Spielregeln für Schulareale

Schulhausareale im Brennpunkt: «Das Problem löst sich nicht mit einem Zaun»

Securitas sorgen bei einigen Schulen der Region nach 22 Uhr für Ruhe und Ordnung. zvg

Securitas sorgen bei einigen Schulen der Region nach 22 Uhr für Ruhe und Ordnung. zvg

Während einige Schulen der Region mit Sicherheitsdiensten und Videokameras auf dem Schulhausareal für Ordnung sorgen, setzen andere lieber auf Kommunikation. Das ergab eine Umfrage bei einigen Schulverantwortlichen.

Nach dem Oensinger Schularealverbot (wir berichteten mehrmals), stellt sich nun die Frage, nach welchen Regeln auf den Schularealen anderer Schulhäuser der Region gespielt wird. Auf Anfrage dieser Zeitungen klärten einige Schulleiter und -leiterinnen sowie Verantwortliche ihre Lage auf.

Arealverbote wie der in Oensingen wurden bei den befragten Schulen keine ausgesprochen – zumindest nicht gegen ein Schulkind. So scheint die Einzäunung einer Schulsportanlage und ein Platzverbot wie im Fall Oensingen, in der Region auch eher ein Einzelfall zu sein. Die Aussenanlagen der Primarschulen Wolfwil, Balsthal, Feld in Schönenwerd, Kappel, Niedergösgen, Fulenbach, Niederbuchsiten und die Kreisschulen Gäu, Thal, Untergäu und den Schulen in Dulliken und Wangen sind laut ihren Sprechern öffentlich barrierefrei zugänglich.

Jedes Schulhaus...

...aber seine eigenen Hausregeln, die entweder schriftlich vorliegen oder sich – wie in den Kreisschulen Thal und Untergäu sowie Primarschule Wolfwil – «eingebürgert» haben. Dabei sind auch die Zeitbeschränkungen für die Nutzung der Anlagen unterschiedlich. Während auf einigen Schularealen richterliche Verbote von 22 Uhr bis 6 Uhr zu finden sind, wie zum Beispiel in Neuendorf bei der Kreisschule Gäu und Egerkingen, ist bei anderen Schulhäusern die allgemeine Nachtruhe ab 22 Uhr ausschlaggebend, wie zum Beispiel bei den Kreisschulen Untergäu, Thal, Primarschule Balsthal, Schulen Wangen. Bei der Primarschule Feld in Schönenwerd und Niedergösgen ist bereits um 20 Uhr fertig lustig.

Für Ordnung nach 22 Uhr...

...sorgen dabei immer häufig Sicherheitsdienste wie die Securitas, wie zum Beispiel bei den Schulhäusern in Wangen, Balsthal und Wolfwil sowie der Kreisschule Thal. Aufgrund sehr häufiger Vandalenakten und Littering macht bei der Primarschule Niedergösgen mittlerweile sogar die Polizei regelmässig Kontrollgänge. Auch eine Videokamera wurde auf dem Areal installiert. Bei den Tätern handle es sich gemäss Schulleiter Andreas Koch meistens nicht um Schulkinder, sondern um Auswärtige, die vor allem leere Alkoholflaschen hinterlassen. Die Aufnahmen würden nur bei Vorfällen und auch nur von ihm konsultiert. Obwohl mit einem Schild auf die Kamera hingewiesen wird, führte das Instrument vor allem am Anfang zu weniger Delikten. Das Littering aber bleibe immer noch ein Problem.

Der Einsatz – auch wenn nur sporadisch – von einem Sicherheitsdienst zeigt hingegen eine langfristige Wirkung: «Nach meinem Empfinden ist es in den letzten zwei Jahren, seit dem Einsatz der Securitas, ruhiger geworden», zeigt sich Remo Rossi, Schulleiter der Schulen Wangen, positiv. Auch Schulleiter Walter Portmann der Primarschule Wolfwil berichtet von einem nahezu kompletten Rückgang der Reklamationen.

Nicht alle Schulhäuser benötigen aber offensichtlich Verbote und Ordnungsdienste. Im Fall der Primarschule Kappel sei «noch nichts geschehen, was zur Handlung veranlasste», so Therese Chrétien, Schulleiterin der Primarschule Kappel. Auch bei den Schulen in Dulliken sei keine Kontrolle nötig. Jugendliche können sich gemäss Gesamtschulleiter Frank Müller sogar nach 22 Uhr auf dem Areal aufhalten, ohne Reklamationen zu verursachen. Einzig der Abfall sei vor einiger Zeit ein Problem gewesen. Seit auf dem Schulplatz aber mehr und grössere Abfallkübel installiert wurden, halte sich das Littering in Grenzen.

Gibt es Verstösse...

...gegen Regeln, suche man gemäss Gesamtschulleiterin Kreisschule Thal Monika Zimmermann generell zuerst das Gespräch mit den Tätern. «Mit Jugendlichen kann man reden», findet Zimmermann und ergänzt: «Es gibt immer wieder Vorfälle, aber das Problem löst sich nicht mit einem Zaun.» Grundsätzlich findet sie, dass man wegen Einzelfällen nicht alle dafür bestrafen könne. Gerard Hotz, Abwart der Kreisschule Untergäu, führt im Schulhaus auch nach 22 Uhr Kontrollrunden durch. Bei Verstössen jeglicher Art spricht er die Jugendlichen direkt an: «Bis jetzt hat das immer gut geklappt.»

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