Langenbruck
Sperrung von Waldenburg trübt Geschäftsgang von Solarbob erheblich

Wegen der Sperrung der Waldenburger Hauptstrasse finden immer weniger Ferienreisende den Weg zur Solarbob-Bahn von Peter Hammer in Langenbruck. Hammer befürchtet hohe Einbussen, wenn der Kanton Basel-Landschaft die Umleitung nicht besser beschildere.

Erwin von Arb
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Peter Hammer freut sich, dass sämtliche Umfahrungsbeschilderungen mit dem Zusatzhinweis «Langenbruck» versehen werden.

Peter Hammer freut sich, dass sämtliche Umfahrungsbeschilderungen mit dem Zusatzhinweis «Langenbruck» versehen werden.

Erwin von Arb

Nicht nur die Badi in Waldenburg leidet unter der Sperrung des Städtlis im benachbarten Baselland, welches wegen der Sanierung der Hauptstrasse seit Ende Juni für den Durchgangsverkehr vollständig gesperrt ist (wir berichteten). Die inzwischen vier Wochen andauernde Sperrung spürt auch Unternehmer Peter Hammer, der in Langenbruck eine Solarbobbahn und den Seilpark betreibt. «Wir haben immer wieder verärgerte Kunden, die sich über die mangelhafte Beschilderung von der Basler Seite her aufregen.» Welchen Weg sie fahren müssten, wenn sie nach Langenbruck wollten, sei für die meisten völlig unklar, zumal auf dem in Hölstein aufgestellten Schild für die Umfahrung der Baustelle Solothurn als allgemeine Richtung angegeben wird. «Wie soll ein Auswärtiger wissen, dass auch Langenbruck über diese Strecke erreicht werden kann», ereifert sich der 63-Jährige.

Hammer glaubt, dass sich die mangelhafte Beschilderung bereits negativ auf das Sommergeschäft ausgewirkt hat. 30 000 bis 50 000 Franken könnten es gut und gerne sein, die während der rund achtwöchigen Bauzeit verloren gehen könnten, glaubt er. Mit Blick auf den umsatzschwachen Frühling, der dieses Jahr gar nicht stattgefunden habe, sowie die Rückmeldungen seiner Kundschaft sei für ihn klar gewesen, dass er reagieren müsse.

Erste Schritte unternahm Hammer bereits vor vier Wochen, indem er beim Kantonalen Tiefbauamt Basel-Landschaft eine bessere Beschilderung verlangte. Weil ausser langer Korrespondenz via E-Mail keine Reaktion von dieser Amtsstelle kam, suchte Hammer nach Alternativen, wie er seine Kunden auf anderen Wegen nach Langenbruck lotsen könnte. Auf der Homepage von Solarbob machte er den mit dem Auto Reisenden den Weg via Eptingen über den Oberen Belchen beliebt.

Die bei der Mineralquelle Eptingen beginnende Strasse ist allerdings sehr kurvenreich und mit vielen Engpässen gespickt. Hammer ist sich bewusst, dass einige Automobilisten mit dieser Bergstrasse und ihren engen Kehren ihre liebe Mühe haben könnten. Und um diese zehn Kilometer zu bewältigen, braucht man wohl gleich lange wie über die Autobahn mit Abfahrt in Egerkingen. Die Ausfahrtsbeschilderung wurde dort jüngst mit dem Zusatzschild «Langenbruck» versehen, wie Hammer mit Freude zur Kenntnis nimmt. «Wenn sich das Tiefbauamt dazu durchringen kann, die Umfahrungsbeschilderung mit Langenbruck zu ergänzen, nehme ich die Route über den Oberen Belchen von der Homepage», verspricht Hammer.

Dieses Versprechen wird der Unternehmer wohl einlösen müssen. Urs Hess, Leiter Tiefbauamtes in Liestal, kann Hammers Sorgen nachvollziehen. «Wir wollen natürlich niemandem bewusst schaden», sagt er. Allerdings sei es nicht richtig, dass das Tiefbauamt nicht reagiert habe. Inzwischen sei in Hölstein das Vorsignal mit dem Vermerk «Langenbruck via Egerkingen» ergänzt worden. Dass an der Abbiegung selbst bei der Oris-Uhrenfabrik sowie ausserorts beim Abzweiger Bennwil/Diegten noch immer nur auf Solothurn hingewiesen werde, sei keine Absicht. «Als Einheimischer denkt man gar nicht so weit», gibt Hess zu bedenken. Er werde aber dafür sorgen, dass die zwei zusätzlichen Schilder umgehend installiert würden.

Hammers Alternativroute nach Langenbruck über den Oberen Belchen und den Chilchzimmersattel hält Hess für nicht geeignet für Ferienreisende. Vor allem Autolenker mit Wohnwagen oder Wohnmobilen kämen an ihre Grenzen. Zwar könnte diesen Gefahren mit einer Gewichtsbeschränkung oder einem Verbot von Anhängern entgegengewirkt werden. «An solchen Einschränkungen hätten die Einheimischen sicher keine Freude», meint Hess dazu. Von einer Umleitung des Verkehrs für Rodelbahnbesucher werde deshalb abgesehen.

Peter Hammer zeigte sich hoch erfreut über die Reaktion vom Tiefbauamt-Chef. «Schade, dass zuerst vier Wochen verstreichen müssen, bis etwas geschieht, schliesslich geht es nicht nur um mich, sondern auch um den Tourismus in Langenbruck, zu dem auch die Gastro- und Hotelszene gehört.» Nun überwiege aber die Freude, dass sich etwas bewege.

Die Bauarbeiten in Waldenburg sind gemäss Hess genau im Zeitplan und dürften am 16. August abgeschlossen werden können. Die Übergabe an den Verkehr erfolgt am 17. August, voraussichtlich am Mittag, wie der Leiter vom Tiefbauamt in Aussicht stellt. Hammer hofft indessen, dass die totale Sperrung von Waldenburg bereits etwas früher gelockert werden kann. «Es wird im Bonus-Malus-System gearbeitet, wer weiss ...»