Jahresrückblick Thal/Gäu
Schönes, Skurriles, Lustiges und Erfreuliches aus dem vergangenen Jahr

In einem Jahr geschieht Vieles: Im Februar wurde in den Thaler und Gäuer Gemeinden noch feuchtfröhlich Fasnacht gefeiert. Dann kam Corona und legte fast alles auf Eis. Aber das Leben ging weiter: Man lachte, weinte, plante, diskutierte und politisierte weiter und wir berichteten darüber. Die Redaktion hat Ihre Favoriten aus den vergangenen zwölf Monaten herausgesucht.

Gülpinar Günes
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Das Raiffeisenbänkli für Riesen auf dem Güggel. (Archivbild)

Das Raiffeisenbänkli für Riesen auf dem Güggel. (Archivbild)

Solothurner Zeitung

18. März: Ein fast menschenleerer Gäupark

Die Massnahmen zum Corona-Virus haben das pulsierende Einkaufstreiben im Gäupark von einem Tag auf den anderen gestoppt. (Archivbild)

Die Massnahmen zum Corona-Virus haben das pulsierende Einkaufstreiben im Gäupark von einem Tag auf den anderen gestoppt. (Archivbild)

Bruno Kissling

Ende Januar feierte der Gäupark in Egerkingen noch seinen 20. Geburtstag: Es gab Cüpli, Zuckerwatte, Punsch und Musik – die Besucher feierten fröhlich mit. Etwas mehr als einen Monat später steht das Leben im sonst so belebten Einkaufszentrum fast still: Der Start des Lockdowns.

29. Juni: Das Oensinger «Rössli» erstrahlt in neuem Glanz

Das Rössli in Oensingen erstrahlt in neuem Glanz. (Archivbild)

Das Rössli in Oensingen erstrahlt in neuem Glanz. (Archivbild)

Patrick Lüthy

Als der Wirt Stefan Baumgartner Mitte 2019 den Gasthof verkauft, geht eine 128-jährige Wirtstradition zu Ende. Der neue Besitzer, Sandro Ravasio, aber packt die Gelegenheit und renoviert das denkmalgeschützte Gebäude ein Jahr lang. Mitte Jahr wird das Restaurant wiedereröffnet, mit altem Charakter aber neuem Glanz.

13. Juli: Das Dilemma mit der Badi Moos

Geplant war eine simple Berichterstattung über die Balsthaler Badi zu Coronazeiten. Doch die Gemeindeverwaltung tat sich schwer, der Redaktion diese Arbeit zu erleichtern. Es folgte ein Gespräch und eine «Grundsatzinformation» von Seiten der Gemeinde, wie die Redaktion zu berichten habe. Schliesslich konnten sich beide Parteien auf einen gemeinsamen Termin für einen Rundgang einigen: An einem Freitagmorgen, noch vor der Öffnung der Badi.

25. Juli: Härkinger macht «Mister-Corona» Konkurrenz

«The real Wuschu» fällt auf, vor allem mit seinen knalligen Klamotten und einem prächtigen blonden Haar-Schopf. Der 25-jährige Härkinger Influencer wurde das neue Gesicht des BAG auf der Kurzvideo-Plattform «Tik-Tok», die vor allem von Jugendlichen genutzt wird. Dort soll er junge Leute dazu motivieren, die Covid-App zu nutzen. Sein Video wird innerhalb kürzester Zeit rund 1.5 Millionen Mal geschaut.

27. Juli: Egerkingen verteilt Rösti für den 1.August-Brunch zu Hause

1'600 Packungen: So viel Rösti verteilte die Gemeinde Egerkingen vor dem 1. August an ihre Einwohner. Denn der traditionelle 1.August-Brunch fiel Corona zum Opfer. «Weil die Menschen nicht an den Brunch gehen können, gehen wir zu den Menschen», sagte Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi gegenüber dieser Zeitung. Die Idee kam gut an und selbst das Schweizer Fernsehen berichtete.

Facebook-Hit vom Wolfwiler Gemeindepräsidenten

Auch er zeigte Humor, als die Welt im Coronachaos unterzugehen schien: Der Wolfwiler Gemeindepräsident, Georg Lindemann, wandte sich in einer humorvollen Videoansprache zum 1. August an die Bevölkerung. Er zog dafür mit seinem Rednerpult durch das ganze Dorf und zog schliesslich auch seine Hose aus. Wer das Video noch nicht gesehen hat, muss das sicherlich vor Jahresende noch nachholen.

15. August: «Schiffliversenkis» neben der A1

Mysteriöses Bild von oben: die Grabungen auf dem Acker nahe Kestenholz.

Mysteriöses Bild von oben: die Grabungen auf dem Acker nahe Kestenholz.

Bruno Kissling

Auf dem Dünnerenacker entlang der A1 im Gäu waren im Sommer auf einmal mysteriöse Löcher im Boden zu sehen. Es stellte sich heraus, dass es sich um Sondierungsgräben der Kantonsarchäologie im Auftrag des Bundesamts für Strassen handelt. Dieses lässt im Vorfeld des Ausbaus der A1 sämtliche Installationsplätze untersuchen. Immerhin sprang für die Kantonsarchäologie eine Tonscherbe aus der Bronzezeit dabei raus.

31. August: Welschenrohr und Gänsbrunnen fusionieren

Vor 120 Jahren machten es Mümliswil und Ramiswil schon vor, nun waren Welschenrohr und Gänsbrunnen an der Reihe: Die Vorbereitungen auf eine Fusion der beiden Gemeinden lief schon seit Anfang Jahr. An der Urnenabstimmung gab schliesslich die Mehrheit der Bevölkerung seinen Segen für das Vorhaben.

17. Oktober: 200 Jahre alte Bergwerkstollen entdeckt?

Gleich noch etwas Archäologie: Der Oltner Geologe Beat Meier startete seine Untersuchungen auf der Erzmatt in Balsthal. Er vermutet Bergwerkstollen, in denen vor rund 200 Jahren Bohnerz abgebaut wurde. Erste Beweise hat er, doch die Auswertung der Daten werden noch bis im Sommer 2021 dauern.

27. Oktober: Das Grab der Mutter zu früh geräumt

Als eine Frau sich auf dem Egerkinger Friedhof von ihrer Mutter verabschieden will, die vor 20 Jahren verstorben ist, findet sie anstelle des Grabs nur noch Erde an: Es wurde zu früh ausgehoben. Seit 30 Jahren räume der Werkhof Gräber Mitte Oktober aus. Doch dieses Mal sei im Anzeiger Ende August eingetragen gewesen. «Unentschuldbar», fand die betroffene Frau.

10. November: Das Kino Onik wird gerettet

Nachdem diese Zeitung noch im Oktober über das bevorstehende Ende des Oensinger Kino berichtete, meldete das Unternehmen: Ein Nachfolger ist gefunden. Der ehemalige Besitzer Ronny Hediger übergab das Kino im Rahmen einer corona-gerechten Feier dem Wangener Gemeinderat, Christian Riesen, der das Unternehmen weiterführen will.

11. November: Eine 3 Meter hohe Bank für das Thal

Seit November steht im Naturpark Thal, unweit des Bergrestaurants «Güggel», eine 3 Meter hohe Bank zum Ausruhen und die Aussicht geniessen. Die Bank ist ein Geschenk der Raiffeisenbank Thal, der Hauptsponsorin des Naturpark Thal.

25. November: Leere Zeitkapsel enttäuscht die Erwartungen

Im Rahmen einer Sanierung der Paulus-Kirche in Egerkingen, hatte die reformierte Kirchgemeinde zum ersten Mal nach 64 Jahren die Chance, in die goldene Kugel auf der Turmspitze zu schauen. In eine solche Zeitkapsel werden in der Regel Dokumente und Gegenstände, als Zeugen der vormaligen Bau-Zeit eingeschlossen. Doch die Kapsel war leer. Beim erneuten Einbau der Kapsel will es die Kirchgemeinde aber richtig machen.

25. November: Jonas Deichmann schafft Schwimmrekord

Jonas Deichmann auf den letzten seiner 456 km zwischen Karlobag und Dubrovnik.
8 Bilder
Verpflegung unterwegs
Hier wird er von Kollegen erwartet, die ihn auf seinen letzten Kilometern begleiten.
Deichmann schwimmt in Dubrovnik ein
TV-Kameras halten den Moment fest
Für den Triathleten gibts eine Champagnerdusche...
... und dann auch noch eine richtige.

Jonas Deichmann auf den letzten seiner 456 km zwischen Karlobag und Dubrovnik.

Markus Weinberg

Im September nimmt der Extremsportler aus Aedermannsdorf, Jonas Deichmann, einen Triathlon um die Weltkugel in Angriff: Er fuhr mit dem Velo von München aus über die Alpen an die kroatische Küste, dann schwamm er 450 Kilometer entlang der Adriaküste und erreichte Dubrovnik am 22. November nach 54 Tagen im Wasser. Damit schlug er den Rekord für die längste Schwimmstrecke ohne Begleitboot. Die Reise geht mit dem Velo weiter nach China, wo er im Frühjahr ankommen und dann über den Pazifik nach San Francisco segeln will.

18. Dezember: Das Ferienhaus «Wilera» bleibt in Oensinger Hand

Mit dem Ja der Bürgergemeinde zum Kauf des Ferienhauses «Wilera» im Wallis von der Einwohnergemeinde bleibt die Nostalgie-Hütte in Oensinger Hand. Der Deal: 1.1 Millionen Franken.

Ungebrochener Planungs- und Bauboom

Auch grosse Bauprojekte wurden in diesem Jahr im Gäu und im Thal begonnen oder stehen kurz vor dem Baustart. In Oensingen betrifft dies die beiden Grossprojekte der Bell AG Holinden und Dünnernstrasse, deren Pläne noch bis Ende dieses Jahres auf der Einwohnergemeinde aufliegen. Ebenso sind die Pläne für die Neubauabsichten und um das ehemalige Hotel Rondo einzusehen.

Einen grossen Schritt weiter ist man in Balsthal, wo auf der ehemaligen «Hunzikerwiese» der Lindenpark, ein Zentrum für Demenzkranke gebaut wird.

In Nieder- und Oberbuchsiten ist man derzeit an Sanierungen und Neubauten der Schulhäuser – einzig in Egerkingen kann der geplante Schulhausneubau vorerst nicht weiter vorangetrieben werden. Der Souverän lehnte ein entsprechendes Bauprojekt ab.

Grossbaustellen auch bei Strassen

Weiter ausgebaut wird die Passwangstrasse und der neue Strassen-Verlauf der Scheltenstrasse konnte dem Verkehr übergeben werden. Noch viel zu reden wird sicher der geplante A1-Ausbau im Gäu geben, wo sich die Landwirte gegen den Landverlust wehren und eine Teiluntertunnelung verlangen.

Fränzi Zwahlen-Saner

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