Der Präsident der Sogas, alt Ständerat Rolf Büttiker, konnte zur 29. GV eine grosse Anzahl Aktionäre begrüssen. Trotz des eher milden Wetters wurde der Gasverkauf gegenüber dem Jahr 2014 gesteigert. Aufgrund des weltweiten Überangebots an fossilen Brennstoffen wurde das Gas zu einem tieferen Preis angeboten. Für das Jahr 2016 rechnet der Verwaltungsrat nochmals mit einer Gaspreissenkung.

In naher Zukunft wird sich die Gasbranche grossen Herausforderung stellen müssen. Ein wichtiges Thema wird die Marktöffnung sein. Knapp 30 Prozent des Marktes ist momentan geöffnet. Weitere Schritte werden folgen. Die Energie- und Klimapolitik des Bundes (Energiestrategie 2050) gebe etwas zu denken, wie der Präsident in seinem Einführungsreferat feststellte.

Die Wasserkraft rentiere nicht mehr und müsse deshalb subventioniert werden. Man hoffe, dass das Gas mit der Marktöffnung nicht die gleichen Probleme bekomme wie der Strom. Aber auch mit den Mustervorschriften der Kantone im Bereich Energie und mit der Energieplanung der Gemeinden werde sich der VR künftig auseinandersetzen müssen.

Weiter werden die Deindustrialisierung (Verlagerung von Produktionen) und der Absatzrückgang im Wärmemarkt (Energieeffizienz, Gebäudesanierungen) die Gasbranche beschäftigen. Der Verwaltungsrat der Sogas diskutiere diese Themen intensiv und passe seine Strategie laufend an.

Dem Geschäftsbericht 2015 kann entnommen werden, dass die Sogas im letzten Jahr fast 2 Mio. Franken in den Leitungsbau investiert hat und heute ein Leitungsnetz von 72 Kilometer betreibt. Dies entspricht etwa der Strecke von Egerkingen nach Zürich. Hauptsächlich wurden 2015 in den Gemeinden Oensingen, Niederbipp Oberbuchsiten und Egerkingen Hausanschlüsse an Ein- und Mehrfamilienhäusern realisiert. In mehreren Gemeinden wurden aber auch grössere Kunden angeschlossen. Über 120 Mio. kWh Erdgas konnte die Sogas im letzten Jahr an ihre Kunden liefern. Auch die Anzahl Abonnenten wuchs auf 663 an.

Erfreuliche Jahresrechnung

Der Geschäftsführer, Hansjörg Schürmann, präsentierte die sehr erfolgreiche Jahresbilanz 2015. Der Jahresgewinn beträgt über 600 000 Franken, was den Verwaltungsrat bewog, eine hohe Dividende auszuzahlen. Nach der Zuweisung der gesetzlich vorgeschriebenen Gewinnreserve und der Auszahlung der Dividende konnten über 3,8 Mio. Franken als Vortrag auf die neue Rechnung verbucht werden.

Wohl klar, dass Geschäftsbericht und Jahresrechnung von der Versammlung einstimmig genehmigt wurden. Mit einem grossen Applaus dankte die Versammlung dem engagierten Geschäftsführer für die Präsentation der Rechnung.

Der Direktor der Solothurner Handelskammer, Daniel Probst, orientierte die Versammlung über den gegenwärtigen Zustand der Solothurner Wirtschaft. Dem Referat konnte entnommen werden, dass die Wirtschaft des Kantons Solothurn – wie in allen andern Kantonen – vor allem mit der Frankenstärke zu kämpfen hat. Die Warenexporte gingen deshalb um etwa 3 Prozent zurück.

Mit über 136 000 Arbeitsplätzen in 15 500 Betrieben belegt die Wirtschaft des Kantons gesamtschweizerisch einen Platz im Mittelfeld. Die Anzahl Beschäftigte ist etwa gleich wie vor 20 Jahren. In der Schweiz ist diese Zahl seit 1995 sehr stark gewachsen. Die Handelskammer unterstützt neue Technologien, welche die Energieeffizenz steigern. Zwangsmassnahmen und starre Vorschriften zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 lehnt die Solothurner Handelskammer aber entschieden ab.