«lokal wirken»

«sGwärb im Thal-Gäu ungerstütze»: Plattform gibt dem lokalen Gewerbe ein Gesicht

Fabian Gloor (links) und Jürg Perren unterstützten Michèle Ackermann beim Aufbau der Plattform.

Fabian Gloor (links) und Jürg Perren unterstützten Michèle Ackermann beim Aufbau der Plattform.

Michèle Ackermann und ihr Projektteam möchten das Gewerbe in der Amtei Thal-Gäu mit der Aktion «lokal wirken» stärken.

Vor nicht ganz einer Woche verkündete der Bundesrat den baldigen Ausstieg aus dem nationalen Lockdown. Mit anderen Worten: Ärzte, Coiffeure, Kosmetikstudios und andere Gewerbe können bereits ab dem kommenden Montag ihre Türen wieder öffnen. Auch wenn diese Zeichen wieder für einen kleinen Hoffnungsschimmer beim Gewerbe sorgen, so ist der Weg aus der Krise für viele noch lange nicht vorüber.

Das wissen nicht nur die einzelnen betroffenen Betriebe, sondern auch die Gemeinden. Um dem hiesigen Gewerbe in der Amtei Thal-Gäu unter die Arme zu greifen, lancierte die Balsthalerin Michèle Ackermann zusammen mit einem Projektteam die Plattform «lokal wirken». Der Slogan ist im Dialekt gehalten: «sGwärb im Thal-Gäu ungerstütze».

Eine Kooperation mit Gemeinde und Gewerbeverein

«Die Idee schwirrte schon länger in meinem Kopf herum, aber erst Anfang April fand ich die Zeit dafür. Ich habe dem Gemeindepräsidenten Oensingens Fabian Gloor eine lange Whatsapp-Sprachnachricht hinterlegt, und so hat alles seinen Lauf genommen», sagt Michèle Ackermann auf Anfrage. Gloor, den Ackermann persönlich kennt, habe daraufhin Kontakt mit dem Gewerbevereinspräsidenten in Oensingen Jürg Perren aufgenommen. Seitdem wuchs die Plattform stetig heran. Seit rund einer Woche ist die lokal-wirken.ch online zugänglich. Inspiriert wurde die Balsthalerin, welche in der PR-Abteilung der Jura tätig ist, von anderen Kampagnen in der Schweiz, die bereits am Laufen sind.

Meist handelt es sich hierbei um Aktionen in urbanen Gebieten. «Ich habe bewusst einen lokalen Rahmen gewählt, weil die Leute einen persönlichen Bezug zu den Läden haben. Dadurch ist die emotionale Nähe viel grösser», argumentiert Ackermann. Bisher hat das Team rund um die Balsthalerin die Bevölkerung aber noch nicht informiert. Das wird sich am Freitag ändern. «Mithilfe von Medienmitteilungen und Facebook-Werbung hoffen wir, dass sich genügend Leute melden und die regionalen Geschäfte unterstützen», sagt Michèle Ackermann.

Im Zentrum der Plattform stehen die einzelnen Läden und Gewerbebetriebe. «Ich habe gemerkt, dass es bei den Geschäften ziemlich ernst wurde. Deshalb wollte ich gerne helfen, um zusammen etwas zu erreichen. Schliesslich sind wir zumindest indirekt alle davon betroffen», äusserst sich Ackermann zur allgemeinen Situation. Ein anderes Ziel des Projekts ist es nicht nur die lokalen Geschäfte durch die Coronakrise sicher zu manövrieren, sondern auch auf diese aufmerksam zu machen. «Es gibt hier nämlich viele kleine Gewerbe, die sehr innovativ sind, aber nicht die Möglichkeiten haben, selber Werbung zu schalten», sagt die Balsthalerin. Mit «lokal wirken» möchte sie mehr Menschen dazu animieren, in der Region statt in der Stadt ihre Dienstleistungen zu beziehen. «Über die Internetplattform können die Leute ganz gezielt ihrem Lieblingsladen oder Lieblingsrestaurant helfen. Im Gegenzug wollen wir die Läden dazu bewegen, mehr Spezialangebote zu offerieren», erklärt Ackermann. Die Betriebe können sich auf der zentralen Plattform präsentieren, was auch den Weg für den Kunden deutlich verkürzt. Er muss sich die vielfältigen Angebote nicht selbst mühsam zusammensuchen und erhält nach Gemeinde gegliedert einen Überblick über die registrierten Gewerbebetriebe. «Bisher haben wir sehr viele positive Rückmeldung seitens der Gewerbe und Gemeinden erhalten», so die PR-Fachfrau.

Ein Projekt, das Corona überdauern soll

Auch Fabian Gloor ist als Gemeindepräsident überzeugt von der Plattform: «Das Gewerbe ist wichtig für die Standortattraktivität in unserer Region. Nun besteht mit lokal-wirken.ch ein gutes koordiniertes Angebot, um in der Krisensituation zu unterstützen, von dem das lokale Gewerbe hoffentlich auch langfristig profitiert.»

Zusammen mit dem Gewerbevereinspräsidenten von Oensingen, Jürg Perren, wurden auch die Gewerbevereine Thal, Gäu und Balsthal-Klus ins Boot geholt. Diese haben nun ihre Vereinsmitglieder aktiv über das Projekt informiert. «Es ist natürlich toll, dass uns so viele Gewerbevereine auch finanziell unterstützen. Für die Geschäfte heisst das allerdings nicht, dass sie Teil eines Gewerbevereins sein müssen, um sich bei uns eintragen zu können. Sie müssen auch nichts dafür zahlen», sagt Ackermann. Mittlerweile nehmen bereits zahlreiche Betriebe aus rund zwölf Gemeinden aus der Amtei Thal-Gäu am Projekt teil.

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