Balsthal
Solothurner Firma will mit seinen Holzpellets nun auch ins Katzenklo

Wer glaubt, mit Holzpellets könne man nur heizen, wird nun eines besseren belehrt: Die im Thal beheimatete Firma AEK Pellet AG hat mit Chatnelle ein neues Produkt auf den Markt gebracht, dass sich auch als Katzenstreu eignet – und viele Vorteile hat.

Simon Wyss
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Manch einer Katze ist es egal, ob sie in einem Streuklo oder einer Katzenkiste mit Pellets ihr Geschäft verrichtet. bar

Manch einer Katze ist es egal, ob sie in einem Streuklo oder einer Katzenkiste mit Pellets ihr Geschäft verrichtet. bar

Bisher wurden Holzpellets vor allem als Brennstoff für Heizungen verwendet. Macht sich ein Tierbesitzer jedoch im Internet schlau, stellt er fest, dass Pellets auch für andere Zwecke geeignet sind, nämlich als Einstreu für Tiere. Auf Diskussionsplattformen im Internet tauschen sich die Teilnehmer über die Vor- und Nachteile aus. Einige sind begeistert, andere halten weniger von der Idee. Der Pelletproduzent AEK Pellet AG in Balsthal wurde auf die Marktlücke aufmerksam und lancierte das Produkt ‹Chatnelle›.

Nicht nur ökologische Vorteile

Liselotte Sägesser, Inhaberin des Katzenhotels Oberbipp, verwendet schon seit der Gründung des Betriebs vor sieben Jahren Pellets für ihre vierbeinigen Gäste. «Ich habe das vor Jahren in einem Tierheim gesehen und danach selber ausprobiert», erzählt die 52-Jährige. Seither komme ein Wechsel für sie nicht mehr infrage. Die Pellets bieten verschiedene Vorteile. Wenn ein Tier Wasser lässt, zerfallen sie in Sägemehl. Der Besitzer muss dann nur das Sägemehl rausnehmen. Der Verbrauch ist so weniger gross. «Das wirkt sich auch positiv auf die Kosten aus. Ich muss die Pellets weniger oft auswechseln als die normale Katzenstreu», so Sägesser. «Sie stinken nicht, sondern verbreiten höchstens einen leicht holzigen Geruch», ergänzt sie. Auch aus ökologischer Sicht sei dies sinnvoll, da man das Sägemehl kompostieren könne.

Ausserdem entstehe keine Unordnung ausserhalb der Katzentoilette, erklärt die ausgebildete Krankenschwester. «Die Pellets sind schwerer als die normale Katzenstreu. Die Tiere können sie also beim Scharren nicht aus der Kiste werfen. Sie kleben auch nicht an den Pfoten.» Einen Nachteil gibt es: «Die Pellets klumpen nicht. Man muss etwas mehr schaufeln, damit die Katzentoilette sauber ist», sagt Sägesser. Und wie reagieren die Katzen darauf? «Ich bin mir sicher, dass sich meine vierbeinigen Gäste daran gewöhnen», meint die Inhaberin des Katzenhotels. Ein anderes Verhalten der Tiere habe sie nicht feststellen können.

Auch für Hamster und Kaninchen

Laut Internetforen sprechen nicht nur Katzen auf die Holzpellets an, sondern auch Hamster, Kaninchen, Meersäuli und Vögel. Auch zum Einstreuen in Pferdeboxen können die Pellets verwendet werden. Weit verbreitet ist die neue Verwendung allerdings noch nicht. Auf Anfrage heisst es in den meisten Tierheimen, dass dort keine Pellets für die Tierhaltung verwendet werden. Viele Angefragte wissen gar nichts von der Neuheit. Andere haben mit ihrem Einstreu gute Erfahrungen gemacht und ziehen deswegen keinen Wechsel in Erwägung. Liselotte Sägesser kann die Beobachtung bestätigen. «Wenn die Leute die Katzen bringen oder abholen, staunen sie oft, weil sie nicht wissen, dass sich Pellets für Katzentoiletten eignen.»

Eine Marktlücke entdeckt

Als Sägesser immer wieder Pellets bei der Firma AEK Pellet AG bestellte, wurde ein Verkäufer der Firma auf den neuen Trend aufmerksam. Seit kurzem werden deshalb in Balsthal nicht nur Heizpellets produziert, sondern auch solche für Katzen. Die neue Einstreu namens ‹Chatnelle› ist aber noch nicht ganz fertig optimiert. «Wir sind ständig am Ausprobieren und versuchen, unser Produkt noch etwas zu optimieren. Vielleicht werden die Pellets noch etwas saugfähiger», erklärt Bruno Jordi, Geschäftsleiter der AEK Pellet AG. Die AEK vermarkte ihr neues Produkt im Moment noch nicht aktiv. Wie bei den normalen Heizpellets stammt der Rohstoff aus der Region. Produziert wird auf derselben Maschine, aber in einem separaten Vorgang. Im Gegensatz zum mehr saisonalen Geschäft mit Heizpellets könne man ‹Chatnelle› das ganze Jahr hindurch verkaufen, lässt Jordi verlauten. «Wenn die Nachfrage steigt, wäre das sicherlich ein interessantes Geschäft. Wir werden uns aber weiterhin auf die Herstellung von Heizpellets konzentrieren», so Jordi.

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