Oensingen
Seit 100 Jahren eine selbständige Körperschaft – dies wird gefeiert

Die Bürgergemeinde Oensingen kann auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken. Feiern will sie dieses Jubiläum am kommenden Samstag, indem sie sich der Bevölkerung auf einem Parcours rund um die Gemeinde vorstellt.

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Die ältesten Bücher der Bürgergemeinde Oensingen mit Protokollen ab 1852.

Die ältesten Bücher der Bürgergemeinde Oensingen mit Protokollen ab 1852.

Zur Verfügung gestellt

Wirft man einen Blick ins Archiv der Bürgergemeinde Oensingen, kommen gebundene und veraltete Bücher mit Protokollen zum Vorschein, welche schon einige Zeit vor 1918 erstellt wurden. Es sind Akten vorhanden, die bis ins Jahr 1782 zurückreichen und dokumentiert sind. Sitzungsprotokolle können gar bis ins Jahr 1852 zurückverfolgt werden.

Jubiläums-Parcours

Anstelle eines Festaktes zu ihrem 100 Jährigen Bestehen führt die Bürgergemeinde Oensingen am Samstag, 25. August, zwischen 12 und 18 Uhr einem Parcours rund um das Dorf durch. Dies mit dem Ziel, der Bevölkerung Einblicke in die Tätigkeiten der Bürgergemeinde zu gewähren. Besucht werden können vier verschiedene Standorte zwischen dem Kieswerk Aebisholz und dem Bürgerhaus Roggen.

Es sind dies der Forstwerkhof, das Kieswerk Aebisholz, der Grillplatz beim Hüttenrank sowie das Bürgerhaus Roggen. Beim Kieswerk Aebisholz gibt es zusätzlich um 13 Uhr und 15 Uhr eine biologische Führung mit Marco Bobst über die «Ökologische Freihaltezone». Um an die verschiedenen Posten zu gelangen, wird ein Busbetrieb im 20 Minuten-Takt von Station zu Station fahren. Die Besucher entscheiden selbst, wie lange sie an einem Posten verweilen wollen. Die Posten können auch individuell und in beliebiger Reihenfolge besucht werden. Für Speis und Trank sowie Attraktionen für die Kinder ist gesorgt. (bho)

Erst die Verfassung von 1887 schuf im Kanton Solothurn die Grundlage für die heutige Einwohnergemeinde. Die Bürger- und Kirchgemeinden wurden nach und nach vom alten Gemeindeverband abgetrennt.

Während im Gemeinderatsprotokoll der Einwohnergemeinde vom 4. Dezember 1915 die Ausscheidung zwischen Einwohner- Bürger- und Kirchgemeinde bestätigt wurde, befasste sich im Jahre 1916 eine besondere Kommission, um die Ausscheidung der Bürger- und Einwohnergemeinde vorzubereiten. Die endgültige Loslösung erfolgte erst 1918, also 31 Jahre nach der kantonalen Abstimmung über die Neuregelung. Der Ausscheidungsakt vom 18. Dezember 1918 selbst umfasst deren 16 Seiten.

Die Aufgaben der Bürgergemeinde sind geregelt, Verfassung und Gesetze durch Bund und Kanton sorgen dafür. Sie bestellt die Behörden und Verwaltungsorgane und verwaltet ihre Güter und Wälder, erteilt auch das Gemeindebürgerrecht oder sichert es zu. Aktuell wohnen knapp 800 Bürgerinnen und Bürger in Oensingen, ein Fünftel davon sind Kinder. In den letzten fünf Jahren wurden 120 Personen eingebürgert, davon dreissig Prozent Schweizer-

Stetig gewachsen

Ursprünglich als kleine Institution gestartet, ist die Bürgergemeinde in den letzten 30 bis 40 Jahren ständig gewachsen und hat sich mehr und mehr zu einem Unternehmen entwickelt. In den Anfangsjahren wurde zwar ab 1933 eine Bürgersteuer – Fürsorgefälle und Armut waren gross - erhoben, jedoch im Jahre 1972 wieder abgeschafft.

In der Folge war es dann unter anderem das Kieswerk Aebisholz, welches zum tragenden finanziellen Element wurde und den Weg für verschiedene Projekte in den kommenden Jahren eröffnete. So etwa der wichtige Bau des Forstwerkhofes Brüggmatt (später Ergänzung mit Holzlagerhalle und Heizzentrale/Wärmeverbund mit der AEK) oder auch der Neubau vom Bürgerhaus Roggen.

Erwähnenswert ist ferner der Bau der Alterswohnungen an der Bienken-
strasse, wo die Bürgergemeinde mit der Gründung des «Vereins für Alterswohnen» und der Schenkung von 20 Aren Land entscheidend mitgewirkt hat. Demnächst wird im Gebiet Aebisholz auch die Inertstoffdeponie ihren Betrieb aufnehmen, wo auch die Bürgergemeinde involviert ist.

Dank der Bürgergemeinde gibt es seit drei Jahren einen Busbetrieb auf den Roggen sowie einen Waldlehrpfad zwischen Schloss Neu Bechburg. Seit Jahren werden ferner namhafte Unterstützungsbeiträge geleistet, sei es bei der Erhaltung von Schloss Neu Bechburg, Beitrag an Altleutefahrt der Gemeinde oder sonst Anlässe kultureller Art und auch Vereine. (bwh)

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