Rohr
Sollen die Glocken der Roher Kapelle läuten oder nicht?

Die Finanzierung würde den Einsatz von Sponsorengeldern erfordern, wurde an der Rechnungsgemeindeversammlung deutlich. Die Bevölkerung wird sich nun äussern müssen.

Beat Wyttenbach
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Läuten die Glocken der Rohrer Kapelle bald wieder?

Läuten die Glocken der Rohrer Kapelle bald wieder?

Bruno Kissling

Rohrs Gemeindepräsident Max Ernst konnte am Mittwochabend zehn der insgesamt 62 Stimmberechtigten zur Rechnungsgemeindeversammlung willkommen heissen. An dieser orientierte Vize-Gemeindepräsident Thomas Marti, dass der Wunsch aus der Bevölkerung laut geworden sei, wonach die Kapellenglocken bei bestimmten Ereignissen wieder läuten sollen.

Abklärungen hätten ergeben, dass dies für 10 000 bis 15 000 Franken möglich sei. Hinzu kämen Installationsarbeiten von weiteren rund 2000 Franken. Und wenn man auch die zweite Glocke läuten lassen wolle, so würde dies weitere 4000 Franken kosten.

«Der Gemeinderat ist der Auffassung, den Kapellenfonds nicht übermässig zu belasten. Aber wenn die Bevölkerung dies möchte, so werden wir dieses Anliegen budgetieren», fügte der Gemeindepräsident an, der aber durchblicken liess, dass es ohne zusätzliche Sponsorengelder nicht gehen werde. Nun soll sich die Bevölkerung beim Gemeinderat entsprechend äussern.

Defizit in der Rechnung

Der ressortverantwortliche Gemeinderat André Wyss stellte die Verwaltungsrechnung 2013 vor. Diese schliesst bei Erträgen von 426 076 Franken und Aufwendungen von 450 027 Franken mit einem Defizit von 23 951 Franken ab.

Investitionen wurden keine getätigt. Das Defizit wird dem Eigenkapital belastet. Dieses betrug Ende 2013 neu noch Fr. 23 950.47. Aus dem kantonalen Finanzausgleich erhielt die Gemeinde Rohr 26 900 Franken.

Zu den Spezialfinanzierungen: Diese schlossen allesamt defizitär ab: Die Wasserversorgung mit Fr. 3467.70 (Eigenkapital Ende 2013: Fr. 33 485.55), die Abwasserentsorgung mit Fr. 20.10 (Eigenkapital Ende 2013: Fr. 1030.90) und der Kapellenfonds mit Fr. 1578.20 (Eigenkapital Ende 2013: Fr. 7187.55). – Die Rechnung 2013 wurde von den Anwesenden einstimmig angenommen.

In Kürze

André Wyss orientierte, dass sich die Finanzen mit dem nur noch geringen Eigenkapital nicht rosig präsentierten. Der Gemeinderat fasse diverse Massnahmen ins Auge, um die Situation zu verbessern. Dazu gehörten etwa das Projekt «Bauen in Rohr» (www.rohr-so.ch) oder dann auch eine allfällige Steuererhöhung. Mit der Wirkung des Neuen Finanzausgleichs (NFA) erhoffe man sich zumindest eine ausgeglichene Rechnung.

Laut Thomas Marti liege die Bewilligung zur Sanierung der Meierweidstrasse derzeit noch beim Kanton, doch hoffe der Gemeinderat, die Sanierung noch im Spätsommer in Angriff nehmen zu können. Geplant ist ein neuer, verdichteter Mergelbelag. Die Gesamtkosten schätzt er auf 35 000 bis 45 000 Franken. Nach Abzug des kantonalen Beitrages dürften der Gemeinde noch Nettokosten im Bereich zwischen 10 000 und 15 000 Franken entstehen.

Auf Anregung von alt Gemeinderat Matthias Soland wird der Gemeinderat prüfen, ob und in welchem Bereich, hauptsächlich bezüglich Streusalz, die Gemeinde Kosten beim Strassenunterhalt einsparen kann.

Der Senioren-Ausflug findet am Samstag, 30. August statt. Die Einladung soll laut dem Gemeindepräsidenten noch folgen.