Serie: Aus alt wird neu
40 Jahre, 2 Jahreszahlen, 1 Bild: Was eine «Wiese an der oder über der Halde» mit Holderbank zu tun hat

Teil sechs unserer historischen Serie widmet sich Holderbank, dem Dorf «am Änd vom Thal, ob Balschtel zue». Der Name stammt wohl ursprünglich von einem althochdeutschen Bezeichnung.

Rahel Bühler
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«Am Änd vom Thal ob Balschtel zue,
lyt zwüsch em Roggen und
Wandflueh zmitzt i de Bäum, vom Wald umrankt
mys liebe chlyne Holderbank.»

So beginnt das Holderbanker Lied, das aus der Feder von Ueli Hafner stammt. Vom bekannten Heimatdichter wurden verschiedene Gedichte vertont, darunter auch besagtes Lied, das sich Holderbank und seiner Landschaft widmet.

Für diese Aufnahme des Dorfzentrums von Holderbank stand der Fotograf in den 1980er-Jahren auf der Tiefmattstrasse auf der Höhe des Schattenbergwegs. So hat es auch unser Fotograf vor kurzem getan. Auf der Aufnahme ersichtlich ist die Pfarrkirche. Benannt ist sie nach St.Fridolin. Dass Fridolin persönlich in Holderbank missioniert hat, sei wenig wahrscheinlich, ist auf der Gemeindewebsite nachzulesen.

Doch dürfte vom süddeutschen Kloster Säckingen am Oberrhein, dessen Gründer er war, aus schon ein gewisser Einfluss bestanden haben. So berichtet die Chronik unter anderem: «1449, St.Elisabethentag: Agnes, Aebtissin zu Säckingen und Gräfin von Sulz (Fricktal) bestätigt, dass durch Klara-Anna von Hohenklingen, Aebtissin von Säckingen, die Leihung der Kirche zu Holderbank ans Kapitel Buchsgau gelangt sei und dass dieses das Recht habe, die Kirche Holderbank zu besetzen, zu verleihen und zu versorgen».

Bei der erwähnten Kirche handelt es sich um eine Ka­pelle am Dorfplatz, von der im nachfolgenden Kapitel berichtet wird. Es ist nun naheliegend, dass durch den Einfluss des Klosters Säckingen, dessen Gründer Frido­lin war, dieser schon bei der alten Kapelle am Dorf­platz zum Patron erhoben und beim Bau des jetzigen Gotteshauses als solcher übernommen wurde.

Der Ursprung Holderbanks war vermutlich eine Keltensiedlung und wurde erstmals urkundlich um 1225/26 als «Haldenwang» erwähnt. Dies bedeutet im althochdeutschen «Wiese an der oder über der Halde» – aus diesen Bezeichnungen entstand der Name Holderbank.

Neue Serie: Aus alt wird neu

Wie haben sich die Ortschaften im Thal und Gäu in den vergangenen Jahrzehnten ihn ihren Erscheinungsbildern verändert? Welche Auswirkungen hatten der Bau der Autobahn, die boomende Industrie oder die steigende Nachfrage nach Einfamilienhäusern sowie Bauland? In der aktuellen Serie vergleichen wir jeweils zwei Aufnahmen, die ungefähr am gleichen Standort zu Stande kamen – aber in unterschiedlichen Jahrzehnten. Die alten Aufnahmen stammen aus dem Buch «Solothurner Landschaften – Thal». Teil sechs macht Holderbank. (rab)

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