Wolfwil

Seelsorge für Demenzkranke

Senioren in einem Altersheim (Symbolbild)

Senioren in einem Altersheim (Symbolbild)

Die Delegierten des Zweckverbandes «Alters- und Pflegeheim-Seelsorge Thal-Gäu» liessen sich neben ordentlichen Geschäften über das Leben im Wohnhaus «Stapfenmatt» in Niederbuchsiten informieren.

Eine grosse Zahl Delegierte und Gäste aus den 19 Kirchgemeinden des Dekanats Buchsgau konnten in der Pfarrschür in Wolfwil willkommen geheissen werden. Unter ihnen Dekan Toni Bucher, Balsthal, der Altersheim-Seelsorger Josef von Rohr, Egerkingen, das Heimleiterehepaar Hasler aus Balsthal sowie der Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG), Alfons von Arx, Oberbuchsiten.

Haupttraktandum war der Voranschlag 2016. Finanzverwalterin Priska Meister, Balsthal, präsentierte ein Budget 2016 mit einem Defizit von 9650 Franken. Die Delegierten genehmigten den Voranschlag und damit den Jahresbeitrag von Fr. 1.60 pro Katholik einstimmig.

In Normalität weiterleben

Interessante Informationen lieferten dann Gina Kunst und Jannine Cavallet über die «Stapfenmatt», das Wohnhaus für Menschen mit Demenz in Niederbuchsiten.

Das Haus bietet Platz für 25 Bewohner und Tagesgäste. Es verfügt über einen grossen und schönen Aussenbereich mit Laufwegen, Sitzplätzen und einen Gemüsegarten. So besteht die Möglichkeit, ein Betreuungskonzept für Menschen mit Demenz umzusetzen, das auf Normalität ausgerichtet ist.

Vorbild ist ein holländisches System im Demenzdorf De Hogeweyk. Das Leben in der «Stapfenmatt» ist geprägt von Normalität, Lebensqualität durch kleine Wohneinheiten, leben wie früher. Zum Konzept gehört, dass die Mitarbeitenden keine Berufskleider tragen, dass gelebt wird wie in einer Grossfamilie, dass auf die Biografien der einzelnen Bewohner Rücksicht genommen wird, dass die Mitarbeitenden zusammen mit den Bewohnern essen, dass die Schlafzimmer nur zum Schlafen benutzt werden und dass der Garten genutzt wird. Das alles führe zu viel mehr Ruhe in den Abteilungen, die Bewohner ernährten sich besser, besuchten sich gegenseitig im Heim und es werde weniger Nachtmedikation notwendig, erklärten die Referentinnen.

Monika Poltera, die Gemeindeleiterin von Niederbuchsiten, informierte über ihren Einsatz als Seelsorgerin in der «Stapfenmatt». Alle drei Wochen, jeweils montags, hält sie mit den Bewohnern einen besinnlichen Gottesdienst in Form einer Andacht. Das Abspielen eines Glockengeläutes bringe die nötige Aufmerksamkeit, und mit den alt bekannten Gebeten und Kirchenliedern schafft sie gemeinsames Erleben. Dieses Engagement wird von der Altersheimseelsorge unterstützt und finanziert.

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