«Fünf mal zehn» heisst das Buch, in dem Geschichten aus dem Leben von Doris Bader-Grolimund zu finden sind. «Ich habe schon immer gerne geschrieben und vor einiger Zeit schon ein paar Texte verfasst, die jetzt in mein Buch geflossen sind», gesteht die gebürtige Beinwilerin in ihrem Einfamilienhaus in Mümliswil. «Als ich vergangenes Jahr 50 Jahre alt wurde, beschloss ich, ein Buch über mein Leben zu schreiben.»

Angespornt wurde Doris Bader durch einen Zeitungs-Artikel über das Kulturprojekt Edition Unik aus Zürich. Dieses vom ehemaligen Expo.02-Macher Martin Heller ins Leben gerufene Projekt will Schreibwillige dazu ermuntern und ihnen helfen, ihre eigene Geschichte und ihre Ideen zu Papier zu bringen. «Ich meldete mich an und bekam daraufhin eine spezielle Computer-App sowie eine Arbeitsmethodik, welche mir ermöglichte, ein Buch strukturiert zu schreiben.»

Wert, aufgeschrieben zu werden

Es sei ihr nicht um eine grosse Veröffentlichung ihrer Lebensgeschichte gegangen, sagt Bader. «Ich wollte dieses Buch nur für mich und für meine Familie schreiben, denn es gibt doch von jedem Menschen ganz persönliche Geschichten, die nur sein engstes Umfeld interessieren. Die es aber dennoch wert sind, aufgeschrieben zu werden.» 

Zudem war es für Doris Bader wertvoll, während des ganzen 17-wöchigen Entstehungsprozesses eine Aufgabe ganz für sich zu haben. «Es war wie eine Art Meditation. Mir Zeit zu nehmen, über mein Leben nachzudenken. Das habe ich genossen.»

Der Verlag organisierte in dieser Zeit zwei Treffen in Zürich mit anderen Kursteilnehmern, wo man sich austauschen und das Geschriebene vorlesen konnte, wenn man dies wollte. «Es waren mehrheitlich ältere Personen, Männer und Frauen», sagt Bader. Mit ihren 50 Jahren sei sie eine der Jüngeren gewesen. Wer intensivere Anleitung oder Korrekturen an seinem Text wünschte, für den stünden vom Verlag engagierte Fachleute, die «Mentoren» zur Verfügung.

Leben in «fünf mal zehn» Jahren

Die Verantwortlichen der Edition Unik betonen, dass sie kein Verlag sind. Ihnen geht es lediglich darum, Schreibende beim Verfassen ihrer Texte anzuleiten und zu unterstützen. Die dabei entstandenen Bücher werden nicht publiziert oder verlegt. Sie sollen Geschenke der Schreibenden an sich selbst, ihre Lieben oder die interessierte Öffentlichkeit sein, das heisst es in den Unik-Unterlagen.

«In meinem Buch habe ich mein Leben in fünf mal zehn Jahre eingeteilt. Alles in Kapitel gefasst und mit einigen Fotos aus dem Privatalbum ergänzt», sagt Bader. So entstand ein 165-seitiges, illustriertes Buch mit hellgrünem Leineneinband.

Sie habe enorme Freude gehabt, als sie – zusammen mit den rund 50 anderen Teilnehmern ihres Kurses – im vergangenen Dezember in Zürich «ihr» Buch anlässlich einer Vernissage in Empfang nehmen konnte. Und was kostet es für einen «Autor», sein eigenes Buch zu schreiben und drucken zu lassen? Der 17-wöchige Kurs, der neben dem Computerprogramm, eine Arbeitsmethodik, das Buchlayout und die zwei gedruckten Bücher beinhaltet, kostet 480 Franken. «Wer mehr Bücher will, kann diese beim Verlag nachbestellen.»