Eine schöne Anzahl Mitglieder der IHV traf sich im Saal des Hotel Balsthal zur jährlichen Generalversammlung. Neben den statutarischen Geschäften war es wohl auch der Gastreferent, der Olympia-Sieger im Rudern, Vierer Leichtgewicht Simon Schürch (*1990), der die Vereinsmitglieder an das Treffen lockte. Simon Schürch stellte die Erfolge, die er mit seinen Team-Kollegen Lucas Tramèr, Simon Niepmann und Mario Gyr erzielen konnte, kurz vor und: «Nach der Saison 2014 übernahm der Neuseeländer Ian Wright uns vier Athleten.» Unter seiner Leitung setzte der «Swissfour» zum Höhenflug an: Europameister 2015/2016, Gesamtweltcupsieger 2015, Weltmeister 2015 und Olympiasieger 2016. Mit einer kurzen Filmeinspielung liess Schürch dann den wichtigsten Erfolg des Teams, den Siegeslauf in Rio, nochmals aufleben.

Und er stellte fest: «Um Erfolg zu haben, braucht es Inspiration und Motivation; und es braucht Leidenschaft und den absoluten Willen zum Sieg.» Schürch berichtete auch von den Wettkampf- und Lebensbedingungen damals an der Olympiade. «Wir konnten in einem tollen Appartement während der Wettkampfwoche ganz in der Nähe des Wettkampfsees wohnen und mussten uns nicht täglich durch den Verkehr zwängen.» Solche alltäglichen Umstände hätten sicher auch geholfen, den Olympiasieg Realität werden zu lassen. «Denn es gab für uns und unsere Betreuer und Trainer nur ein Ziel: der Sieg.»

Kontrollierbares Risiko

Jeder in einer Ruder-Mannschaft müsse eine hohe Sozialkompetenz mitbringen, erörterte Schürch einen weiteren Aspekt des Erfolges. «Wir lebten eng zusammen und hatten uns schriftliche Regeln gegeben, an die sich jeder zu halten hatte.» Jeder einzelne müsse seine Schwächen und Stärken und diejenigen seiner Kollegen kennen, sodass am Ende die maximale Leistung im Zusammenspiel abrufbar sei. Und weiter: «Will man Erfolg haben, muss man auch bereit sein, ein kontrollierbares Risiko einzugehen, Schmerzen zu ertragen.»

Schürch zeigte ein Foto seiner zwei mit Blasen übersäten Ruderer-Hände nach einem Wettkampf. Dazu kommentierte er: «Solche Ereignisse konnten das Spiel sein: Wer am längsten seine Hände auf die Herdplatte legen kann, hat gewonnen.» Will heissen: Wer sich ein hohes Ziel setzt, muss im entscheidenden Moment bereit sein, gegen alle Widerstände durchhalten und seine Zweifel überwinden. «Heute ist das der wichtigste Tag in meinem Leben; diese Chance kommt nie mehr zurück», so müsse man sich selbst motivieren, denn «ein Erfolg ist nie einfach bloss ein Zufall».

Sich neue Ziele gesetzt

Schürch selbst hat nach diesem sportlichen Erfolg mit dem Leistungssport aufgehört, sich dem Wirtschaftsstudium gewidmet und dieses abgeschlossen. «Ich hatte erreicht, was ich erreichen wollte und so habe ich mir ein neues Ziel gesetzt.» Er weiss von Leistungssportlern, die nach der aktiven Zeit in ein Loch gefallen sind. «Das ist wirklich eine Gefahr», sagte er. Wichtig sei, dass man sich bereits in der aktiven Zeit über seine Zeit nach dem Spitzensport Gedanken mache und ein Ziel anpeile.

Der seit einem Jahr im Amt stehende Präsident des IHV, Peter Dietschi, gab im statutarischen Teil Auskunft über das vergangene Vereinsjahr. Er motivierte die Mitglieder insbesondere, sich zur 2. Nacht der Solothurner Industrie, welche von der Solothurner Handelskammer durchgeführt wird, zu melden.