Wer kennt es nicht: Ein freier Tag, doch die Nebelsuppe im Mittelland lässt keine gute Stimmung aufkommen. Da hilft oft nur ein Ausflug über das Nebelmeer hinaus, auf die Alp, den Hausberg. Zum Spazieren oder in die «Beiz». Bekanntlich führen die Wege an solch einem Tag in Oensingen oft auf den Roggen. Um dahin zu gelangen, muss die Strasse befahren werden, die in letzter Zeit immer wieder in die Schlagzeilen geriet. Wegen der Bürgergemeinde, und wegen des Gerichts, noch ist es nicht ausgestanden.

Die Frage ist immer noch: muss die betonierte Strasse eines Tages auf Geheiss des Gerichts rückgebaut werden? Momentan sieht es für die Bürgergemeinde gut aus, betrachtet man den Bundesgerichtsentscheid vom Mittwoch. SRF schreibt auf der Website «Aargau-Solothurn» allerdings dazu: «Streit um illegale Strasse auf den Roggen geht in neue Runde.» Doch von Streit ist, zumindest momentan, nichts zu merken. Man will jetzt erst mal abwarten.

Der Wirt sieht es positiv

«Für uns ist es natürlich ein grosser Vorteil», sagt Dario Gattuso, Wirt des Bergrestaurants Roggen, als er von dieser Zeitung auf den Bundesgerichtsentscheid bezüglich der Strasse angesprochen wird. Gattuso fügt allerdings sofort an, dass er sich nicht politisch äussern werde, und verweist an die Bürgergemeinde, er wolle «keinen Staub aufwirbeln» und eigentlich nichts sagen. Remo Liechti, Oensingens Bürgergemeindepräsident, kam schon zu Wort, er äusserte sich gegenüber dieser Zeitung positiv zum Entscheid.

«Roggen»-Wirt Gattuso spricht also lediglich aus der Sicht des Berghof-Wirtes, der um seine Gäste bemüht ist. Und es beginnt effektiv beim Anfahrtsweg: «Viele Leute möchten nicht, dass ihr Auto zu dreckig wird, wenn sie ins Restaurant fahren. Deshalb ist es für uns gut, wenn diese Strasse betoniert ist.» Bislang habe er ausschliesslich positive Reaktionen aus der Bevölkerung erhalten. Er könne nur von positiven Aspekten reden.

Zudem komme im Winter noch die Sache mit der Schneeräumung hinzu: «Das funktioniert bei einer betonierten Strasse einfach besser», so Gattuso. Zusammengefasst würde das Bergrestaurant Roggen seit der Betonierung der Zufahrtsstrasse noch besser laufen. Dies könnte aber gleichzeitig mit der guten Arbeit der Wirtsleute zu tun haben. «Ich und meine Partnerin Melanie Hafner sind jetzt seit sechseinhalb Jahren auf dem Restaurant, und seither geht es stetig bergauf», freut sich Gattuso.