«Wir sind zum ersten Mal im Guldental», stellt Förster Kilian Bader bei der Begrüssung auf dem Parkplatz des Restaurants Guldental fest. Die Wälder am Sunnenberg befinden sich nahezu alle in Privatbesitz. Der Forstbetrieb habe dennoch einen Leistungsauftrag vom kantonalen Amt für Wald mit Beratung und auf Wunsch mit der Bewirtschaftung zu erfüllen.

Das Ziel dieses Waldgangs sei, das Schutzwaldprojekt Sunnenberg vorzustellen. Kreisförster Urs Allemann erläutert: «Schutzwald war lange Zeit ein Begriff der Alpenregionen, doch das ist auch bei uns Thema.» Für einen Schutzwald benötige es zwei grundlegende Dinge: drohende Naturgefahr durch Steinschlag, Lawine, Wasser oder Rutsch und ein wichtiges Objekt wie ein Dorf, Strasse oder Eisenbahnlinie.

In der Schweiz seien rund 60 Prozent des Waldgebietes Schutzwald, 12 Prozent davon befinden sich im Kanton Solothurn – das entspricht einer Fläche von rund 4000 Hektaren. Zirka 1000 Hektaren davon sind im Thal: 50 Prozent davon liegen in den Gemeinden Mümliswil-Ramiswil und Balsthal.

Grosses Projekt

Wie Bader erklärt, seien die Verlegung der Scheltenstrasse und der Schutzwald zwei separate Projekte – hängen jedoch indirekt zusammen, da die Strasse darunter vor Steinschlag geschützt werden soll. «Das ist ein sehr grosses Projekt mit 50 Hektaren und gibt sehr viel zu tun», hält Allemann fest. Man rechne mit einer Dauer von acht Jahren. Die Projektherrschaft liegt bei Forst Thal, die Holzarbeiten führen die Eigentümer aus.

«Der Gesamtaufwand abzüglich Holzertrag ergibt das Defizit, das der Kanton bezahlt. Der erhält dann wiederum Beiträge vom Bund. 20 Prozent müssen jedoch vom Nutzniesser geleistet werden», führt Allemann aus. In diesem Fall sei das der Kanton, da die Scheltenstrasse eine Kantonsstrasse ist.

Der Waldgang erfolgte in östlicher Richtung, links hinauf, nahe des Restaurants. An mehreren Posten wurde unter anderem gezeigt, welche Kräfte nötig sind, um einen Baumstamm den Hang hinauf zu ziehen und weshalb die Förster mit so schwerem Gerät arbeiten. Mitarbeitende der Paul Fluri AG zeigten, wie sie die Wegschneisen in den Wald bauen und worauf zu achten ist. Beispielsweise dürfen keine Wurzelstöcke integriert werden, da die irgendwann mal vermodern und dadurch Löcher entstehen. Wie Allemann erklärt, sei die Lösung mit den Waldwegen in diesem Fall am effizientesten, um das Holz runter zur Strasse und den Lastwagen transportieren zu können.

Steine bewusst richtung Tal donnern lassen

Christoph Schwegler legte die Details der Wegerschliessung dar, die er während seines Praktikums bei Forst Thal plante und betonte: «Die gesamte Planung dieses Projekts fand ohne Hilfe eines Ingenieurbüros statt.» Eindrücklich zeigte man die Funktion des Schutzwaldes auf, indem man an einer weniger dichten Stelle Steine und Felsbrocken den Hang runter liess. Die Steine waren noch lange zu hören, davon landeten gewiss einige auf der Strasse, die während der Demonstration gesperrt war. Dort, wo man bewusst gefällte Bäume liegen liess, da sie zusätzlich vor Steinschlag schützen, wurde ein Grossteil der Steine auf den ersten Metern aufgehalten. Zuletzt lieferten Jägerin Esther Müller und Jäger Ueli Lisser noch Infos über die Gämsen und Luchse im Gebiet.

«Das ging jetzt schnell», meinte eine Besucherin am Schluss. Dem Publikum wurden in der Tat viele unterschiedliche und interessante Infos geliefert, die sie dann beim anschliessenden Zvieri verarbeiten konnten.