Das ehemalige Dosenbach-Ladenlokal befindet sich im Umbau, wo einst eine Denner-Filiale war, ist heute nur noch ein Verkaufsbüro und an den Schaufenstern des Modegeschäfts Takko prangen Rabatt-Kleber. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass es für die Läden im Lindenhag Park in Egerkingen nicht gerade rosig läuft. Nur einer scheint die Nase nach wie vor vorn zu haben: Aldi Suisse. Der deutsche Lebensmitteldiscounter erweitert momentan seine bereits vorhandene Filiale um rund 400 Quadratmeter.

Als das Einkaufszentrum im Jahr 2012 gebaut wurde, zogen folgende Filialen in die Ladenräumlichkeiten ein: Subway, Aldi, Dosenbach, Takko Fashion und Denner. Knapp die Hälfte hat diese Entscheidung in den vergangenen fünf Jahren rückgängig gemacht. Grund dafür: die Lage sei zu wenig rentabel. Dies unter anderem, weil sich in unmittelbarer Nähe zum Lindenhag Park der Gäupark befindet, der mittlerweile zum zentralen Einkaufszentrum im Gäu mutiert ist. Ob ein weiteres, kleineres Einkaufszentrum neben dem Giganten bestehen kann oder ob das Unternehmen von Anfang an riskant war, bleibt daher fragwürdig.

Wegen Gäupark zu gemacht

Vor rund einem Jahr wurde die Denner-Filiale im Lindenhag Park geschlossen. Nachdem die Ladenfläche lang leer stand, befinden sich in den Räumlichkeiten jetzt die Verwaltungsbüros der regionalen Verkaufsleiter, von welchem aus die Administration im ganzen Mittelland gesteuert wird. Mediensprecher Thomas Kaderli bestätigt auf Anfrage, dass diese Situation keine Übergangslösung, sondern eine langfristige Umstrukturierung ist: «Der Mietvertrag am vormaligen Standort der Verwaltungsbüros in Egerkingen lief aus. Es bot sich deshalb an, diese künftig in der Liegenschaft im Lindenhag Park unterzubringen.» Dass Denner die Filiale geschlossen hat, läge unter anderem daran, dass die Region mit der Filiale im Gäupark gut abgedeckt sei.

Ein weiterer Laden im Gäupark war auch für die Schliessung der Dosenbach-Filiale ausschlaggebend. «Wir fokussieren uns künftig auf unser Geschäft im naheliegenden Gäupark, wo wir grössere bauliche Investitionen planen», sagt Marco Greco, Leiter Marketing und E-Commerce von Dosenbach. Nachdem der Mietvertrag im Lindenhag Park regulär ausgelaufen sei, schloss also die Filiale ihre Tore.

Zufriedenheit gewährleistet

Dafür übernimmt Aldi Suisse jetzt die Räumlichkeiten des Schuhgeschäfts. Laut Mediensprecher Philippe Vetterli werde die Lager- und Verkaufsfläche um jeweils 200 Quadratmeter erweitert und gleichzeitig modernisiert. Des Weiteren werde die gesamte Innenbeleuchtung durch energiesparende LED-Leuchten ersetzt, im Kältebereich werden neue, energieeffiziente Kühlmöbel eingebaut und auch die Panetteria werde neu platziert und der dazugehörige Backaufbereitungsraum vergrössert. Nach der Erweiterung wird die Verkaufsfläche des Aldi in Egerkingen folglich gut 1000 Quadratmeter gross sein. Die Eröffnung des neuen, grösseren Ladenlokals ist auf den 1. März 2018 geplant.

Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi ist über die Entwicklung im Lindenhag Park erfreut: «Alles ist besser, als leere Ladenlokale zu haben», sagt sie lachend. «Dass Aldi erweitern kann, zeigt, dass sich Egerkingen zu einem Verkaufsdörfchen gemausert hat.» Zudem werden so die vorhandenen Räumlichkeiten und Parkplätze optimal genutzt und bringen nicht mehr Verkehr ein.

Auch die Mieter Subway und Takko Fashion harren weiterhin im Lindenhag Park aus. Mehr noch, sie sind mit der Lage sehr zufrieden: «Für uns ist der Standort perfekt», sagt Subway-Geschäftsführer Roger Brogli. «Verkehrstechnisch sind wir gut gelegen und können unsere Öffnungszeiten selber bestimmen. Das hätten wir im Gäupark nicht.» Bei Takko handle es sich laut Mediensprecherin Ricarda Edler bei den Rabatten um einen Winterschlussverkauf, den es gesamtschweizerisch gibt. Folglich hängen die Aktionen nicht mit dem Standort zusammen und das Modegeschäft plant auch, anders als Denner und Dosenbach, keinen Auszug.