An der Primarschule Egerkingen gelten neue Regeln. Auf dem ganzen Schulareal wird nur noch Deutsch gesprochen. Wer dagegen verstösst, muss zahlen bzw. dann werden die Eltern zur Kasse gebeten. 

Gründet dieser Schritt darauf, dass es in einer der Primarklassen Mobbing-Fälle gibt? 

Eine Mutter hat sich jedenfalls in ihrer Verzweiflung an das Regionalfernsehen TeleM1 gewendet. Ihre achtjährige Tochter werde in ihrer Klasse so stark gemobbt, dass diese nicht mehr zur Schule gehen möchte. Der Höhepunkt: Ein Mitschüler soll das Mädchen mit dem Tod bedroht haben.

Die Mobbingvorwürfe gehen noch weiter: Laut «TeleM1» wurden Kleider und Schuhe in Toiletten geworfen, Kinder angespuckt. Auch die Gewalt auf dem Pausenplatz habe zugenommen.  

Mehr als zwei Drittel der Schüler soll Migrationshintergrund haben, erzählen Eltern. Ist das der Grund für das Mobbing?

Die Schulleitung gibt zu, dass ein Problem besteht. Aber nicht alleine die ausländischen Kinder seien dafür verantwortlich. «Aus der Sicht von mir und den Lehrpersonen ist es nicht ein Ausländerproblem», so Schulleiter Hanspeter Stöckli. Es gehe vielmehr um die Konstellation der Klasse. «Es hat Kinder, die schlecht sozialisiert sind.» 

Die Schule hat reagiert, sich beraten lassen und eine Klassenintervention durchgeführt. 

Eine Ausnahme

Laut Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi ist die Problemklasse eine Ausnahme. «Die Lehrerschaft und die Schule machen einen super Job.»

Das finden einige Eltern offenbar nicht. Jetzt suchen sie sogar eine neue Schule für ihre gemobbten Kinder.

Laut Bartholdi hat der Gemeinderat die neuen Ausführungsbestimmungen zur Schulverordnung erlassen, weil allgemein die Meinung bestand, dass die Gemeinde nicht für Erziehung, Dolmetscher oder zusätzlichen Deutschunterricht aufkommen muss. Bestandteil der neuen Bestimmungen sind auch Verhaltensregeln. (ldu)