Veraltete Gebäude, nicht mehr zeitgemässe Raumaufteilungen, zu wenig Platz: Das Schulhaus Mühlematt und die gesamte Anlage müssen dringend instand gesetzt werden. Eine Machbarkeitsstudie sollte zeigen, welche Möglichkeiten sich bieten und vor allem, mit welchen Kosten die Gemeinde zu rechnen hat. An der Gemeinderatssitzung vom Mittwoch stellte das beauftragte Planungsteam fünf mögliche Varianten vor. Diese beinhalten neben diversen Vorschlägen für Schulhaus- und Turnhallenneubau Möglichkeiten der Aussenraumaufteilung.

Für Reto von Rotz vom Planungsteam ist ein Punkt wichtig: Will man ein Schulhausprovisorium in Kauf nehmen oder nicht. Bei drei der fünf Vorschlägen soll das Schulgebäude am gleichen Ort wie heute zu stehen kommen. Dies würde provisorische Klassenräume bedeuten: Kostenpunkt pro Einheit 200 000 Franken.

Das Schulgebäude selbst würde im günstigsten Fall mit acht Schulräumen 13,6 Millionen Franken kosten, im teuersten Fall 15,4 Millionen. Bei zwölf Räumen bewegt sich die Preisspanne zwischen 17,5 und 19,4 Millionen.

300 Schutzplätze

Ein Votum aus dem Gemeinderat lenkte die Diskussion schliesslich weg von er Variantenfrage: «Was passiert mit den Luftschutzräumen unter der Turnhalle, wenn diese verlegt würde?» Sicher ist: Auf dem Schulareal müssen Schutzräume mit Kapazität für 300 Personen zur Verfügung stehen.

Nicht sicher ist: Müsste ein neuer Schutzraum wie der aktuelle mit dem Schutzraum unter dem Feuerwehrmagazin verbunden sein, und wie wäre die Handhabung während der Bauzeit? Auf jeden Fall müssten Gespräche mit dem Zivilschutzamt und weiteren Verantwortlichen geführt werden, meinte Gemeindevizepräsident Stephan von Arx.

Zwei oder drei Hallen?

Anlass zu Diskussionen gab auch die neue Turnhalle. Die Arbeitsgruppe Schulraumplanung sah eine Dreifachturnhalle vor, wo künftig auch Veranstaltungen wie Abendunterhaltungen und Sportwettkämpfe stattfinden könnten. Ob es das wirklich brauche, fragten kritische Stimmen im Gemeinderat. «Für den Schulbetrieb alleine würde eine Zweifachturnhalle genügen», erklärte von Rotz, «für Vereinszwecke und Aufführungen ist die grosse Version wünschenswert».

Die Arbeitsgruppe argumentierte damit, dass Dreifachturnhallen heute Standard sind, der Platz in der bestehenden, nicht mehr zeitgemässen Zweifachturnhalle knapp ist und die Halle ebenfalls fremdvermietet werden könnte.

Kostenpunkt der Halle wurde vom Planungsteam auf 11,6 Millionen Franken angesetzt, mit Luftschutzraum auf 12,6 Millionen. Man einigte sich schliesslich darauf, dass vom Planungsteam nochmals ein Gesamtpaket mit den Kosten und mit einbezogenen Schutzräumen präsentiert wird, sodass so bald wie möglich der finanzpolitische Aspekt angegangen werden kann.

Anstatt wie geplant im Dezember soll der Planungskredit nun im Mai nächsten Jahres der Gemeindeversammlung präsentiert und danach der Architekturwettbewerb lanciert werden. Das neue Schulhaus wird frühestens im Jahr 2022 bezugsfertig sein.