Tag der offenen Stalltüre

Am 11. Mai lädt die Spielgruppenleiterin zum «Tag der offenen Stalltüre» ein. Dieser biete interessierten Grosseltern und Eltern Gelegenheit, sich den Hof anzuschauen, vor oder nach der Anmeldung ihres Kindes. Auch Ehemaligen stehe die Stalltüre offen: «Sie kommen immer wieder gerne zurück und schauen, was sich seit ihrer Spielgruppenzeit getan hat», sagt Ackermann.

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