Die Stimmung ist angespannt. Es ist 14.30 Uhr - eine halbe Stunde nach dem Startschuss. Und schon formen sich Schweissperlen an den Gesichtern der sechs Kernteam-Mitglieder der Schweizer Kochnationalmannschaft. Noch dreieinhalb Stunden haben sie Zeit, um in der Küche des Gault-Millau-Gasthofs Kreuz in Egerkingen aus gewöhnlichen Zutaten Meisterwerke für die 110 Testesser zu zaubern. Reserviert haben die Gäste lediglich das «Dreigangmenü der Schweizer Kochnationalmannschaft» für 110 Franken, ohne weitere Angaben zu kennen. Die Menükarte, welche bereits auf den chic gedeckten Tischen aufliegt, verrät auch nur in groben Zügen, was der Gaumen erwarten kann.

Volle Konzentration
Auch bei der Zubereitung sind fremde Augen nicht sehr erwünscht. Nur ein kurzer Durchlauf wird erlaubt – ohne Fragen natürlich. Die Konzentration der Kochkünstler muss nämlich auf ihre Finger gerichtet sein, die geschickt und gekonnt verschiedene Zutaten hacken, schneiden und raspeln. Bei diesem zweiten Testlauf für den internationalen Teamkochwettkampf am Salon Culinaire Mondial im November in Basel will die Kochnationalmannschaft die gleichen Zeitvorgaben einhalten, wie sie am Wettkampf vorgegeben sind.

Wie am Wettkampf
Um das 1:1-Training so wettkampfgetreu wie möglich durchzuführen, nimmt die neunköpfige Nationalmannschaft ihr eigenes Equipment in die fremde Küche mit. «Da am Wettkampf bestimmte Utensilien vorgegeben werden, war es am einfachsten, die Sachen gleich selber mitzunehmen», erklärt Balz Züger, Logistikverantwortlicher der Kochnati. Eine halbe Stunde vor dem Kochstart deckten die Kochkünstler mit ihren drei Helfern die zuvor geräumte Hotelküche mit Küchenzubehör und Zutaten ein. Um auch beim Transport nichts dem Zufall zu überlassen, wurden am Tag zuvor alle Zutaten bereits abgewogen, beschriftet und transportfähig gemacht.

Keine Fotos erlaubt
Beim schnellen Vorbeilaufen durch die Küche erhascht der Blick aufgehängte Fotos der fertig angerichteten Teller: Kunstwerke an sich. Nur die Gäste werden die Delikatessen länger bestaunen und geniessen können. Ein Post auf Facebook wird es aber trotzdem nicht geben: Fotos sind verboten.