Kestenholz
Sonnig, laut und voller Menschen: So war die St. Ursen-Chilbi

Pünktlich zur St. Ursen-Chilbi hat der Altweibersommer Einzug gehalten — ein Erlebnisbericht.

Marina Stawicki Stalder
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St. Ursen-Chilbi Kestenholz 2017 St. Ursen-Chilb in Kestenholz Eindrücke von der St. Ursen-Chilbi in Kestenholz 2017.
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St. Ursen-Chilbi Kestenholz 2017 St. Ursen-Chilb in Kestenholz Eindrücke von der St. Ursen-Chilbi in Kestenholz 2017.
St. Ursen-Chilbi 2017
St. Ursen-Chilbi Kestenholz 2017 St. Ursen-Chilb in Kestenholz Eindrücke von der St. Ursen-Chilbi in Kestenholz 2017.

St. Ursen-Chilbi Kestenholz 2017 St. Ursen-Chilb in Kestenholz Eindrücke von der St. Ursen-Chilbi in Kestenholz 2017.

Patrick Lüthy

Als hätte sich Petrus dieses Prachtwetter absichtlich bis zum heutigen Tag aufgespart, hat sich am Morgen der Nebel rasch gelichtet. Auf der Gäustrasse ist alles parat, es kann losgehen und die Gäste dürfen kommen – in Scharen! Die Vorfreude war schon Tage zuvor spürbar: Da wurde gezimmert, aufgebaut und dekoriert was das Zeug hält.

Auf dem Weg hinunter ins Dorf treffen sich die Leute aus den unterschiedlichsten Richtungen, alle mit demselben Ziel: Vorbei am neuen Schulhaus direkt vor die Gugge-Bar, wo schon die ersten Töne erklingen. Auch die Blaskapelle Waldheim ist bereit und bläst zum Chilbi-Eröffnungsmarsch.

Beat Bobst, dem OK-Präsidenten, steht der Stolz ins Gesicht geschrieben, er begrüsst die versammelte Menge und bedankt sich bei allen Helferinnen und Helfern, die im Einsatz sind. «Geniessen wir gemeinsam die kommenden drei Tage in vollen Zügen!» Dass lassen wir uns nicht zweimal sagen. Die Mitglieder der Guggenmusik haben gleich alle Hände voll zu tun. Für das Apéro, das von der Gemeinde offeriert wird, schenken sie Weisswein aus.

Wir machen uns auf den Weg ins Grotto des FC Kestenholz. Das gehört für viele einfach dazu und ist zu einem Ritual geworden. Feine Spaghetti und natürlich frisch zubereitete Holzofenpizza. Sogleich wird über Gott und die Welt diskutiert, in einer Lautstärke, dass man kaum mehr das das eigene Wort versteht.

Es wird geduldig gewartet, zumindest mehr oder weniger. Die Kinder mögen bald nicht mehr ruhig auf den Bänken sitzen und ziehen los, um zu spielen und die Gegend unsicher zu machen. Zum Glück ist das Angebot für die Kleinen reichhaltig und geht vom Karussell-Helikopterflug, bis zum Hüpfburg- und Trampolinspringen. Im Vorübergehen erhaschen wir einen Blick in die gut gefüllte Bierschwemmi, wo schon der Teufel los ist.

Kevin Schneider und die «Bred by Wolves» heizen ein und sind richtig gut. Zu späterer Stunde geht es weiter mit Stimmungsmusik von «Michel live mit Solo», die noch bis in die Nacht weiterklingt.

Ein Crêpe an der Sonne

Am Samstag steht Kinderschminken auf dem Programm, und Ponyreiten, und Torwandschiessen, und und und.... Eigentlich müsste alleine der Nachmittag zwölf Stunden haben. Zwischendurch gönnen wir uns zur Vorspeise ein Crêpe bei den Montana Bikern und sitzen «uf dr Gass» bei schönstem Sonnenschein – einfach herrlich. Den Leuten um uns herum ist die Freude am gelungenen Dorfanlass anzusehen.

Das Schönste dabei ist: Alle kennen einander, der Gesprächsstoff geht nicht aus und der Zusammenhalt ist an allen Ecken und Enden spürbar. Auf einmal erklingen fasnächtliche Töne. Die Guggenmusik ist unterwegs und sorgt für Feststimmung. Denn der Abend ist noch lang.

Beim Joulen steigt der Wettkampf um die Punkte. Mal ein Jubel, dann ein entrüsteter Aufschrei. Begleitet von Artist Salem fährt ein Mädchen hoch zu Rad auf der Strasse vorbei. Es wird auf jeden Fall nie langweilig in Kestenholz. Der Rock ’n’ Roll Party-Band «The Poorboys» gelingt es am späteren Abend mit ihrem beschwingten Sound, dass sogar auf den Tischen getanzt wird.

Kafistübli oder Öpfuschuss?

«Was haben wir nur für ein Wetterglück!» Dieser Satz ist auch am Sonntag immer wieder zu hören. Besonders zugute kommt das den Ausstellerinnen und Ausstellern vom Kunsthandwerk-Markt, die ihre mit Liebe gefertigten Artikel präsentieren. Nach einem feinen Steak mit Pommes frites überrascht Jongleur Darwin Pimentel die neugierigen Kinder und Erwachsenen, die sich im Halbkreis um ihn geschart haben, mit Kunststücken und Ballongebilden. Im Öpfuschuss wartet schon das Dessert auf uns. Oder doch lieber im Kafistübli nebenan? Frohnatur Michelle Ryser nimmt einem die Entscheidung mit ihren Schlager- und Countryhits ab.