Oensingen
Solange Familie Bossi auf der "Post" wirtet, bleibt alles wie bisher

Der Gasthof Post an der Hauptstrasse 83 in Oensingen ist verkauft worden. Wird nun alles anders in der traditionell geführten Dorfwirtschaft, einer der letzten im Dorf? Die Käuferin der Liegenschaft, die Bahnhöfli.CH AG aus Zuchwil gibt Auskunft.

Alois Winiger
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Ist in neuen Händen: Der Gasthof Post in Oensingen.

Ist in neuen Händen: Der Gasthof Post in Oensingen.

Ewrin von arb

«Vorerst bleibt alles, wie es ist», versichert Wirt Martin Bossi. «Nächstes Jahr im Mai erreiche ich das Pensionsalter, dann hören meine Frau und ich auf. Was dann geschieht, weiss ich nicht.» 1986 hatte Anita Bossi-Stampfli den Betrieb als Pächterin übernommen und grossenteils im Alleingang geführt, ihr Mann half vor allem an Wochenenden mit. Zwei Jahre später stieg Martin Bossi voll mit ein. Unterdessen sind mehrere Dorfwirtschaften in Spezialitäten- oder Imbisslokale umgewandelt worden. Nicht wenige sind ganz verschwunden.

Somit gehört der Gasthof Post zu den letzten Wirtschaften ihrer Art im Dorf. Die Liegenschaft gehörte bis vor kurzem der Oensingerin Christine Bobst-Utz. «Ich bin jetzt in einem Alter, in dem man sich Gedanken macht, ob sich jemand von den Nachkommen für einen Gastronomiebetrieb interessiert. Und das ist in unserer Familie nicht der Fall.» Die Liegenschaft an der Hauptstrasse im Unterdorf zu verkaufen, sei ihr nicht leicht gefallen, gibt sie zu. Zum einen, weil das Haus lange in Familienbesitz war. Zum andern ist hinlänglich bekannt, dass Gastronomiebetriebe alles andere als einfach zu verkaufen sind. Schliesslich fand Christine Utz in der Bahnhöfli.CH AG, Zuchwil, eine Käuferin. Eine Firma, die mit weiteren Firmen in Verbindung steht, die wiederum einige Geschäftsliegenschaften in der näheren und weiteren Umgebung besitzt oder Betriebe führt (Gastronomie, Tankstellen).

Für den Geschäftsführer der Bahnhöfli.CH AG ist klar, dass der Gasthof Post in Oensingen eine Dorfwirtschaft bleiben soll. Am liebsten wäre ihm, wenn Martin und Anita Bossi den Betrieb nicht nur bis Mai nächsten Jahres führen würden. «Sie machen einen sehr guten Job», betont der Geschäftsführer.

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