Es war die 253. und letzte Sitzung, die Lostorfs abtretende Gemeindepräsidentin Ursula Rudolf am Montagabend auf Schloss Wartenfels leiten durfte. Die Sitzung stand ganz im Zeichen der Ehrungen und Verabschiedungen. «Sie war eine sehr aufgestellte und freundliche Person sowie eine pflichtbewusste und stets korrekte Gemeindepräsidentin», würdigte sie ihr Vize Thomas Schenker.

Wohl habe sie es in ihrem Amt «nicht immer leicht gehabt», und nun trete sie «in den verdienten Ruhestand». In ihrer zwölfjährigen Amtsperiode habe sie 41 Gemeindeversammlungen mit 229 Geschäften sowie 253 Gemeinderatssitzungen mit insgesamt 2121 Geschäften geleitet, so Schenker. Er ehrte sie im Rahmen des Gesamtgemeinderates und überreichte ihr ein Paar original Stöckli-Ski mit der legendären Bügel-Bindung.

«Der Rat hat viel erreicht»

«Wir haben im Gemeinderat in all diesen Jahren viel erreicht und teils zeitintensive Geschäfte behandelt», bilanzierte Rudolf. Wasser, Kanalisation, Schulraumbauten – um diese Bereiche habe sich viel gedreht während ihrer Amtszeit. Es sei in diesen zwölf Jahren auch nicht möglich gewesen, alle zufriedenzustellen.

«Aber alle Entscheide hat der Rat nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt, und fast alle Entscheide hat die Bevölkerung mitgetragen», resümierte die abtretende Gemeindepräsidentin. Bis auf den Werkhof. «Aber mit dem Wissen von heute hätte man bei diesem Geschäft einiges anders gemacht», glaubt die abtretende Gemeindepräsidentin.

Nun, mit dem Wechsel vom Referenten- zum Ressortsystem, werde jedes Ratsmitglied mehr Verantwortung zu tragen haben. «Ihr werdet Euer Ressort repräsentieren müssen und stets abzuwägen haben, ob eine Mehrheit sowohl im Rat als auch in der Bevölkerung gewonnen werden kann. Jeder von Euch wird mehr der Öffentlichkeit ausgesetzt sein, als dies bisher der Fall war», mahnte sie. Doch sie sei «sehr zuversichtlich, dass der neue Gemeinderat die anstehenden Geschäfte mit Bravour leisten wird».

hinten von links: Corinne Saner, Sämi Bünder, Hubert  Sulzer,Thomas Schenker und Herbert Frei sowie (vorne, von links):  Marianne Peier, Susanne Segna, Judith Engel, Ursula Rudolf und Beat  Probst. Es fehlt Ivo Haueter.

Der Gemeinderat tagte letztmals in der alten, elfköpfigen Zusammensetzung.

hinten von links: Corinne Saner, Sämi Bünder, Hubert Sulzer,Thomas Schenker und Herbert Frei sowie (vorne, von links): Marianne Peier, Susanne Segna, Judith Engel, Ursula Rudolf und Beat Probst. Es fehlt Ivo Haueter.

Und einige Gemeinderatsmitglieder werden in der neuen Amtsperiode 2013/17 nicht mehr dabei sein. Auch sie wurden für ihre Ersatz- und zuletzt ordentliche Mitgliedschaft im Rat geehrt und verabschiedet. Es handelt sich dabei um Herbert Frei (sechs Jahre), Ivo Haueter (zwei Jahre), Thomas Schenker (acht Jahre), Susanne Segna (28 Jahre mit wenigen Unterbrüchen) und Hubert Sulzer (zwölf Jahre).

Ebenfalls geehrt und verabschiedet wurden die nicht mehr antretenden Ersatzmitglieder: Dominik Beriger (zwei Jahre), Christoph Jeger (acht Jahre), Kurt Kristandl (sechs Jahre), Chantal Müller-Rüegsegger (vier Jahre), Stéphane Rothen (drei Jahre), Matthias Wermuth (sechs Jahre) und Marlise Widmer (acht Jahre).

Ja zu Geschäft Wengistrasse

Vor den Ehrungen galt es noch, die ordentlichen Traktanden abzuarbeiten. Das gewichtigste ist der Ersatz und Ringschluss der Wasserleitung sowie die Kalibervergrösserung Kanalisation in der Wengistrasse. Gemäss Bauverwalter Stefan Götschi ist ein Ringschluss mit den Wasserleitungen in der Haupt- und in der Bachstrasse nach GWP vorgesehen.

Zudem sei die Wasserleitung rund 60 Jahre alt, und ein Bruch im Februar 2012 habe bereits grosse Kosten in der Höhe von Fr. 26 889.55 exklusive Mehrwertsteuer verursacht. Betroffen vom Gesamtprojekt ist der Abschnitt von der Hauptstrasse bis zu besagtem Bruch. Auch müsse gemäss GEP die ebenfalls rund 60 Jahre alte Kanalisationsleitung in der Wengistrasse ersetzt werden, und zwar sei eine Kalibervergrösserung von 200 Millimeter auf 300 Millimeter vorgesehen.

Die Kosten für die Wasserleitung (Projekt 2013 plus Teilprojekt 2012 nach dem Bruch) belaufen sich – exklusive Mehrwertsteuer – auf Fr. 143 518.50 plus Fr. 26 889.55, jene für die Kanalisationsleitung auf Fr. 187 037.05 (exklusive Mehrwertsteuer). Das beantragte Kreditbegehren in der Höhe von 357 500 Franken wurde vom Rat einstimmig zu Handen der Gemeindeversammlung vom 10. September verabschiedet.

In Kürze

Der Gemeinderat verabschiedete die Traktandenliste zu Handen der Gemeindeversammlung vom Dienstag, 10. September einstimmig.

Die Gemeindepräsidentin informierte über die von den Lehrlingen der Vogt AG gesammelten Spendengelder über 5000 Franken zu Handen eines nachhaltigen Jugendprojekts in der Gemeinde (wir berichteten). Der neue Gemeinderat müsse nun bestimmen, was «nachhaltig» sei, so Rudolf.

Da eine Partei die Liste der Gemeinderats-Ersatzmitglieder und Kommissionsmitglieder noch nicht eingereicht hat, muss deren Vereidigung und Konstituierung verschoben werden. Jedoch sei der Amtsantritt am 1. Oktober gewährleistet, so die Gemeindepräsidentin.

Rudolf machte darauf aufmerksam, dass am kommenden Montag, 19. August, eine Info-Veranstaltung zum Vernetzungsprojekt Gösgen-Nord in Stüsslingen stattfindet.

Der Gemeinderat wird der Einladung der Einwohnergemeinde Wisen zum Festspiel «100 Jahre Hauenstein-Basistunnel» vom Samstag, 24. August, Folge leisten und eine Vertretung entsenden.