Unter dem Motto «So ne Märet» wickelte sich die Welschenrohrer Fasnacht ab, deren Höhepunkt nach wie vor der Samstag mit dem Umzug ist. 26 Nummern umfasste er in diesem Jahr. Musik und Wagen, Fussvolk und Masken boten beste Unterhaltung.

Munteres Treiben herrschte anschliessend auf der Strasse und in den Gaststätten bei Guggenmusik und Schnitzelbänken, alles organisiert durch das Narrenkomitee Schnapsloch.

Feiern bis die Polizei auftaucht

In Scharen säumte das Publikum am Samstagnachmittag die Hauptstrasse und wartete gespannt auf den Umzug. Ideales Wetter trug viel zur guten Stimmung bei. Vier Guggenmusiken sorgten für schräge Töne, angeführt durch die einheimischen «Böögge Brätscher».

Gleich drei Vereine widmeten sich der Geburtstagsfeier einer Sängerin des Cäcilienchores bei sich zu Hause auf dem Freisitz. Die muntere Gesellschaft erfreute die Jubilarin und die Umgebung bis tief in die Nacht mit frohem Gesang, wie das für einen Chor üblich ist — bis dann die Polizei auftauchte.

Auch die Schulen machten mit

Jodlerklub, Männerchor, Elternverein, Fussballclub und Turnverein waren auch heuer mit ihren selbst gebauten Wagen dabei. Sie nahmen Vorkommnisse aus dem Dorf aufs Korn, wie etwa die Geschichte mit dem Ehering im Kartoffelstock.

Mit dabei waren auch die Schulen mit einem Alpaufzug: Unter der Leitung von Schulhausabwart Bruno Antenen bildeten sie eine Kinder-Treichlergruppe, in der selbst die Schulleiterin Katharina von Burg mitmachte.

Einheimische Cliquen überzeugen mit riesigen Wagen

Viel Staunen erweckten die grossen Wagen der einheimischen Gruppen «Parrotheads» mit der Sphinx und «Siebe Sieche» mit der Riesenschnecke, aber auch die «Schliim Schisser» und «d’Füürschnägge» aus Matzendorf sowie die «Macarenas» aus Balsthal trugen mit ihren Gefährten viel zum bunten Umzug bei.

Nach dem Umzug vergnügten sich die Zuschauer in den Restaurants, aber auch in den Strassenbeizen, in Fasnachtswagen und im Barzelt. Lautstark produzierten sich die Guggenmusiken in den Beizen und im Freien.

FC-Singers überraschten mit bissigen Sprüchen

Als alles auf die Schnitzelbänke des Fussballclubs wartete, trat als Überraschung die Dreiangel-Bully Zunft zu Olten auf und berichtete unter dem Motto «Orient-los» über Probleme ihrer Stadt: von Steuergeldern, über Kunst im Spital bis hin zum «König vo Oute».

Dann trat die neue, junge Mannschaft der FC-Singers auf, die die Tradition der Fussballer-Schnitzelbank weiter führt. Der Einstand ist vollauf gelungen — das Publikum freute sich über die bissigen Sprüche, verpackt in passende Musik und illustriert durch Bilder von Oswald Germann.

So ging der Samstag, der Höhepunkt der Welschenrohrer Fasnacht, langsam zu Ende. «Dieser Tag war für mich das Highlight. So macht das Fasnacht machen Freude, so kann es weiter gehen», sagte Fränki Bielmeier, ein Urgestein der Welschenrohrer Fasnacht.