Sowohl der Mümliswiler Forstpräsident Bruno Baschung wie auch der Revierförster Kilian Bader freuten sich über den Grossaufmarsch am Pfingstsamstag. Die lange Menschenkolonne begab sich zuerst in den Wald südöstlich der Burg Alt-Falkenstein in der Klus. Kreisförster Urs Allemann erklärte, dass man hier in einem sogenannten Schutzwald stehe. Im Kanton Solothurn seien 3800 Hektaren als Schutzwald ausgeschieden. Dies entspreche etwa 20 Prozent der gesamten Waldfläche. Beim Beispiel «Klus» spricht man von einem Schutzwald, weil wegen des ständigen Steinschlages eine Naturgefahr vorhanden ist. Deshalb müssen menschliche Einrichtungen, wie die unterhalb liegenden Häuser, geschützt werden.

Lothar und Kahlschläge

Beim zweiten Halt, im Bisiberg, erschien wie von Geisterhand geführt ein sogenannter Raup-Trac. Dieses ferngesteuerte Raupenfahrzeug ist speziell geeignet für bodenschonende Einsätze in heiklen Gebieten. Der Besitzer der Maschine, Walter Bussinger aus Rickenbach (BL), gab Auskunft über sein «eisernes Rösschen»: Etwa zwei Tonnen wiegt es und weist eine maximale Seil-Reichweite von 90 Metern auf.

Im Jahr 1999 wütete der Sturm Lothar auch im Gebiet Bisiberg und entwurzelte viele Bäume. Wegen der nachfolgend immer wieder auftretenden Windfälle habe man sich später entschlossen, so Bader, den Rest in diesem steilen und schwierigen Gebiet auch noch zu räumen. Diese Aktion habe im ersten Moment nicht schön ausgesehen, viele Waldbeobachter hätten von einem «Kahlschlag» gesprochen. Urs Allemann definierte, was ein Kahlschlag nach Gesetz sei. Wenn die natürliche Verjüngung, wie in diesem Fall, gewährleistet sei, könne man nicht von einem Kahlschlag sprechen. Und Allemann betont: «Wir machen keine Kahlschläge!»