Der Wintersturm Burglind hat Anfang Januar auch in Oensingen enorm zugeschlagen. Abrasiert, zerstört und verwüstet wurde insbesondere das Waldgebiet Aebisholz, welches arg in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Dies im Gegensatz zum Wald im Berghanggebiet, wo es nur wenig Ausfall oder Zerstörung gab. Das weitere Waldgebiet in Oberbuchsiten, für welches auch Forst Oensingen zuständig ist, wurde im Verhältnis zum «Aebisholz» verschont.

Totalschaden auf 20 Hektaren

Eindrücklich sind die Zahlen aus dem «Aebisholz», welche knapp zwei Monate danach von Förster Robert Graber zu erfahren waren: «Insgesamt 35 Hektaren Wald wurden verwüstet, aufgeteilt in 20 Hektaren Totalschaden und deren 15 Hektaren Streuwürfe. Daraus ergibt sich ein Gesamtvolumen von rund 11'000 Kubikmeter Holz. Dies ist ein überaus grosser Holzanfall, wenn man bedenkt, dass der Jahreshiebsatz vom Waldgebiet der Bürgergemeinde Oensingen 2250 Kubikmeter beträgt. Will heissen, dass der Bedarf für die nächsten fünf Jahre praktisch schon aufgebracht respektive eben schon gefällt ist», so Graber.

Heli-Flug über "Burglind"-Schäden

Nach dem Sturm, der grosse Waldstücke umgefegt hat, zeigt sich das wahre Ausmass der Zerstörung erst von oben.

Einschätzungen zufolge werden sich die Aufräumarbeiten wohl bis zum Monat Mai hinziehen, ist doch der aktuelle Schadenfall im Vergleich zu «Lothar» bedeutend grösser als damals. Nebst der Aufarbeitung der gefallenen Bäume stehen auch die Schlagräumung, die Aufforstung und die Pflege über die nächsten Jahre an.

Durch das starke Befahren der im «Aebisholz» involvierten Waldwege mit Forstfahrzeugen und Lastwagen ist damit zu rechnen, dass auch das rund fünf Kilometer lange Strassennetz wieder instand gestellt werden muss.

Arbeiten kommen gut voran

Zur bisherigen Aufarbeitung und dem nachfolgende Rüsten des Holzanfalls bemerkt Graber: «7000 Kubikmeter sind aufgerüstet, 2000 Kubikmeter schon verkauft oder abgeführt und 1500 Kubikmeter stehen an den Waldstrassen schon bereit».

Förster Robert Graber und Forstpräsident Erich Gunziger sind sich einig, dass die Arbeiten im «Aebisholz» gut vorankommen und, dass schnell und intensiv gearbeitet wird. Zurzeit stehen in diesem Waldgebiet fünf Personen von der Forstgruppe und von Dritten im Einsatz.

Abnehmer des Fallholzes sind Gross-Sägereien, mit welchen man auch schon bis anhin zusammengearbeitet hat. Graber: «Wir sind froh, dass die uns bekannten und bisherigen Abnehmer in dieser aussergewöhnlichen Situation eingesprungen sind und uns das zusätzlich anfallende Holz abnehmen.»

Gemäss Aussagen der Chauffeure der Transportfirmen ist der Standort «Aebisholz» ideal erreichbar. Vorteilhaft seien die unmittelbare Nähe zur Autobahn, die ideale Zufahrt und das schnell mögliche Aufladen der Baumstämme.

Fussgänger sollten Gebiet meiden

Eher ein Problem sind im Moment noch die Waldfussgänger. Das «Aebisholz» ist ein beliebtes Naherholungsgebiet, das mit seinem Waldwege-Angebot viele Möglichkeiten bietet. Förster Robert Graber ist es ein grosses Anliegen, dass man vom Besuch im «Aebisholz» noch absieht. Noch sind die Aufräumungsarbeiten im vollen Gange und nicht beendet.

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Zudem sind die Forstfahrzeuge wie auch die Lastwagen der Transportfirmen im gesagten Gebiet täglich unterwegs. Entsprechende Hinweise und Verbotstafeln seien angebracht, würden aber missachtet.

Dabei könne es immer noch möglich sein, dass der eine oder andere Baum zwar einen unbeschadeten Eindruck hinterlasse, jedoch der Wurzelstock nicht mehr so fest sitze und bei einem schon leichteren Windstoss fallen könnte, warnt Graber. «Da braucht es noch Kontrollgänge im ganzen angeschlagenen Waldgebiet.»