Egerkingen
Sieben Grillfreaks aus der Region wollten BBQ-Master werden – der Sieger überraschte

Im Gäupark in Egerkingen haben sich am vergangenen Wochenende mehrere Hobby-Grillmeister um Ehren und die Teilnahme am nationalen Anlass gemessen. Beim Augenschein offenbarte sich viel Leckeres, viel Fleischiges und eine gehörige Portion Zeitdruck.

Rebekka Balzarini
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Alain Wasser aus Oensingen beim Grillieren.
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Sascha Ramalho auf dem Weg zu seinem unverhofften Sieg.
Hochkonzentration: Es geht in die entscheidende Phase.
Leckere Aussichten
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Für die Zuschauer gab's kleine Probier-Häppchen.
Leckere Aussichten
Grillmeisterschaften im Gäupark
Die Jury tagt, respektive geniesst.
Das Podest der besten Grillmeister

Alain Wasser aus Oensingen beim Grillieren.

Remo Fröhlicher

Auf dem grossen Tisch steht alles bereit: Gewürze, Messer, Schnittbretter und verschiedene Öle. Die sieben Teilnehmer des Ausscheidungsturniers der Einzelgrill-Meisterschaft für Amateure im Egerkinger Gäupark vom letzten Samstag stehen an ihren Plätzen und warten auf den Startschuss. Eine knappe Stunde haben sie Zeit, um ein Schweinsplätzli zu grillieren. Als Beilage stehen Gemüse und Obst auf dem Nebentisch bereit, für die Marinade liegen Bier- und Colaflaschen im Kühlschrank.

Einige haben sich intensiv vorbereitet, zum Beispiel Alain Wasser aus Oensingen. Grillieren ist seine Leidenschaft. «Ich lade fast jedes Wochenende Freunde zum Grillieren ein. Und am Grill stehe dann immer ich.» Seine Freunde sind von seinem Talent überzeugt. Einer will ihn sogar motivieren, eine Kochlehre zu machen, und hat ihm deshalb ein Kochhemd geschenkt. Wasser gehört zu den ambitionierten Teilnehmern am Tisch.

Sascha Ramalho aus Solothurn dagegen nimmt den Wettkampf eher locker: «Ich bin eigentlich nur wegen des Essens hier», sagt er und grinst. Er hat sich spontan mit einem Kollegen für die Teilnahme entschieden.

Die Uhr tickt unerbittlich

Dann gilt es Ernst: Speaker Kevin Müri hält einen grossen Küchenwecker in die Luft. «Jetzt habt ihr 25 Minuten Zeit, um vorzubereiten und eure Zutaten zu sammeln. Nach dieser Zeit wechselt ihr an euren Grill und habt dann nochmals 25 Minuten Zeit, um euer Gericht fertigzumachen.»

Was soll in den Korb? Peperoni, Kartoffeln oder Tomaten? Alain Wasser entscheidet sich für Peperoni, Zwiebeln, Äpfel und eine Zitrone. Dazu frische Kräuter. Zurück am Tisch sind alle konzentriert. Aus den gleichen Grundzutaten entstehen ganz verschiedene Gerichte. «Denkt daran, die Jury will Grillspuren auf dem Fleisch sehen», gibt Speaker Müri durch. Auf dem Tisch wird konzentriert gearbeitet. Gemüse schneiden, Zwiebeln hacken, die Marinade ins Fleisch massieren.

Bell BBQ Masters Series

Sieben Personen nahmen beim Gäupark an der Einzelgrill-Meisterschaft für Amateure teil. Die offiziellen Schweizer Meisterschaften der Swiss Barbecue Association finden im Rahmen der Bell BBQ Masters Series statt. Es gibt eine Einzelkategorie und Teamkategorien für Amateure und Profis. Die Sieger aller Kategorien qualifizieren sich für den Finaltag, der am 9. September auf dem Waisenhausplatz in Bern stattfindet.

Die zehn Ausscheidungsturniere für Amateure fanden in der ganzen Schweiz statt, das Turnier im Gäupark war das letzte im Turnus. Die Sieger der jeweiligen Turniere dürfen am Finaltag in Bern vom 9. September teilnehmen. Am gleichen Tag finden auch die Schweizer Meisterschaften der Profi- und Amateur-Teams statt.

Tipps vom Speaker

Nach 25 Minuten tragen die Teilnehmer die Aluschalen mit ihren vorbereiteten Zutaten zum Grill. Daniel Keller aus Deitingen hat Kräuterbutter vorbereitet und Gemüse für Ratatouille geschnitten. Ratatouille auf dem Grill ist eine komplizierte Angelegenheit. «Wegen der unterschiedlichen Garzeit der Gemüsesorten darf man nicht alle gleichzeitig in die Grillschale geben», verrät er. Beobachtet wird er von seiner Familie. «Papa kann super grillen!», erklärt sein Sohn stolz.

Alain Barbafieri aus Kestenholz hat Kartoffeln, Tomaten und Zucchini in seiner Grillschale. Er sei eigentlich Vegetarier, erklärt er. «Aber Fleisch zu grillieren, stört mich nicht.» Die Uhr tickt, der Stress ist einigen anzusehen. Sascha Ramalho und sein Kollege Yves Kolly aus Gais AR helfen sich gegenseitig aus. Eilig füllt Ramalho die beiden Schalen, die der Jury zur Degustation überreicht werden müssen. In seiner liegt ein grilliertes Schweinsplätzli, Gemüse mit Speck und ein Maiskolben.

Ähnlich sieht es in der Schale seines Kollegen aus. «Richte es nicht genau gleich an», raunt ihm Speaker Müri zu. «Sonst sieht das so aus, als hättet ihr das abgesprochen.» Ramalho reagiert und legt rasch den Speck in einer der Schalen woanders hin. Die letzte Minute ist angebrochen. Schnell die Schalen schliessen und der Jury übergeben – und dann als Belohnung ein kühles Bier geniessen.

Unverhoffter Sieger

Wie ist es gelaufen? Alain Wasser ist zwar zufrieden, «aber irgendwie habe ich es anders erwartet». So ein Plätzli findet er sehr einfach. «Meine Spezialitäten sind eher die komplizierten Sachen, Pulled Pork zum Beispiel.»

Daniel Keller hatte mit der Zeit zu kämpfen: «Das war neu für mich, dass ich so unter Zeitdruck arbeiten muss», erklärt er. Die Teilnehmer stehen nach dem Wettkampf zusammen. Sie probieren, diskutieren und warten auf die Rangverkündigung.

Nach rund 20 Minuten hat die Jury ihr Urteil gefällt. Und einen Überraschungssieger gekürt: Gewinner des Ausscheidungsturniers in Egerkingen ist Sascha Ramalho. «Das gibts doch nicht», sagt er fassungslos und steigt zuoberst aufs Podest. Vegetarier Alain Barbafieri wird Zweiter. Auf den dritten Platz hat es Daniel Keller geschafft. Sascha Ramalho muss jetzt anfangen zu trainieren. Am 9. September grillt er am Finaltag gegen Grillfans aus der ganzen Schweiz in Bern.

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