Solothurn
Solothurner Regierung will Weissensteintunnel erhalten

Der von der Schliessung bedrohte Weissensteintunnel auf der Bahnlinie zwischen Solothurn und Moutier BE soll saniert werden. Das hat der Solothurner Regierungsrat dem Bundesamt für Verkehr (BAV) beantragt. Die Bahnverbindung müsse erhalten bleiben.

Elisabeth Seifert
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Die Bahnlinie durch den Weissenstein von Solothurn und Moutier BE soll erhalten beliben und deshalb saniert werden.

Die Bahnlinie durch den Weissenstein von Solothurn und Moutier BE soll erhalten beliben und deshalb saniert werden.

zvg

Der Regierungsrat weiss mit seinem Antrag die grosse Mehrheit der Solothurner Bevölkerung sowie aller Parteien und Verbände hinter sich. Seit Beginn der Debatte rund um die Kosten für eine Sanierung des Weissensteintunnels steht für die Solothurnerinnen und Solothurner fest: Vor allem aus regionalpolitischer Sicht braucht es eine Sanierung und damit den Erhalt der Eisenbahnstrecke Solothurn-Moutier. Die Umstellung auf einen Busbetrieb, der Pendler und Touristen zu einem Umweg zwingt, ist keine Alternative.

Wie aus einer Mitteilung der Regierung hervorgeht, erfolgt der Antrag beim Bundesamt für Verkehr in Abstimmung mit dem Kanton Bern. Die gemeinsame Forderung lautet: Die Sanierung der Strecke Solothurn-Oberdorf-Moutier sei in die kommenden Leistungsvereinbarungen zum Substanzerhalt der Eisenbahninfrastruktur aufzunehmen und damit der Weissensteintunnel zu sanieren.

Ob dieser Forderung stattgegeben wird, entscheiden die Bundesbehörden Ende Jahr. «Ich bin zuversichtlich, dass es klappt», meinte Bau- und Justizdirektor Roland Fürst gestern gegenüber dieser Zeitung.

Wirtschaftlichkeit ist nicht alles

Der offizielle Antrag erfolgt im Nachgang zu weiteren Abklärungen, die die Regierung im Juli in Auftrag gegeben hatte. «Diese bestätigen nun, dass der Bahnerschliessung durch den Weissensteintunnel raumordnungs- und regionalpolitisch hohe Bedeutung zukommt», hält Roland Fürst fest.

Die Region Thal und insbesondere die hinteren Thaler Gemeinden hätten bereits heute mit strukturellen Problemen und einer Abwanderung der Bevölkerung zu kämpfen. «Mit einer Stilllegung der Bahn würden diese Probleme noch weiter verschärft und die Perspektiven dieser Gemeinden massiv eingeschränkt.»

Der Regierungsrat sei deshalb überzeugt, dass mit einer Sanierung der Bahnstrecke dieser negativen Entwicklung entgegengewirkt werden kann. Die Studien zeigen zudem auf, dass die Varianten ohne Bahntunnel ökologisch schlechter abschneiden.

Mit dieser Argumentation weiss sich die Regierung im Einklang mit dem Bundesgesetz über die Personenbeförderung. Für den Entscheid, eine Bahnlinie weiterzubetreiben oder zu schliessen, darf nämlich nicht allein die Wirtschaftlichkeit der Strecke ausschlaggebend sein. Es müssen vielmehr auch weitere Aspekte berücksichtigt werden. So etwa die Folgen für die regionale Wirtschaft, die Umwelt oder auch für Menschen mit Behinderung.