Das Ferienpass-Team mit Karin Häfliger als Präsidentin sowie Daniela Zwikirsch, Jeanette Haller, Jasmina Freiburghaus, Sandra Fluri und Marketa Vrapca hat bei der Organisation des mittlerweile 15. Ferienpasses keine Mühen gescheut und ein Programm auf die Beine gestellt, welches mit seinen 49 Kursen wohl kaum mehr zu überbieten ist. «So viele Kurse hatten wir noch nie», sagt Karin Häfliger mit dem Verweis, dass dies nun dank der vielen Sponsoren möglich sei.

Die Teilnahme am Ferienpass kostet lediglich 15 Franken. Jedes Kind kann so viele Kurse besuchen, wie es möchte. Zusätzliche Kosten, etwa für Material oder Eintritte, werden jeweils am Kurstag eingezogen.

Mit der Organisation der Kurse beschäftigt sich das Ferienpassteam bereits seit Anfang Jahr, wie Jasmina Freiburghaus erwähnt. «Wir versuchen immer, etwas Neues zu machen».Wiederholungen sollen möglichst vermieden werden. Neu sind etwa die Besuche des Kieswerks Gunzgen und des Tröchni-Huus in Gretzenbach sowie des Wasserkraftwerks in Wynau oder Bastelkurse für Taschen aus Tischsets oder Schmuck aus Nespresso-Kapseln.

Letzterer Kurs ist mit 38 Anmeldungen der absolute Spitzenreiter. Es gibt aber auch Kurse, die auf Wunsch der Kinder nicht aus dem Programm gestrichen werden. Das gilt für die Fertigung von Pralinés ebenso wie die Besuche bei Radio 32 oder der Gokart Bahn in Roggwil. Immer wieder beliebt ist auch das Fischen mit Mitgliedern des Fischerklubs Goldangeli Egerkingen.

Die Neuendörfer Ferienpasskinder sind stolz auf ihre aus Speckstein gefertigten Werke.

Die Neuendörfer Ferienpasskinder sind stolz auf ihre aus Speckstein gefertigten Werke.

Bis zu 1000 Kinder jährlich

Fast süchtig macht offenbar der Speckstein-Kurs mit Andreas Reist in Niederbipp, mit welchem der Ferienpass 2013 gestern Montagmorgen seinen Auftakt feierte. Mit 27 Buchungen übrigens der zweitbegehrteste Kurs. Reist hat Erfahrung im Umgang mit Kindern. Bis zu 1000 Kinder besuchen jährlich die Workshops bei Reist-Soft-
stone. Etwa 100 Tonnen Speckstein, vornehmlich für das Kunsthandwerk, importiert der Oberaargauer Unternehmer. Zu seinen Kunden zählen Schulen, Heime, Künstler oder Gastronomen.

Zurück zum Ferienpass Neuendorf: Gearbeitet wurde mit den 23 Kindern des ersten Kurses in Gruppen. Andreas Reist wies zuerst die Anfänger in die Materie ein. Gefordert war die Herstellung eines Teelichts, welches aus einem vorbereiteten Rohling mit einer Raspel aus dem weichen Gestein herausgearbeitet werden musste.

Mit Hilfe schaffen es alle

Etwas anspruchsvoller war die Aufgabenstellung bei der zweiten Gruppe, welche beim letztjährigen Ferienpass bereits Erfahrungen mit Speckstein sammeln konnte. Zum Einsatz gelangten nun neben der Rundraspel auch vermehrt Aushöhl- oder Pilzraspel. Diese Werkzeuge waren nötig, um die Vertiefung im herzustellenden Multiköcher für Stifte, Büroklammern und Gummis auszuschaben.

Bei der mitunter etwas staubigen Arbeit konnten die Kinder auf fachkundige Hilfe zählen. Mit viel Geduld und flinker Hand sorgten Andreas Reist und seine Frau für die nötigen Fortschritte der Werkstücke, die wegen des Mittagessens um 11.30 Uhr fertig sein mussten. «Bei uns musste noch niemand mit leeren Händen nach Hause gehen», so Reist. Zur Not würden halt beim Finish Kompromisse gemacht. Was aber beim Neuendörfer Ferienpass kaum nötig war. Entsprechend begeistert waren die Kinder, als Reist die vorgängig feinst geschliffenen Oberflächen der Kunstwerke mit einer dünnen Wachsschicht bestrich, welche die Schönheit des Steins vollends zur Geltung brachte.

«Einfach, weil es Spass macht»

Auch Michelle Bösiger ist von ihrem Werk angetan. «Ich werde nächstes Jahr sicher wieder kommen, dann machen wir eine Uhr.» Mit dieser Meinung ist die 11-Jährige nicht allein. Praktisch ohne Ausnahme freuen sich alle auf den Ferienpass 2014. «Weil es Spass macht und wir schöne Dinge machen dürfen», sagt die 10-jährige Celine Büttiker stellvertretend. «Zum Glück kann man den Ferienpass bis zur 8. Klasse besuchen», sagt ein Bub, der nun in die Oberstufe eintritt, erleichtert zu Reist.

Dieser spricht denn auch von einem Langzeiteffekt, den seine Workshops gelegentlich hinterlassen könnten. So etwa bei einer Lehrerin, die bei ihm jüngst Specksein eingekauft habe. «Ich habe erst auf den zweiten Blick erkannt, dass es sich um eine ehemalige Kursteilnehmerin handelt. Wenn man über 20 Jahre im Geschäft ist, kann das schon mal vorkommen», so der 55-Jährige.