Mümliswil
Sie kommen von überall her auf «Brandspuren»-Suche

Das Interesse an der Sonderausstellung «100 Jahre Eplosionskatastrophe» im Museum Haarundkamm ist gross. Aus der ganzen Deutschschweiz reisen die Besucher nach Mümliswil.

Alois Winiger
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Eine von 32 Stelen «Brandspuren» zur Sonderausstellung, hier vor dem Museum Haarundkamm.

Eine von 32 Stelen «Brandspuren» zur Sonderausstellung, hier vor dem Museum Haarundkamm.

Alois Winiger

«Ganz grossartig läuft es», platzt es aus Elvira Bader heraus. «Wir haben an Tagen, an denen sonst eher wenig läuft, schon hundert und mehr Besucher in der Ausstellung gehabt.» Es ist eine Sonderausstellung mit dem Titel «Brandspuren» im Museum Haarundkamm – und stellenweise im Dorfkern – zum Gedenken an den 30. September 1915, als sich in der Kammfabrik Mümliswil eine Explosion mit Brandfolge ereignete und dabei 32 Menschen starben.

Das Ereignis von damals und die aktuelle Ausstellung finden nicht nur regionale Resonanz in den Medien, sondern auch nationale. «Die Wirkung ist gut spürbar. Wir dürfen Besucher aus der ganzen Deutschschweiz begrüssen», berichtet Elvira Bader; sie ist Präsidentin des Vereins Haarundkamm, der die Ausstellung organisiert hat, und hilft im Betrieb mit. Ein Wermutstropfen sei, dass es ein so trauriges Ereignis sei, das Besucherzahlen bringt. «Aber wir machen ja keine Show, sondern möchten, dass die Katastrophe und das Leid, das dadurch verursacht wurde, nicht vergessen wird.»

In der Tat ist es den Ausstellungsmachern, allen voran Kurator Joseph C. Haefely, bestens gelungen, ein eindrückliches Bild von der damaligen Lage zu gestalten. Man ist berührt von den menschlichen Tragödien und wird gleichzeitig informiert über Hergang und Auswirkungen der Katastrophe, erfährt Details, die bisher nicht bekannt waren.

Und es werden immer mehr: Besucher, die etwas zum Ereignis zu berichten wissen, können dies auf Papier bringen und abgeben oder per Mail ans Museum weiterleiten. «Das funktioniert erfreulich gut», sagt Haefely, «ich habe sogar Material aus Übersee bekommen.»

Es gehe so weiter, wie es angefangen hat bei der Planung für die Ausstellung. «Eines zieht das andere nach, ohne dass ich danach suche.» Haefely ist überzeugt: «So viele Zufälle gibt’s nicht. Das ist Vorsehung.» Sein Wunsch geht in Erfüllung: Die Ausstellung wächst immer weiter und bekommt so eine nachhaltige Wirkung.

Im Tagebuch blättern

Für die Ausstellungsmacher bieten sich noch unzählige Möglichkeiten für das Wachstum. So sind zum Beispiel Monitorstationen in Vorbereitung, auf denen man alte Musterbücher der früheren Kammfabrik durchblättern kann. Apropos durchblättern: Das lässt sich auch das Tagebuch des Ausstellungsmachers Josef C. Haefely, zu finden ist es auf der Homepage haarundkamm.ch

Öffnungszeiten Mi bis Fr 14 bis 18 Uhr, Sa/So 11 bis 18 Uhr; für Gruppen ausserhalb dieser Zeiten Tel. 062 386 12 30.

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