30 Jahre keramische Arbeiten und nun ist sie zurück bei ihren künstlerischen Anfängen: der Malerei. Jeanette Lerch, seit drei Jahrzehnten in Lostorf wohnhaft, stellt präsentiert bis zum 18. Dezember ihre jüngsten Werke in der Alten Kirche in Härkingen.

«Ich habe etwas zu sagen»

«Als ich die alten wertvollen Pinsel nach vorne geholt, die Farbe gerochen habe, war für mich klar: Ich habe etwas zu sagen», erklärt Jeanette Lerch ihre Hinwendung zur Malerei, weg von der plastischen Kunst.

Und was sie in ihrer Kunst zum Ausdruck bringen möchte, hat es in sich. Konkret zeigt sie in der Ausstellung Allegorien: Auf den ersten Blick harmlose Tiermalereien, die bei genauerer Betrachtung tiefere Bedeutungen in sich tragen. Sinnbildlich steht so der Affe mit nacktem Schädel eines Artgenossen in der Hand für die Erinnerung an die eigene Sterblichkeit.

Der Vanitas-Gedanke, welcher im Barockzeitalter (16. bis 18. Jahrhundert) einen gewichtigen Stellenwert in der Kunst innehatte, in neuem Kleid sozusagen. Der lebende Strauss in trauter Zweisamkeit mit einem Gerippe, ebenso die zärtliche Umarmung zwischen Elefantenrüssel und Elefantenschädel.

Solche Bilderkompositionen prägen die Ausstellung in der Alten Kirche. Doch sind ebenfalls hoffnungsvollere Elemente zu sehen. Auch wenn manche Bilder eher verzweifeltes Hoffen darstellen, wie Lerch sagt. Nur schön seien die Bilder nie, immer seien sie auch beunruhigend.

Fasziniert ist Lerch von Tieren allgemein, ihre liebsten seien denn auch Federvieh und Affen. Und den Letztgenannten widmet sie besondere Aufmerksamkeit in ihren Werken. Hier der denkende, kluge Affe beim Schachspiel, dort der ob der Milchstrasse und dem Sternenhimmel ins Staunen geratene Primate.

Doch auch das Brahmahuhn, auf einem Holzstück in wildem Gewässer auf einem Holzstück stehend, den Friedenszweig im Schnabel haltend hat seinen Auftritt in dieser Ausstellung.

Allen Bildern hat Lerch eine persönliche Bedeutung beigefügt. Auch ohne diese zu kennen, kann der Betrachter die fein gesetzten Symbole erkennen und für sich selbst deuten.

Es gibt jedoch auch plakativere Elemente, welche ihre Bedeutung allzu schnell offenbaren. Doch die moderne Umsetzung des Vergänglichkeitsgedankens fasziniert in dieser Ausstellung.