Oensingen

Solidarität in Corona-Zeiten: Gemeinderat macht 10'000 Franken für lokale Massnahmen frei

Um die Krise zu bewältigen, machte der Gemeinderat in einem ersten Schritt 10'000 Franken frei.

Um die Krise zu bewältigen, machte der Gemeinderat in einem ersten Schritt 10'000 Franken frei.

Oensingen rief nach Hamstereinkäufen in der Region zur Beruhigung auf: Die Gemeinde sei für jeden Fall gewappnet. Die Gemeinden gehen mit ihren Empfehlungen teilweise bereits jetzt weiter als der Bund.

Nachdem der Bundesrat am Freitag drastische Massnahmen präsentiert hatte, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, zogen in der Region die Gemeinden nach. Vielerorts bleiben die Mehrzweckhallen, Turnhallen und Sportanlagen einhergehend mit den Schulschliessungen bis Mitte oder gar Ende April geschlossen. Dies bedeutet, dass auch die Vereinsaktivitäten weitgehend zum Stillstand kommen, wobei einzelne Sportklubs aus der Region nach den neuen Richtlinien aus freien Stücken ihre Trainings in den kommenden Wochen absagten.

Ende Woche hatte sich auch in der Region Thal-Gäu die Angst vor dem Virus in Form von Hamsterkäufen manifestiert. In den sozialen Medien kursierten etwa Bilder von leer stehenden Regalen der Lebensmittelläden in Oensingen. Die Gemeinde gab über das Wochenende eine Medienmitteilung heraus, in welcher sie auch versuchte, die Bevölkerung zu beruhigen. «Unser täglicher Lebensbedarf ist in jeder Hinsicht sichergestellt», schrieb die Gemeinde. Oensingen sei für jeden Fall gewappnet. Unter der Leitung von Gemeindepräsident Fabian Gloor nimmt in der grössten Gäuer Gemeinde ab sofort der Krisenstab seine Tätigkeit auf und tagt regelmässig. «Wir wollen so auf die weitere Entwicklung reagieren können», sagt Gloor. Am Sonntag war bei frühlingshaftem Wetter von der Panik nichts mehr zu spüren: Viele Menschen liessen es sich in Oensingen nicht nehmen, an die frische Luft zu gehen. Der Verkehr auf den Hauptachsen war jedoch dünner gesät als üblich. Die Bevölkerung habe nach seiner Wahrnehmung die Entscheide der Behörden verstanden, so Gloor. «Die Akzeptanz ist gross, auch wenn die Stimmung ein wenig bedrückt ist.»

Oensingen spricht einen Nachtragskredit

Um die Krise zu bewältigen, machte der Gemeinderat in einem ersten Schritt 10'000 Franken frei. Diese stehen für lokale Massnahmen zur Verfügung und die Gemeinde will damit unbürokratisch Unterstützungsangebote wie zum Beispiel Nachbarschaftshilfe oder Kinderbetreuung finanzieren. Auch bietet sie für diese ihre Infrastruktur an. «Ich war positiv von der Solidaritätswelle überrascht», sagt Gloor, der am Wochenende von vielen Bewohnern kontaktiert wurde, die in einer Form Hilfe anbieten möchten. Die Gemeinde wird die in der kommenden Woche entstehenden Hilfsprogramme als Drehscheibe koordinieren.

Weiter wird in Oensingen ab der nächsten Woche der Schalterbetrieb reduziert und der Zugang zu den Gebäuden der Gemeinde limitiert. «Wir rufen die Bevölkerung auf, auf Besuche der Gemeindeverwaltung zu verzichten und stattdessen die Online-Angebote zu nutzen oder sich telefonisch zu melden», schreibt die Verwaltung. Auch der Balsthaler Gemeinderat, der am Samstagnachmittag ausserordentlich tagte, rief die Bevölkerung dazu, auf die Verwaltung nur in wichtigen Fällen zu besuchen. Auch beschloss der Balsthaler Gemeinderat die Turnhallen, das Frei- und Hallenbad, die Bibliothek, das Schützenhaus, den Kultursaal Haulismatt, den Hunzikerhof sowie den Sportplatz Moos bis auf weiteres für jegliche Nutzung zu schliessen. Er rät der Bevölkerung in seinem Schreiben zudem, auf sämtliche Veranstaltungen zu verzichten.

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