Balsthal
Sonderschulzentrum wird ausgebaut

Der Platzmangel im Heilpädagogischen Sonderschulzentrum in Balsthal soll endlich behoben werden. Geplant ist ein Erweiterungsbau, so dass 45 Plätze zur Verfügung stehen.

Alois Winiger
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So präsentiert sich die bestehende Villa mit dem Erweiterungsbau aus der Sicht des Architekten.

So präsentiert sich die bestehende Villa mit dem Erweiterungsbau aus der Sicht des Architekten.

Illustration zvg

30 Kinder und Jugendliche aus den Bezirken Thal und Gäu besuchen derzeit die Heilpädagogische Sonderschule in Balsthal. Seit 1977 ist die Institution in einer ehemaligen Villa an der Falkensteinerstrasse untergebracht. Schon lange – sehr lange sogar – ist bekannt, dass das Raumangebot zu knapp ist, die Zustände unhaltbar sind. Man hat sich mit einem Container ein wenig Abhilfe verschafft.

Ab kommendem Herbst aber soll nun alles besser werden, denn es liegen Pläne für einen Erweiterungsbau vor, womit dann 45 vollwertige Plätze zur Verfügung stehen sollen. Die zusätzlichen Plätze werden geschaffen für die Sonderpädagogischen Vorbereitungsklassen (SVK, früher Sprachheilkindergarten genannt). Er ist bisher in Oensingen angesiedelt, aktuell werden dort elf Kinder unterrichtet. Die Kündigung werde demnächst erfolgen, ist von den Kantonsbehörden zu erfahren.

Nicht tangiert von diesem Zusammenzug ist die regionale Kleinklasse in Herbetswil; sie ist wie der Standort Balsthal ein Teil der kantonalen Heilpädagogischen Schulzentren (HPSZ). Die Zusammenfassung der Sonderschule im Kanton ist per Volksabstimmung vom 14. April 2013 beschlossen worden. Dazu gehörte ebenfalls die Übernahme der entsprechenden Gebäude in Balsthal, Olten, Solothurn und Grenchen, jenes in Breitenbach war bereits im Besitz des Kantons.

Bruderzwist ausgelöst

Ausbaupläne für den aktuellen Standort Balsthal gab es schon im Jahr 2006, doch diese wurden hinausgeschoben, denn es wurde ein Neubau ins Auge gefasst. Im Auftrag des Kantons legte Balsthal als Trägergemeinde ein Projekt vor – allerdings vergeblich; der neue Finanzausgleich machte einen Strich durch die Rechnung. Später lud der Regierungsrat auf Antrag aus dem Thal sämtliche Gemeinden der Amtei Thal-Gäu ein, eine Standortofferte für die HPS einzureichen. Nur Mümliswil-Ramiswil machte ein Angebot, inklusive Pläne und Offerte: Die Gemeinde würde das (damals) bald leerstehende Schulhaus Brühl für die HPS umbauen.

Balsthal hielt am Projekt für einen Neubau fest und so entwickelte sich ein Seilziehen zwischen den Nachbargemeinden (wir berichteten). Der Bruderzwist fand ein Ende, als der Kanton eine neue Variante ins Spiel brachte: ein Neubau in Oensingen, wo auch das in Solothurn domizilierte Zentrum für körper- und sinnesbehinderte Kinder (ZKSK) integriert werden könnte. Das bewirkte zweierlei: Zum einen kam heftiger Protest aus dem Zentrum für körper- und sinnesbehinderte Kinder in Solothurn, denn dort lief die Planung für einen Neubau auf Hochtouren. Zum andern ergab sich ein Sinneswandel im Thal: Die Gemeindepräsidentenkonferenz einigte sich auf den Standort Balsthal.

Oensingen in die Ferne gerückt

Der Standort Oensingen ist aber deswegen nicht aus dem Spiel, die Pläne sind lediglich in die Ferne gerückt. Klar ist für die Kantonsbehörden, dass die Behebung des Platzmangels und der unhaltbaren Zustände in der Balsthaler Villa nicht warten kann. Dafür ist ein Kredit über eine Million Franken gesprochen worden im Zusammenhang mit dem erwähnten Kauf der Schulgebäude. Der Balsthaler Architekt Peter Hammer hat ein Projekt für die Sanierung und einen eingeschossigen Erweiterungsbau erarbeitet, die Publikation läuft bis morgen Donnerstag.

Enger Zeitplan

Läuft alles nach Plan, so werden die Kinder und Jugendlichen ab August bzw. Beginn des Schuljahres 2015/16 ihren Unterricht in den neuen Räumen erhalten. «Das ist ein enger Zeitplan, ist aber zu schaffen», sagt Architekt Peter Hammer. Denn man hat sich für eine Leichtbauweise aus Stahl entschieden, die Räume werden in Modulen fertig angeliefert, auf ein Fundament gestellt und miteinander verbunden. So werden vier Unterrichtszimmer entstehen sowie ein Foyer. Das Flachdach wird begrünt und an den Seitenwänden – eventuell – schräg gestellte Hölzer angebracht. Damit erreiche man eine gewisse Beschattung und gleichzeitig soll es den Anbau heimeliger machen, soll wie ein «Nästli» wirken. Der Entscheid ob mit oder ohne Hölzer sei aber noch nicht gefallen, sagt Hammer. Die Elementbauweise habe den Vorteil, dass man die Module, falls die Schule dereinst verlegt wird, wieder abbauen und weiter verwenden kann.

Im bestehenden Gebäude und in der Umgebung sind Anpassungen nötig. Rampen mit maximal sechs Prozent Steigung sorgen dafür, dass die von Schülern benutzten Räume rollstuhlgängig sind.