Ramiswil

Show zu Ehren der Freiberger-Rasse: 80 Stuten und Fohlen wurden zur 100-Jahr-Feier gezeigt

Mit einer speziellen Pferdeschau feiert der Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein in Ramiswil seinen 100. Geburtstag.

Als am 21. April 1918 in Oensingen unter dem Namen Solothurner Kaltblut-Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein die nun heute 100-jährige Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein gegründet wurde, hätte wohl niemand erahnen können, wie sich diese Vereinigung, ja die ganze Freibergerzucht, entwickeln würde. Die Wiege der Freiberger Rasse, die vor rund zwei Jahrhunderten entstanden ist, ist der historische Schweizer Jura. Die Freibergerpferde wurden als genügsame Arbeitstiere für die Feldarbeit eingespannt. Und die Armee setzte sie als Lasttiere ein, gerade zu Zeiten des Weltkrieges. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzten sich der Bund wie auch die Kantone stark für die Pferdezucht ein. 1901 eröffnete das Nationalgestüt in Avenches seine Tore.

Vom Ackergaul zum Freizeitpferd

Mittlerweile hat sich das Bild stark gewandelt. Heute wird der Freiberger als Freizeit- und Sportpferd eingesetzt. Der Arbeitsgefährte von damals hat sich zum modernen und vielseitig einsetzbaren Partner entwickelt. 1997 wurde der Schweizerische Freibergerverband gegründet und später vom Bundesamt für Landwirtschaft als offizielle Zuchtorganisation anerkannt. Freiberger Pferde können während des ganzen Jahres an zahlreichen Zuchtprüfungen teilnehmen, die vom Freibergerverband und den Pferdezuchtgenossenschaften gemeinsam organisiert werden. Ein Höhepunkt in der Zuchtsaison sind natürlich die jährlichen Fohlenschauen, welche im Herbst landauf und landab durchgeführt werden.

Geschenk an die Züchter

Zum hundertjährigen Jubiläum hat sich die Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein etwas Besonderes einfallen lassen und am abendlichen Züchterfest ihre aktiven Mitglieder mit einem wunderschönen Staatsriemen beschenkt. Im geheizten Festzelt liessen es sich die Falkensteiner gut gehen, genossen gemütliche Stunden im Kreise Gleichgesinnter.

Auf ihr Champion-Fohlen anstossen konnte Anita Gisler aus Ramiswil. Ihr Stutfohlen Hailey vom Hagli wurde aus den gesamthaft vier Rappels als schönstes Fohlen erkoren. Die Rassenexperten Hugo Piller und Vincent Monin hatten am Vormittag die schwere Aufgabe, die gesamthaft 71 vorgeführten Freibergerfohlen zu benoten für Typ, Bau und Gangwerk. Fohlen mit 21 und mehr Punkten kamen in den sogenannten Rappel. Dieser wurde getrennt nach Hengst- und Stutfohlen sowie unterteilt in zwei Alterskategorien durchgeführt, womit vier Siegerfohlen auserkoren wurden. Franz Antenen aus Welschenrohr heisst der Züchter von Denise, einem Anfang März geborenen Stutfohlen, welches die Richter mit ihrem Ausdruck überzeugte. Bei den Hengstfohlen gingen die Podestplätze einerseits an Roman Lisser aus Ramiswil mit Largo und andererseits an Remo und Martha Franz aus Pfeffingen BL mit Lennox von Rüttimatt.

Züchter wie der Ramiswiler Samuel Müller hatten an der Schau alle Hände voll zu tun, wenn sie gleich mehrere Fohlen dabeihatten. Auch die Vorbereitungen für so eine Schau sind mit immensem Aufwand verbunden, wenn die Youngsters gewaschen und frisiert werden, was selbstverständlich auch für deren Mütter gilt. Zeigt sich das Fohlen dann von seiner schönsten Seite – wie gewünscht taktvoll neben der Zuchtstute her trabend –, dann sind dies die unbeschreiblich schönen Momente für den Züchter. Für die engagierten Falkensteiner Züchter ist es zudem eine schöne Tradition, auch die eineinhalb- und zweieinhalb-jährigen Fohlen an der Schau in Ramiswil zu zeigen, was heute auf kaum mehr einem Schauplatz geschieht. Für die Zuschauer jedoch ein weiterer Höhepunkt am Schautag, wie die Präsentation der Zuchthengste Leon, Hiro und Holympe.

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