Matzendorf
Spezielle Förderung – doch zu welchem Preis?

Jedes Kind hat Anspruch auf eine angemessene Bildung. Aber wie weit soll das gehen? Damit befasste sich der Gemeinderat von Matzendorf.

Jenny Frey
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Das Areal Primar- und Kreisschulhaus Matzendorf (Archiv)

Das Areal Primar- und Kreisschulhaus Matzendorf (Archiv)

Alois Winiger

Was, wenn durch die spezielle Förderung die anderen zu kurz kommen oder das Lehrpersonal gar überfordert wird? Kompetent und ausführlich stellte die Schulleiterin Eveline Hänggi dem Gemeinderat den Jahresbericht vor und gab zugleich Einblicke in das Schulprogramm für das neue Schuljahr.

Plätze für Mittagstisch gesucht

Im vergangenen Jahr verlief alles nach Plan, berichtete die Schulleiterin. Dies bestätigte denn auch die durchgeführte externe Schulevaluation: Alle Ampeln stehen auf grün. Auch im Personalwesen sei es etwas ruhiger geworden. Es habe weniger Wechsel bei den Lehrpersonen gegeben. Auch bei der speziellen Förderung habe sich ein normaler Alltag eingestellt. Dies gebe den Klassenlehrpersonen viel Sicherheit. Bei der Früheinführung von Fremdsprachen habe sich eine gute Dynamik entwickelt.

Die Kinder würden vieles schneller vernetzen und miteinander vergleichen. Sie würden zudem auch viel lockerer an fremdsprachige Texte herangehen. Die Lehrpersonen seien zurzeit daran, die eigenen Sprachfertigkeiten weiter auszubauen. Dieses Jahr hätten zudem auch schulinterne Weiterbildungskurse stattgefunden, wie bspw. Nothilfekurse. Die Schulanlässe hätten sich ebenfalls im normalen Rahmen bewegt.

Mit Stolz weist Eveline Hänggi auch darauf hin, dass der Pausenplatz nun fertig gestaltet sei. Die Kinderzahl sei zudem konstant geblieben. Für die nächsten Jahre erhofft man sich vor allem Konstanz. Für den Mittagstisch hoffe man noch auf ein paar private Adressen, wo Schulkinder für das Mittagessen aufgenommen werden könnten. Für die Hausaufgabenhilfe habe man einige Interessierte ausfindig gemacht, es könne aber noch Verstärkung gebraucht werden.

Logopädie bringt Mehrkosten

In Matzendorf wurden letztes Jahr 23 Lektionen mit Förderungspersonen durchgeführt. Kinder werden bei Bedarf durch spezialisiertes Personal direkt in der Klasse betreut, dies zusätzlich zur üblichen Betreuung durch den Klassenlehrer. Dies sei alles schön und gut, aber sehr teuer, findet der Gemeinderat. Dies vor allem deshalb auch, weil der Kantonsrat im Juni diesen Jahres einer Finanzierungsänderung zugestimmt hat, wonach die Kleinklassen neu vom Kanton finanziert werden, dagegen aber die Logopäden neu von den Gemeinden zu finanzieren sind. Diese Praxisänderung führt jedoch zu erheblichen Mehrkosten.

Im Gemeinderat ist man sich darin einig, dass die Kinder bestmöglich gebildet werden müssen. Auch die Schulleiterin Eveline Hänggi betont, dass eine Kürzung des Förderungsunterrichts nur eine Verschlechterung der Lehrqualität zur Folge hätte. Ohne Unterstützung der Förderungspersonen würden die Klassenlehrerinnen und -lehrer klar an ihre Grenzen stossen. Deshalb genehmigt der Gemeinderat einen entsprechenden Betrag für das Budget 2015, will aber auch etwas Druck machen, dass die Kosten nicht weiter steigen werden.