Laupersdorf
Showtime mit «Opus One» anstatt der «Harmonie»

Das Opus One Orchestra ist zwar noch jung, trotzdem kann es auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Gegründet wurde die Formation unter dem Namen Harmonie Laupersdorf im Jahre 1897.

Remo Fröhlicher (Text und foto)
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Dass es mit Opus One in den letzten Jahren aufwärtsging, demonstrierte die Band in ihrer musikalischen Show auch optisch. Nach der Pause stand der ganze Blechbläsersatz auf einem Baugerüst und war so den Sternen schon etwas näher.

Dass es mit Opus One in den letzten Jahren aufwärtsging, demonstrierte die Band in ihrer musikalischen Show auch optisch. Nach der Pause stand der ganze Blechbläsersatz auf einem Baugerüst und war so den Sternen schon etwas näher.

REMO FROEHLICHER 0041 79 288817

Funkiger Spirit einer begeisternden Band lieferte die beste Basis für eine angeheizte Stimmung in der voll besetzten Kreuzackerhalle in Laupersdorf. Showtime mit ‹Opus One› war angesagt. Wiederum gelang es dem einfallsreichen Leader Walter Vonarburg, seine Band zu Hochtouren auflaufen zu lassen. Dass inzwischen viele auswärtige Gäste den Weg ins Thal finden, ist die Folge einer soliden, kontinuierlichen musikalischen Arbeit der letzten fünf Jahre. Dank einem zeitgemässeren Namen und dem Geschmack der Bandmitglieder angepassten Musikstil ging es mit der Show-Band steil aufwärts.

Publikum gewonnen

Wer eine Performance mit «Sgt. Pepper’s» von den Beatles startet, hat das Publikum bereits für sich gewonnen. Die Rhythmussektion in entsprechend farbigen Klamotten bot auch für das Auge einen gelungenen Auftakt. Dass sich an diesem Abend verschiedene Solisten von der Posaune bis zum Vibrafon profilieren würden, zeigte die Swing-Nummer ‹Just a Gigolo›. Ausgeglichen und präzis im Sound, kein Register zu aufdringlich, so kam das Stück ab der Bühne.

In Rock'n'Roll und Jazz konnten sich die Solisten Roger mit einem souveränen Sax-Solo und Erwin mit diskretem und feinen Trompetenton hervorragend in Szene setzen. An der Interpretation von Cantaloupe Island aus dem Jahre 1964 hätte sich bestimmt auch Herbie Hancock gefreut. Das Konzert entwickelte sich nun doch klar Richtung Funk. Dies stellte an die Register hohe Anforderungen an der Grenze. Man spürte, mit wie viel Herzblut und leidenschaftlicher Begeisterung an den rhythmisch heiklen Passagen gearbeitet worden war. Funkige Musik verkauft sich beim entsprechenden Publikum bestens. Der Funke war bereits vor der Pause voll und ganz auf die Zuhörer übergesprungen.

Dass es mit Opus One in den letzten Jahren aufwärtsging, demonstrierte die Band in ihrer musikalischen Show auch optisch. Nach der Pause stand der ganze Blechbläsersatz auf einem Baugerüst und war so den Sternen schon etwas näher. «Welcome to the Jungle» aus dem gleichnamigen Film von Peter Berg wurde bestens interpretiert. Licht und Farbe in die düstere Dschungelwelt brachte Hansueli mit klar akzentuiertem Spiel auf den Saiten seiner Gitarre.

Wohltuend beruhigend gestaltete Simon sein Sopransax-Solo in der Ballade «Hold on to Love». Absolut makellos und seidenfein verbreitete sich der warme Sound im Publikum, das auch mit entsprechend begeistertem Applaus reagierte. Solide begleitet vom Gerüst herunter wurde der Song durch das ‹Blech›. Es war zu spüren, dass die Zuhörer solche ruhigere Einlagen schätzen.

Special Guest

Mit «Feeling Good» bewies Gabi, dass sie sich an diesem Abend bestens fühlte. Als Special Guest zog sie mit ihrer Stimme den ganzen Saal in ihren Bann. Schön, soulig, wie soll man ihre Performance nennen? Einfach wunderbar! Und wenn der Leader Walti mit seiner groovigen Stimme in Patent Ochsners «Vermisst» zusammen mit Gabi ein Duett zum Besten gibt, dann ist tosender Applaus garantiert. Und dieser Beifall verlangte nach dem letzten Song natürlich die notwendigen Zugaben, wo die Band ihre hohe Energie noch einmal ab Bühne und Gerüst in die Bombenstimmung der Kreuzackerhalle versprühen konnte.

Die authentische Spielfreude der Musikerinnen und Musiker jedenfalls wurde aus dem Publikum mit Eigenschaften von ‹extravagant›, ‹ideenreich›, ‹funky›, ‹übermütig›, ‹einheizend› oder ‹mitreissend› kommentiert.

Nun, «The Show must go on!» Und wenn das Opus One Orchestra auch in Zukunft weiterhin differenziert an der musikalischen Qualität arbeitet, schafft es die Band gemeinsam mit ihrem Leader bestimmt, ihr Gerüst um eine Plattform in die Höhe zu erweitern. Der Erfolg jedenfalls gibt dem Schaffen der Formation recht.