Balsthal
Sozialbereich benötigt zusätzliche Stellen

Die Delegierten des Zweckverbands Sozialregion Thal-Gäu genehmigten die erfreuliche Rechnung 2016 und diverse Jahresberichte ohne Gegenstimmen.

Peter Wetzel
Merken
Drucken
Teilen
Der Bereich «Berufsbeistandsschaft/Mandatsdienst» wird per 1. Juni 2017 um 100 Stellenprozente aufgestockt. (Themenbild)

Der Bereich «Berufsbeistandsschaft/Mandatsdienst» wird per 1. Juni 2017 um 100 Stellenprozente aufgestockt. (Themenbild)

KEYSTONE

Haupttraktandum der am Mittwochabend in Balsthal abgehaltenen Delegiertenversammlung war die Genehmigung der Rechnung 2016. Diese sei nach der Rechnungslegung HRM2 erstellt worden, sagte der Präsident des Zweckverbands Sozialregion Thal-Gäu Kurt Bloch. Die Rechnung zeige ein ausserordentlich erfreuliches Bild. Sie schliesse mit Minderkosten von knapp 48 Franken pro Einwohner ab.

Entlastung für die Gemeinden

Gegenüber dem Budget 2016 würden die Thaler und Gäuer Gemeinden um 1,638 Mio. Franken entlastet, wie Blocj erwähnte. Der Gesamtaufwand in der Erfolgsrechnung beträgt 37,913 Mio. Franken, der Gesamtertrag 20,106 Mio. Franken. Die Bilanzsumme beträgt 2,806 Mio. Franken. Der Aufwandüberschuss von 17,807 Mio. Franken wird von den Verbandsgemeinden ausgeglichen.

Der Lastenausgleich Gesetzliche Sozialhilfe beläuft sich für das Rechnungsjahr 2016 netto auf rund 367 Franken je Einwohner, budgetiert waren 410 Franken je Einwohner. Beim Lastenausgleich Administration rechnet das Amt für Soziale Sicherheit mit rund 69 Franken je Einwohner für 2016. Ebenfalls erfreulich würden sich die Betriebskosten der Sozialregion präsentieren, so Bloch.

Mit 46 Franken je Einwohner schliessen diese mit knapp 4 Franken/Einwohner besser ab als budgetiert. Die Betriebskosten im Bereich Abklärung würden mit 9,643 Franken jew Einwohner (statt 11,867 Franken/EW) ebenfalls unter dem Budget liegen. Diese Minderkosten seien aber nicht von Dauer, da sie hauptsächlich auf personelle Engpässe zurückzuführen seien. Die von Yvonne Stieger, Bereichsleiterin Finanzen, erarbeitete Rechnung 2016 wurde einstimmig genehmigt.

Projekt «ICT» ist abgeschlossen

Die Delegierten genehmigten auch die Schlussabrechnung Reorganisation ICT und Anschaffung der Software KLIbnet in der Höhe von 319'550 Franken und bewilligten dazu einen Nachtragskredit von 9550 Franken.

Die Versammlung stimmte auch einer Aufstockung um 100 Prozent im Stellenplan des Bereichs «Berufsbeistandsschaft/Mandatsdienst» per 1. Juni 2017 zu. Dazu war für die Erfolgsrechnung 2017 ein Nachkriegskredit von 80'000 Franken zu bewilligen. Für die Reorganisation des Mandatsdienstes wurde eine 60-Prozent-«Stabsstelle Projektmanagement und Qualitätssicherung», befristet auf zwei Jahre, bewilligt. Der dafür benötigte Gesamtkredit beträgt 180'000 Franken.

«Zusammenarbeit ist nicht optimal»

Dem Jahresbericht des Präsidenten Kurt Bloch ist zu entnehmen, dass beim Mandatsdienst, der fachlich der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), personell aber dem Zweckverband Sozialregion Thal-Gäu unterstellt ist, Verbesserungspotenzial besteht. Die Zusammenarbeit mit der KESB Thal-Gäu/Dorneck-Thierstein sei leider nicht immer optimal. Eine Reorganisation analog dem Sozialdienst sei dringend angezeigt, wird im Bericht festgestellt. Auch die Geschäftsleiterin der Sozialregion Thal-Gäu, Cornelia Gutweniger, geht in ihrem Jahresbericht auf die Zusammenarbeit Sozialregion und KESB ein. Sie stelle sich die Frage, wie in Zukunft die Abläufe und Strukturen einander näher gebracht und wie Synergien, die unbestritten vorhanden seien, optimal genutzt werden, damit man sich der Zusammenarbeit widmen könne. Das sei eine grosse, zukünftige Herausforderung für die neuen Leitungspersonen.

Vreni Studer, Bereichsleiterin Mütter- und Väterberatung Thal, hält in ihrem Bericht fest, dass sich ihre Beratungen nicht nur auf das Messen und Wiegen von Kindern beschränke. Ab dem zweiten Lebensjahr hätten die Entwicklungs- und Erziehungsfragen immer mehr zugenommen. Die Komplexität der Beratungen benötige vielfach eine Zusammenarbeit mit der Sozialregion Thal-Gäu. Auch eine ständige Weiterbildung sei unerlässlich. (pwb)